Angestellte

Etwa die Hälfte der Mitglieder der Architektenkammer NRW befindet sich in einem Anstellungsverhältnis. Ein gutes Drittel der Angestellten ist in einem Architektur- bzw. Planungsbüro tätig, ein Drittel arbeitet im öffentlichen Dienst und ein Drittel ist in sonstigen Unternehmen tätig.

Angestellte im Planungsbüro

Die Mehrzahl der Planungsbüros hat etwa vier Angestellte. Größere Büros mit bis zu 50 Mitarbeitern bilden die Ausnahme. Demzufolge sind auch die Büroorganisationen sehr unterschiedlich. 

Das Modell "Jeder macht alles" - vom Vorentwurf bis zur Bauleitung inklusive Zeichnen und Schriftverkehr - ist ebenso vertreten wie das der Arbeitsteilung - ein Planer für den Entwurf, ein Bauzeichner für die Pläne, ein Bauleiter für die Umsetzung. 

Architekten im öffentlichen Dienst

Viele der angestellten und beamteten Architektinnen und Architekten arbeiten in Behörden bzw. Eigenbetrieben des Bundes, der Länder und Gemeinden. Sie sind hierbei eingebunden in die Aufgabenfelder der Legislative, der Exekutive und der Kontrollinstanzen für die Belange des Hochbaus und der Stadtplanung. 

Auf Bundesebene überwiegen die gesetzgeberischen und kontrollierenden Aufgaben. Auf Landesebene kommt noch die planerische und bauliche Begleitung der Bauaufgaben des Bundes und des jeweiligen Landes hinzu. 

Vielfältige Aufgabenfelder

Das Tätigkeitsfeld umfasst das gesamte Aufgabenspektrum des öffentlichen Hochbaus einschließlich der Gebäudeunterhaltung ohne die Bauausführung, die grundsätzlich an Dritte vergeben wird. In den Städten und Gemeinden erschließen sich für die Kolleginnen und Kollegen je nach Fachrichtung Aufgabenfelder in verschiedenen Fachbehörden.

Bedauerlicher Weise ist im öffentlichen Dienst die Tendenz festzustellen, dass die Fachleute mit technischem Sachverstand durch reine Verwaltungsbedienstete ersetzt werden. Diese Entwicklung ist sehr zu bedauern, da gerade im Rahmen der Verlagerung öffentlicher Bauaufgaben auf private Auftragnehmer fachliche Kompetenz auf beiden Seiten der Vertragspartner erforderlich ist, um Qualität und Baukultur zu sichern.

Landschaftsarchitekten im öffentlichen Dienst

Für Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten bietet der öffentliche Dienst gute Berufschancen. Im Bereich der Landschaftsplanung bestehen bei Bezirksregierungen, Kreisen oder kreisfreien Städten viele Möglichkeiten, an Gesetzen und Beschlüssen mitzuwirken, beispielsweise dem Aufstellen von Natur- und Landschaftsschutzgebietsverordnungen. Des Weiteren sind Landschaftsarchitekten in den Fachbereichen Umwelt, Grünflächen und Stadtplanung angestellt. 

Die Aufgabengebiete reichen von der Planung, Ausschreibung und Bauleitung bis hin zur Führung von Grünflächen- und Baumkatastern. Die Beantragung von Fördergeldern und die Kostenkontrolle zählen ebenso zu den Aufgaben des Landschaftsarchitekten wie die Beauftragung und Betreuung von Landschaftsarchitekturbüros.

Stadtplaner im öffentlichen Dienst

Gute Berufschancen bieten sich im öffentlichen Dienst auch für Stadtplanerinnen und Stadtplaner. Dabei bietet sich ein sehr breites Arbeitsfeld insbesondere bei den Kommunen. 

Jede größere Kommune - Stadt oder Kreis - besitzt ein eigenes Planungsamt. Hier öffnet sich ein umfassendes und abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld, das sich von der Stadtentwicklung und Stadtplanung über die Verkehrsplanung bis hin zur übergeordneten Planung erstreckt.  

Innenarchitektinnen und Innenarchitekten finden im öffentlichen Dienst nahezu keine Beschäftigungsmöglichkeit.

Architekten in der "freien Wirtschaft" 

Neben den "klassischen" Arbeitgebern gibt es auch Beschäftigungsmöglichkeiten bei Bauträgergesellschaften, in der Bauindustrie, in der Immobilienwirtschaft, bei Kreditinstituten und Versicherungen sowie im Handel und der Industrie zu einer attraktiven Alternative entwickelt. Besonders geschätzt wird von diesen Arbeitgebern das Fachwissen und die Detailkenntnis der Architekten und Innenarchitekten, vor allem im Bereich des Gebäude- und Filialbestandes. Dieses Knowhow ermöglicht kurzfristige Analysen und Entscheidungen.

Von Vorteil: Übergreifende Kenntnisse 

Bei einer Tätigkeit in der "freien Wirtschaft" sind übergreifende Kenntnisse im kaufmännischen sowie im juristischen Bereich von Vorteil. Facility Management wird in diesem Beschäftigungsverhältnis nicht als gesondertes Berufsbild angesehen, sondern gehört zur Alltagsarbeit. Das Verwalten des Bestandes ist - genauso wie seine Pflege und Weiterentwicklung - ein in sich geschlossener Vorgang.

Flexible eigene Bauabteilungen sind aus obigen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Regional meist verstreute, nicht zuletzt auch europaweite Baustellen erfordern überdurchschnittlichen Arbeits- und Zeiteinsatz. Bei Erfüllung der genannten Voraussetzungen sind in diesem Bereich durchaus gute berufliche Perspektiven möglich.

Innenarchitekten in Unternehmen

Auch für Innenarchitektinnen und Innenarchitekten bieten sich in Unternehmen vielschichtige Beschäftigungsmöglichkeiten. Unternehmen im Bereich des Laden- und Messebaus sowie Möbelhersteller haben in führenden Positionen Innenarchitektinnen und Innenarchitekten beschäftigt, die in den Entwicklungsabteilungen und den Ausführungsbereichen tätig sind. 

Besonders im Bereich des Laden- und Messebaus wird Wert darauf gelegt, dass die betreffenden Führungskräfte bauvorlageberechtigt sein sollten.

Landschaftsarchitekten und Landschaftsbau

Die meisten in Unternehmen angestellten Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten arbeiten im Garten- und Landschaftsbau. Hier ist es von Vorteil, wenn bereits vor dem Studium eine gärtnerische Ausbildung abgeschlossen wurde oder während des Studiums Erfahrungen in einem Landschaftsbaubetrieb gesammelt werden konnten. 

Mittlerweile gibt es auch Gartencenter, die Landschaftsarchitekten einstellen, um für die Kunden eine umfangreiche und kompetente Gartenberatung anzubieten. Durch diese Entwicklung verwischt allerdings die klassische klare Trennung zwischen Planung und Bauausführung, die eine unabhängige Beratung und Planung gewährleistet.