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Ausstellung "Natur-Tektur": Neue Aufgaben der Landschaftsarchitektur

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    Stellten die Ausstellung „NATUR-TEKTUR“ in der Landesvertretung NRW vor (v. l.): Hartmut Miksch, Prof. Elizabeth Sikiaridi, Dr. Doris Gau und Ernst Herbstreit – Fotos: Christof Rose

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    Ausstellungsbesucherin betrachtet eine Ausstellungstafel

„Landschaft und Grün sind keine Luxusartikel, sondern die essentiellen Bausteine unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“ AKNW-Vorstandsmitglied Ernst Herbstreit verwies in seiner Präsentation der Ausstellung „NATUR-TEKTUR / nature-tecture“ am 26. März in Berlin mit Nachdruck auf die grundlegende Bedeutung der Entwicklung von Freiräumen, Grünzügen, Parks und Gärten. Die Landschaftsarchitektur stehe gegenwärtig vor einer Reihe großer Herausforderungen, die vor allem das Leben in urbanen Agglomerationen und Städten entscheidend prägen würden. - Die Architektenkammer NRW präsentiert ihre Ausstellung „NATUR-TEKTUR“ zu den künftigen Aufgaben der Landschaftsarchitektur vom 6. bis 18. April 2012 abschließend in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin.

„Landschaft ist heute ein rares und sensibles Gut, mit dem wir im Sinne der nachfolgenden Generationen verantwortungsvoll umgehen müssen“, betonte auch der Präsident der Architektenkammer NRW, Hartmut Miksch, anlässlich der Ausstellungseröffnung. In einem dicht besiedelten und bebauten Land wie Deutschland komme der gezielten Planung und Gestaltung von Naturräumen, Landschaften und Nutzflächen nicht nur ökologische und ökonomische, sondern zunehmend auch eine soziale Funktion zu.

Dr. Doris Gau, Leiterin des Fachbereichs Kultur der NRW-Landesvertretung in Berlin, unterstrich die Relevanz der Ausstellung aus nationaler und internationaler Perspektive. Es sei richtig gewesen, eine thematisch orientierte Darstellung zu wählen, die einzelne Projektbeispiele nur exemplarisch aufrufe. Gleichwohl dürfe man betonen, dass sich Nordrhein-Westfalen schon früh den Herausforderungen der Umstrukturierung gestellt habe, zum Beispiel mit dem Landschaftspark Duisburg-Nord, dem Garten der Erinnerung im Duisburger Innenhafen oder bei zahlreichen Haldenprojekten entlang der Emscher. „Außerdem haben wir vier Gartenrouten in das European Garden Heritage Network eingebracht und können uns inzwischen selbst mit den großen europäischen Gartennationen wie England und Frankreich messen“, meinte Dr. Gau.

„nature-tecture“ wurde kuratiert von Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar. Die internationale Wanderausstellung präsentiert die Arbeitsfelder der Landschaftsarchitektur in ihrer Breite und Relevanz in insgesamt 14 Themenfeldern. Sie konzentriert sich dabei auf diejenigen Arbeitsfelder, die für die Gestaltung unserer Lebenswelten international an Bedeutung gewinnen werden, und formuliert für die Zukunft relevante Fragestellungen.

„Durch die globalen Herausforderungen des postindustriellen Zeitalters und der dringenden Aufgaben in der Zeit wachsender ökologischer Probleme und des aufkommenden Klimawandels ist weltweit ein wachsendes Interesse an Landschaftsarchitektur zu erkennen“, beobachtet Prof. Sikiaridi. Die Ausstellung „nature-tecture“ habe deshalb die Entwicklung von Landschaft bewusst in einen sozio-ökonomischen Zusammenhang gestellt. In den zwölf Themenfeldern geht es u.a. um die Qualifizierung von Energielandschaften, um die Integration von Infrastruktur in Landschaft, um die Rückgewinnung postindustrieller Landschaften sowie um neue Freiräume für die Stadt. Fragestellungen, die international auf Interesse stießen:

Die Ausstellung „nature-tecture“, die im Jahr 2010 von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen erstmals in Düsseldorf präsentiert wurde, war seitdem in Istanbul, Brüssel sowie auf verschiedenen Bau- und Architekturmessen in Korea zu sehen.

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