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Neue Fotoausstellung: „Freizeit.Architektur.NRW“

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    Großes Interesse an der Ausstellung von Sabine Wild zeigten über 100 Gäste im Haus der Architekten - Foto: Christof Rose

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    Eröffneten gemeinsam die Ausstellung "Freizeit.Architektur.NRW" (von links): Dr. Christian Schramm (Vizepräsident AKNW), Sabine Wild (Fotokünstlerin) und Dr. Christian Welzbacher (Architekturkritiker und Kunsthistoriker)

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    Trennung von gebautem Raum und umgebendem Freiraum aufgehoben: Ein Foto vom Tetraeder in Bottrop nach Überarbeitung durch Sabine Wild. - Foto: S. Wild

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    Besucher der Ausstellung diskutieren über die Werke von Sabine Wild

  • Vernissage zur Ausstellung

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    Vernissage zur Ausstellung

„Die Fotografie gilt - im Vergleich der künstlerischen Gattungen - immer noch als Kunstform mit dem höchsten Grad an Realismus. Das Faszinierende an den Bildern von Sabine Wild ist gerade, dass hier die konventionellen Vorstellungen von Realität aufgelöst werden.“ Dr. Christian Welzbacher, Architekturkritiker und Kunsthistoriker aus München, verstand es auf pointierte Art und Weise, die Fotoarbeiten von Sabine Wild zu analysieren und Interpretationsanregungen zu geben. Im Rahmen der Vernissage der Ausstellung „Freizeit.Architektur.NRW“ am 19. August im Haus der Architekten führte Welzbacher die rund 100 interessierten Gäste in die Ausstellung und die Arbeitsweise der Fotokünstlerin aus Berlin ein.

Unsere Wahrnehmung von Architektur ist geprägt durch das Bild. Jede zweidimensionale Abbildung einer dreidimensionalen Wirklichkeit stellt aber eine Interpretation der Realität dar. Wird ein solches, scheinbar objektives Foto eines Architekturobjektes nun seinerseits verfremdet und verzerrt, schwindet jede Gewissheit unserer medial geschulten Wahrnehmung. Dieses Phänomen macht sich Sabine Wild in ihren Arbeiten zunutze. Auf der Grundlage dokumentarischer Fotos von bekannten nordrhein-westfälischen Bauwerken erreicht sie durch horizontale und vertikale Verschiebungen von Ebenen und durch das digitale Einfügen von Unschärfen, dass sich „die Tektonik des Bildraums vollständig verschiebt“, erläuterte der Kunsthistoriker Welzbacher. Die Fotokünstlerin eröffne dem Betrachter damit eine Vielzahl von Assoziationsmöglichkeiten. „Man kann diese Fotografien lange anschauen. Man kann sich fast in sie hineinträumen, wie in geheimnisvolle Märchenlandschaften“, meinte Welzbacher.Eine Einschätzung, die das Publikum teilte. Rund 40 Arbeiten umfasst die Ausstellung im Haus der Architekten, und vor nahezu allen großformatigen Fotografien sah man Betrachter, die sich lange und intensiv von den Arbeiten gefangen nehmen ließen.

Auch Dr. Christian Schramm, der als Vizepräsident für die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen die Gäste im Haus der Architekten begrüßte, hob die starken Bildstimmungen hervor, die durch die Unschärfen und die Abstraktion von dem konkreten Objekt in den Arbeiten von Sabine Wild erzielt würden. „Der Betrachter verliert zwar jede Gewissheit der bisherigen Wahrnehmung“, meinte Schramm. „Die Unsicherheit irritiert, bietet aber auch den Reiz, gewohnte Wege zu verlassen und neue Perspektiven zu suchen.“ Damit seien die Arbeiten für Architektinnen und Architekten besonders interessant. Schramm gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Ausstellungen im Haus der Architekten dazu beitragen mögen, den Austausch zwischen den Disziplinen Architektur und gestaltende Kunst zu intensivieren. 

Sabine Wild

Geb. 1962 in Padua. Lebt seit 1985 in Berlin. Studium der Germanistik, Linguistik, Spanisch in Bielefeld, Münster, Köln und Berlin. Freie Fotografie seit 2003. Seit 2008 Mitglied der Fotografengemeinschaft „neunplus“ zur Förderung von Autorenfotografie. Mitgründerin der Produzentengalerie „Galerie en passant“. Vertreten von der Galerie „Lumas“ sowie von „meisterschueler“, Berlin.

Die Ausstellung ist bis zum 2. Oktober 2008 im Haus der Architekten (Zollhof 1, 40221 Düsseldorf) zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 8.00 - 17.00 Uhr. Eintritt frei.

Dateien:

Vortrag von Dr. Chritian Welzbacher anlässlich der Eröffnung ()
Autor: ros