Auszeichnung vorbild. Arbeitsorte

Bauten für Handel und Handwerk, Büro und Gewerbe haben oftmals den Ruf, praktisch, aber wenig attraktiv zu sein. Dass in den letzten Jahren durchaus neue, architektonisch herausragende und städtebaulich gewinnbringende Bauwerke in diesem Bereich in Nordrhein-Westfalen entstanden sind, beweisen zehn Projekte, die jetzt aus dem Auszeichnungsverfahren der AKNW und des MBWSV „Vorbildliche Arbeitsorte in der Stadt 2016“ als Sieger hervorgegangen sind.

Bürogebäude mit Supermarkt, Bielefeld
Architekten Wannenmacher + Möller GmbH, Bielefeld

Auszug aus der Jurybegründung: „[...] Das Gebäude wurde an prominenter Stelle gegenüber der Seidenstickerhalle gekonnt mit klar strukturierter Erschließung platziert, was durch die Verbindung von Einzelhandel und Büronutzung zur Quartiersaufwertung beiträgt. Das architektonische Konzept ist durch Schaffung einer Erdgeschoss-Zone in Sichtbeton anhand der Fassadengestaltung gut ablesbar. [...]“

Schüco Ausbildungswerkstatt, Bielefeld
tr.architekten, Bad Oeynhausen

„[...] Die Architekten haben die Planungs- und Bauaufgabe unter den beschriebenen Vorgaben hervorragend gelöst und den Auszubildenden eine eigene, unverwechselbare Adressbildung innerhalb des umgebenden Produktionsgeländes geschaffen. [...] Insgesamt handelt es sich um eine gelungene Nachnutzung einer nicht einfachen Hallensituation und damit vermutlich heute auch um einen akzeptierten und vorbildlichen Arbeitsort für die Mitarbeiter von morgen.“

Wohn- und Geschäftshaus Beuel Mitte, Bonn-Beuel
BauWerkStadt, Bonn

„[...] Die Jury ist vor allem von der guten städtebaulichen Einfügung und von dem innenstadttypisch hohen Maß an urbaner Dichte überzeugt. Die Funktionsmischung aus Supermarkt, Arztpraxen, Anwaltskanzlei und Wohnungen ist an dem Standort im Zentrum von Bonn-Beuel äußerst angemessen. Die angenehm ruhige Fassadengliederung des Hauptgebäudes sorgt für eine gute Einfügung in die Blockrandbebauung und einen modernen Akzent gegenüber dem Beueler Rathaus. [...]“

Clara und Robert, Düsseldorf
slapa oberholz pszczulny | sop GmbH & Co. KG, Düsseldorf

„Die beiden neuen Bürogebäude entgegen den ursprünglichen Festsetzungen des Bebauungsplans gegeneinander versetzt und in Ausrichtung der das Grundstück begrenzenden Straßen anzuordnen, wird von der Jury als städtebaulich konsequente Lösung beurteilt. [...] Positiv gesehen werden auch der Erhalt und die Integration des historischen Saarhauses als Eingangsbauwerk, das eine eindeutige Adressbildung des Gesamtkomplexes ermöglicht. [...]“

Neubau eines Büro- und Laborgebäudes mit Abfüllbetrieb, Düsseldorf
SOHOarchitekten, Düsseldorf

„Die Entwurfsverfasser entwickeln ein sehr überzeugendes, architektonisches und städtebaulich gut eingefügtes Projekt. In einem heterogen bebauten Gewerbestandort am Höherweg wurde ein markantes Büro- und Laborgebäude mit Abfüllbetrieb gestaltet, das in Proportion, Gliederung und Bespielung der Parzelle beispielgebend für den Standort werden kann.  [...]“

Revitalisierung der denkmalgeschützten Stadtvilla W24A, Hilden
Christof Gemeiner Architekten BDA, Hilden

„Die Jury hat besonders beeindruckt, dass hier ein schmerzhafter Leerstand direkt am Rande der Hildener Innenstadt beseitigt werden konnte. Dabei ist es dem Architekten gelungen, das Gebäude unter Herausarbeitung der historischen Bedeutung des ehemaligen Wohn- und Bürogebäudes eines Fabrikationsbetriebs denkmalgerecht zu revitalisieren. [...]“

decK1, LH612, DEINspeisesalon des Kontrastwerkes, Köln
raumwerk.architekten, Köln

„Die Projekte im Kontext eines neu entwickelten Gewerbehofs auf einer ehemals bahneigenen Fläche zeigen, wie ein Gewerbebestandsgebiet auf kreative Weise umgebaut und weitergebaut werden kann. Die Typologien der Bestandsgebäude werden durch Umbauten erst sichtbar gemacht. Auf dem Areal entsteht in einem sukzessiven Prozess eine Vielfalt neuer Arbeitsplätze. [...]“

Neugestaltung 1LIVE, Köln
WDR, HA Gebäudewirtschaft, Köln

„Die Rückkehr von Kreativarbeitsplätzen in die Innenstadt wurde durch die Umnutzung von Büroflächen in einer ehemaligen Lagerhalle zu Rundfunkstudios und Redaktionsräumen überzeugend ermöglicht. Durch den Rückbau von Trennwänden und die Freilegung der rohen Tragkonstruktion wurde in Verbindung mit dem kontrastierenden Einbau moderner Büroeinrichtungselemente eine inspirierende, dem „coolen“ Image des Senders 1LIVE entsprechende Arbeitsatmosphäre geschaffen. [...] Die Umnutzung einer innerstädtischen, ansonsten schwer nutzbaren ehemaligen Lagerimmobilie in einen modernen Arbeitsort der Medienwirtschaft stellt einen vorbildlichen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung dar. “

Technologie- und Bildungszentrum für Energieeffizienz und Barrierefreiheit, Köln
SSP SchürmannSpannel AG, Bochum

„Das TBZ ist mit seiner Lage an der Hugo-Eckener-Straße ein vorbildlich gestalteter Auftakt für das Gewerbegebiet Butzweiler Hof sowie das bestehende Ausbildungszentrum der Handwerkskammer zu Köln und trägt sehr zur Integration des Areals bei. [...] Im Hinblick auf die nachhaltige Stadtentwicklung und Gebäudenutzung steht das TBZ als positives Beispiel nicht nur für die ökonomischen und ökologischen Anforderungen, sondern auch für die über das Gebäude hinauswirkenden soziokulturellen Aspekte.“

K3 – CITYPASTORAL, Siegen
Keggenhoff | Partner, Arnsberg-Neheim

„[...] Das K3 CityPastoral Siegen bringt auf vorbildliche Weise neues Leben und neue Arbeit an einen Ort, aus dem sich der Einzelhandel zurückgezogen hat. Die Einrichtung soll die Pastoralarbeit näher an den Menschen und ihr städtisches Alltagsleben heranrücken. [...] Das K3 CityPastoral Siegen zeigt auf beispielhafte Weise, dass Arbeitsorte nicht nur durch innovative Neubauten entstehen können, sondern auch durch die innovative Nachnutzung von Bestandsimmobilien.“

Fotos und weitere Informationen finden Sie hier

Broschüre
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