"NRWlebt."

"NRW lebt." – Planen und Bauen im demografischen Wandel. Eine Aktionsplattform der Architektenkammer NRW

Die Deutschen werden weniger, älter und bunter – mit dieser griffigen Formel wird seit einigen Jahren der demografische Wandel beschrieben, der unsere Gesellschaft in den kommenden 20 bis 30 Jahren dramatisch verändern wird. Zugleich verzeichnet Nordrhein-Westfalen in seinen Regionen unterschiedliche Wanderungsprozesse und regional differierende Schrumpfungs- und Wachstumstendenzen. Durch die anhaltende Zuwanderung wird insbesondere in den Städten der Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund weiter zunehmen. All dies zeitigt gravierende Folgen für die Bevölkerungszusammensetzung in Stadt und Land.

Im Jahr 2015 wird der erste der sogenannten geburtenstarken Jahrgänge das 60. Lebensjahr vollenden. In den dann folgenden zehn Jahren wird die geburtenstärkste Generation der Nachkriegszeit ins Seniorenalter eintreten. Wenn die Geburtenzahlen gleichzeitig weiter niedrig bleiben, bedeutet dies, dass schon im Jahr 2050 der Anteil der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung auf ca. 16 Prozent geschrumpft sein wird.

Gleichzeitig bleibt der Zuzug in die Ballungsräume entlang der Rheinschiene ungebrochen. Prognosen zufolge leben im Jahr 2030 mehr als 78 Prozent aller Deutschen in Städten. Das sind fünf Prozent mehr als noch in den 1990er Jahren. In der Folge driften die Lebensstile der Menschen auseinander: Während sich in der Stadt das Leben solventer Städter auf engen und zunehmend umkämpften Wohnungsmärkten abspielt, ist im ländlichen Raum Bauland bezahlbar geblieben – um den Preis einer löchrigen Infrastruktur, die von Wenigen unterhalten werden muss.

Die Umkehr der Alterspyramide – eine Drohkulisse? Inwiefern wirken sich die oben beschriebenen Tendenzen konkret auf den Alltag der Menschen aus? Wo schlagen sie sich in planerischen und architektonischen Konzepten nieder? Was tun die Entscheider in Politik und Verwaltung, um die Gesellschaft zukunftsfähig zu machen? Und was können Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner dazu beitragen, um den gesellschaftlichen Wandel zu gestalten? – Diese und andere Fragen will die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen mit ihrer Aktionsplattform "NRW lebt." beantworten.

In sieben dezentralen Veranstaltungen, die zwischen 2014 und 2016 im ganzen Land stattfinden, werden Herausforderungen thematisiert, vor die der demografische Wandel die Akteure aus Politik und Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Planungsbranche stellt. Gleichzeitig soll es darum gehen, Chancen und Perspektiven für die Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu skizzieren.

Die Ausgangsthese: Alle Bevölkerungsgruppen in allen Landesteilen Nordrhein-Westfalens haben einen Anspruch auf angemessene Wohn-, Arbeits- und Freizeitangebote. Daher muss neben Fragen der Generationengerechtigkeit oder der Entwicklung der Altersversorgung auch diskutiert werden, wie unsere Infrastruktur oder unsere baulichen Rahmenbedingungen angepasst werden können, um die Wandlungsprozesse aufzufangen.

"NRW lebt." lädt zur Information und zum Austausch ein. Fachleute und Laien, externe Experten und die örtliche Bevölkerung sollen zu den sieben Themenkomplexen "Leben ohne Schranken", "Mobil Leben", "Grüner Leben", "Leben in neuer Heimat", "Anders Leben in der Stadt", "Besser Zusammenleben" und "Landleben" miteinander ins Gespräch kommen. In Diskussionen und Vorträgen, in Präsentationen, Bereisungen  und Ausstellungen werden Problemstellungen aufgespürt und "Best Practice"-Beispiele aus dem Bereich Planen und Bauen im demografischen Wandel präsentiert.

Der demografische Wandel bietet Chancen für eine zukunftweisende Stadtentwicklung – und für die Gewinnung von mehr Lebensqualität für die Gesellschaft von morgen.

Themen und Thesen aus drei Jahren "NRWlebt."

Die Aktionsplattform "NRWlebt." entwickelte sich während ihrer Laufzeit von 2014 bis 2017 als dynamischer Prozess, dessen Fokus im Verlauf der drei Jahre punktuell immer wieder nachjustiert wurde. Dabei wurden vielfältige Themen diskutiert, die mit dem demografischen Wandel aus Sicht der planenden Berufe verbunden sind: Wohnen und Stadtentwicklung, Barrierefreiheit und Partizipation, Mobilität und Infrastruktur, Wachstum und Rückbau, Freiflächen und Grünräume, Vernetzung und kollaboratives Handeln.

Die Erkenntnisse aus den ganz unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen, die im Rahmen von "NRWlebt." durchgeführt wurden, werden in einem Thesenpapier pointiert zusammengefasst. Gemeinsames Ziel aller Akteure soll es sein, daraus Handlungsempfehlungen, Anregungen und Thesen abzuleiten. 

Download

Thesenpapier "NRWlebt." (PDF) 

Berichte zu bisherigen "NRWlebt."-Veranstaltungen

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