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Die AKNW lud Architekturfreunde zur Austausch beim RUHR.2010-Projekt „Still-Leben A40“ einArchitektentreff auf dem Ruhrschnellweg
Christof Rose19.07.2010 | „Es ist wunderbar, auf der langen Route von 60 Kilometern einen Anlaufpunkt zu haben, wo man sich gleich zuhause fühlen kann.“ So wie Architektin Susanne Eisenhut ging es am 18. Juli vielen Kolleginnen und Kollegen, die auf der A40 zwischen Dortmund Märkische Straße und Duisburg Hafen unterwegs waren, um sich den Ruhrschnellweg zu Fuß, per Fahrrad oder mittels anderer nicht-motorisierter Fortbewegungsmittel zu erschließen. Das „Still-Leben A40“ war das größte, spektakulärste und sicherlich markanteste Großprojekt der europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010. Rund drei Millionen Besucher schätzten die Veranstalter am Ende des sonnigen Tages – eine gigantische Zahl, die angesichts des fröhlichen Gedränges auf beiden Spuren der A40 jedem, der es erlebt hat, plausibel erschien. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen war natürlich dabei und konnte an ihrem zentralen Standort an der Auffahrt Bochum-Zentrum mehrere hundert Architekten und Architekturfreunde begrüßen.
Markanter Auftritt der Architektenkammer NRW auf dem „Still-Leben A40“: Mit den großen Sonnenschirmen und dem Architekten-Logo zog die AKNW viele Interessierte an ihre 20 Tische - Fotos: Christof Rose
„Wir wollten hier einen zentralen Kommunikationspunkt für Architekturbegeisterte schaffen, und ich glaube, das ist wirklich gut gelungen“, freute sich Hartmut Miksch, der Präsident der Architektenkammer NRW, schon auf der Halbzeit der Aktion, die von 11.00 bis 17.00 Uhr lief. Der Düsseldorfer Architekt war mit vielen Mitgliedern des Vorstands der AKNW und aus den Gremien der Kammer an den 20 Tischen mit dem weithin sichtbaren Logo der nordrhein-westfälischen Architektenschaft vor Ort, um sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, Gespräche über die Architektur der Metropole Ruhr zu führen und das singuläre Event bei bestem Wetter einfach zu genießen.
Die Architektenkammer bot nicht nur einen willkommenen Zwischenstopp, um unter den AKNW-Sonnenschirmen zu verschnaufen, sondern hatte auch eine Reihe von Angeboten mitgebracht: eine Tastbox, in der es galt, Baumaterialien zu „erfühlen“, ein Architekturquartett im Großformat, mit dem Kartenhäuser gebaut werden konnten, Malblätter sowie Airbrush-Tattooing für Groß und Klein. Die Wuppertaler Architektin Susanne Eisenhut war nur eine von mehreren hundert Mitgliedern, die sich gerne das Kammer-„A“ als temporären Ausdruck der Zugehörigkeit zur Architektengemeinschaft auf den Körper sprühen ließen. – Sie wählte dafür den Oberschenkel, „bei diesem Wetter darf es ja mal eine etwas verrückte Stelle sein“, lachte Frau Eisenhut.
Viele Mitglieder des Kammer-Vorstands begrüßten Kolleginnen und Kollegen auf der A40, u. a. (Foto Mitte, v. l. Martin Müller mit Gattin, AKNW-Hauptgeschäftsführer Markus Lehrmann, Angelika und Hartmut Miksch sowie Ernst Herbstreit). Viele Kinder nutzten das Mal- und Spielangebot wie der junge Zeichner Nils Budde
Nils Budde war mit seinen Eltern auf dem Ruhrgebiets-Highway unterwegs und nutzte das Angebot der Architektenkammer zum Malen. Stolz präsentierte er den anwesenden Vorstandsmitgliedern der Kammer seine Vision für eine Baulückenschließung – und kassierte prompt nicht nur professionelles Lob für seine planerische Fantasie, sondern auch eine AKNW-Baseballcap und ein Malset.
Auf eine spätere Belohnung für ihr Mitspielen hofften auch viele Teilnehmer des Gewinnspiels, das die Architektenkammer ausgelobt hatte. Wer drei Fragen rund um Architektur und Architekten im Raum der Kulturhauptstadt auf einer Preisspielkarte beantworten konnte, nahm an einer Verlosung teil, die als Hauptpreis ein iPad ausgerufen hatte. Mehrere hundert Mitspieler zeigten, dass Nordrhein-Westfalen viele Bauwerke aufzuweisen hat, die für die Menschen im Revier Heimat und Baukultur ausdrücken; und dass man in NRW doch viele Architektinnen und Architekten kennt, die das Gesicht unseres Bundeslandes prägen und lebenswert gestalten.
Die AKNW hatte über das Deutsche Architektenblatt, via Internet und per Mail-Anschreiben zum Mitmachen an der RUHR.2010-Aktion eingeladen. Mehrere Tische der Kammer waren auch den Architektenverbänden angeboten worden, um den kollegialen Austausch an zentraler Stelle zu bündeln; eine Offerte, die viele der Verbände dankend angenommen hatten. So wurde die Auffahrt Bochum-Zentrum zu einer Anlaufstelle, die vor allem Kolleginnen und Kollegen, die mit dem Rad oder auf Inlinern unterwegs waren, gerne ansteuerten. Die enge Verbundenheit der Kammermitglieder zeigte sich unter anderem daran, dass Familiengruppen so viele gasbefüllte AKNW-Luftballons steigen ließen, dass der Vorrat der Kammer schon nach drei Stunden buchstäblich in die Luft gegangen war. Auch hier hoffen zahlreiche junge Mitspieler noch auf eine langzeitige Wirkung – unter den Rücksendungen der angehängten Spielkarte werden weitere Preise verlost. Zumindest mittelfristig plant auch Architektin Susanne Eisenhut. „Ich habe versprochen, dass mein Airbrush-Tattoo mit dem Architekten-,A' bis zum Sommerfest der Architektenkammer am 2. September zu sehen sein soll.“
Die Kammer wird weitere Aktionen mit nachhaltiger Wirkung zur Kulturhauptstadt RUHR.2010 durchführen, etwa als Partner der „Route der Wohnkultur“. Die Architektenkammer NRW möchte mit ihren Baukultur-Projekten erreichen, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich mit Architektur befassen, sich für ihre gebaute Umwelt begeistern. „Wir bringen Architektur auf die Straße“, fasste Präsident Hartmut Miksch in vielen Gesprächen die Kommunikationsstrategie der AKNW zusammen. „Heute ist das im wörtlichen Sinne gelungen!“
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