FAQs Energieberatung

Die Energieberatung ist ein spannendes Tätigkeitsfeld für Architektinnen und Architekten. Gleichzeitig stellt sie aufgrund der zahlreichen Qualifizierungsmöglichkeiten bzw. Förderprogramme auch für Fachleute eine komplexe Thematik dar. Hier haben wir die zentralen Fragen und Antworten zum Thema Energieberatung zusammengetragen. 

Themen

  1. Wie werde ich Energieberater?
  2. Wie kann ich an der Aktion "Start-Beratung Energie" teilnehmen?
  3. Wie unterscheidet sich "Start-Beratung Energie" von der "Vor-Ort-Beratung"?
  4. Darf ich als Architekt Energieausweise für Neubauten ausstellen?
  5. Darf ich als Architekt Energieausweise für bestehende Gebäude ausstellen?
  6. Wie steht die Kammer berufspolitisch zu Expertenlisten? 
  7. Die Eintragung in die von der Dena geführte Liste kostet Geld und führt zu laufenden Kosten. Über Netzwerkpartner erhalte ich eine Vergünstigung. Beabsichtigt die Kammer Netzwerkpartner zu werden?
  8. Welche Möglichkeiten bietet die AKNW, meine Kompetenzen als Fachmann für energetische Planungen und für Energieberatungen darzustellen?
  9. Gibt es eine bundesweite Plattform ausschließlich für Architekten und Ingenieure als Energieeffizienzexperten? 
  10. Wie werde ich Vor-Ort-Berater?
  11. Ich bin Vor-Ort-Berater. Muss ich mich auf der bundesweiten Expertenliste registrieren?
  12. In den Förderprogrammen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren fordert die KfW die Bestätigung eines Sachverständigen, wenn ein Bauherr Förderungen in Anspruch nehmen will. Bin ich als Architekt grundsätzlich Sachverständiger im Sinne der KfW-Förderbestimmungen?
  13. Wie werde ich Energieberater für Baudenkmale?

1. Wie werde ich Energieberater?

Die Tätigkeit als Energieberater ist gesetzlich nicht geschützt. Zumeist ist die Tätigkeit aber im Zusammenhang mit entsprechenden Förderprogrammen zu sehen. In der Regel ergeben sich aus dem jeweiligen Förderprogramm die entsprechenden Voraussetzungen.

2. Wie kann ich an der Aktion "Start-Beratung Energie" teilnehmen?

Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder der AKNW, die bauvorlageberechtigt oder staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz sind oder in Bundes- oder Landesprogrammen für den Gebäudebereich als Energieberater zugelassen sind. Zusätzlich erfolgt gegenüber der Kammer eine Erklärung, dass Erfahrung in der energetischen Analyse von Gebäuden vorliegt und die Beratungsleistung für 100 EUR inkl. MwSt. angeboten wird. Weitere Informationen finden Sie direkt im Info-Bereich zur "Start-Beratung Energie" auf dieser Internetseite.

3. Wie unterscheidet sich "Start-Beratung Energie" von der "Vor-Ort-Beratung"?

Die "Start-Beratung Energie" stellt eine Erstinformation des Eigentümers über die energetische Qualität seines Hauses dar. Das Gebäude wird analysiert, es werden Energiesparmaßnahmen vorgeschlagen und deren grobe Kosten und Wirtschaftlichkeit benannt. Es erfolgen Hinweise auf Förderprogramme. Grundlage sind die in den üblichen Energieberatungsprogrammen hinterlegten Gebäudetypologien. Es muss sich um Gebäude handeln, die überwiegend zum Wohnen genutzt werden. Die Gebäude müssen vor dem 1. Januar 1980 fertiggestellt worden sein. Die Förderung erfolgt durch das Land NRW, das Gebäude muss in NRW liegen. 

Der Mindestinhalt der ausführlicheren "Vor-Ort-Beratung" ist in Anlage 1 der "Richtlinie über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort" vom 29. Oktober 2014 geregelt. Eine Vor-Ort-Beratung besteht mindestens aus der ausführlichen Datenaufnahme vor Ort, der Anfertigung eines Beratungsberichts und einer anschließenden ausführlichen persönlichen Erläuterung. Es muss sich um Wohngebäude handeln,die überwiegend dem Wohnen dienen und zu denen bis zum 31. Januar 2002 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet worden ist. Das Gebäude muss im Bundesgebiet liegen. 

Weitere Informationen finden Sie direkt in den Info-Bereichen zu den Themen "Start-Beratung Energie" und "Vor-Ort-Beratung" auf dieser Internetseite.

4. Darf ich als Architekt Energieausweise für Neubauten ausstellen? 

Im Energieausweis für Neubauten werden die Ergebnisse des berechneten Energiebedarfs zusammengefasst. Im Genehmigungsverfahren für Neubauten werden vorrangig staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz tätig, denen die Bauordnung die Aufgabe zuweist, die Nachweise zum Wärmeschutz (und zum Schallschutz) aufzustellen oder zu prüfen. Damit ist es zulässig, dass ein Architekt, der nicht staatlich anerkannter Sachverständiger ist, den Nachweis erbringt und den Energieausweis ausstellt, wenn diese durch einen staatlich anerkannten Sachverständigen im Anschluss geprüft werden. 

Von der gesamten Regelung nimmt die BauO NRW Wohngebäude mittlerer und geringer Höhe mit bis zu 2 Wohnungen sowie weitere Gebäude aus. (Vgl. hierzu § 67 Abs. 4 BauO NRW und § 68 Abs. 3 BauO NRW) Hier genügt es, wenn die wärmeschutztechnischen Nachweise und der Energieausweis durch einen Architekten erbracht werden.

5. Darf ich als Architekt Energieausweise für bestehende Gebäude ausstellen? 

Grundsätzlich darf jeder Architekt einen Energieausweis für bestehende Gebäude ausstellen. (vgl. hierzu § 21 EnEV)

6. Wie steht die Kammer berufspolitisch zu Expertenlisten?

Die Bundesregierung hat für mehrere Förderprogramme gebührenpflichtige Expertenlisten eingeführt und mit deren Betreuung die Deutsche Energieagentur (Dena) beauftragt. Die Architekten- und Ingenieurkammern verhandeln mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums und der KfW über eine für den Berufsstand verträgliche Lösung, die das qualitätssichernde Prinzip der Kammermitgliedschaft berücksichtigt. Über den Stand der Gespräche wird ständig auf der Homepage in der Rubrik "News" und im DAB berichtet. Diese FAQ-Liste wird bei Neuerungen aktualisiert.

7. Die Eintragung in die von der Dena geführte Liste kostet Geld und führt zu laufenden Kosten. Über Netzwerkpartner erhalte ich eine Vergünstigung. Beabsichtigt die Kammer Netzwerkpartner zu werden?

Nach Einschätzung der Kammern rechtfertigen bereits heute die von der Dena angebotenen Leistungen nicht die geforderten Kosten von 178,50 EUR (150 EUR zzgl. MwSt.) für die Ersteintragung und 119 EUR (100 EUR zzgl. MwSt.) Jahresgebühr. Die Kammern sind darin bestrebt, dass sie selbst für die Anerkennung von Energieeffizienz-Experten im Rahmen der Förderprogramme zuständig bleiben. Der Umweg über Netzwerkpartnerschaften wäre damit hinfällig.

8. Welche Möglichkeiten bietet die AKNW, meine Kompetenzen als Experte für energetische Planungen und für Energieberatungen darzustellen?

Bauherren können auf der Homepage der AKNW sowohl nach Bafa-Beratern, Experten für KfW-Effizienzhäuser, Startberatern und nach staatlich anerkannten Sachverständigen gezielt suchen. 

Wenn Sie anerkannter Bafa-Berater oder Experte für die Förderprogramme des Bundes zur Energieeffizienz in Wohngebäuden sind, können Sie uns dies über ein Formblatt mitteilen. Wie Sie sich an der "Start-Beratung Energie" beteiligen können, finden Sie in den Informationen für Mitglieder im entsprechenden Info-Bereich auf dieser Homepage. Wollen Sie staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz werden, müssen Sie sich fortbilden und von der AKNW anerkennen lassen.

Die Aufnahme in die von der Architektenkammer NRW im Internet veröffentlichten Listen ist kostenfrei.

9. Gibt es eine bundesweite Plattform ausschließlich für Architekten und Ingenieure als Energieeffizienzexperten?

Expertenlisten sind derzeit in aller Munde, insbesondere die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), der KfW und von der Deutschen Energieagentur (Dena) beworbenen Verzeichnisse von Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes. Architekten- und Ingenieurkammern der Länder haben sich daher dazu entschlossen, die schon seit längerem in den Kammern geführten Listen von Energieeffizienz-Experten ab August 2012 auf der gemeinsamen Online-Plattform www.energieeffizienz-planer.de zu veröffentlichen. Dabei geht es um mehr als nur um Förderprogramme. Vielmehr wird das breite Spektrum der vorhandenen Fachkompetenz in der energetischen Planung im Neubau und Bestand präsentiert.

10. Wie werde ich Vor-Ort-Berater?

Das Verfahren ist in der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie herausgegebenen "Richtlinie über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort" vom 29. Oktober 2014 geregelt. Die Berater erklären gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in einem Onlineverfahren, dass sie die in der Richtlinie genannten Voraussetzungen erfüllen. Der Berater darf kein wirtschaftliches Eigeninteresse an bestimmten Investitionsentscheidungen des Beratenden haben. Architekten müssen im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit die für eine Energieberatung notwendigen speziellen Fachkenntnisse erworben haben. Zusätzlich wird der Besuch einer Fortbildungsmaßnahme verlangt. Die Akademie der AKNW bietet regelmäßig solche Fortbildungen an. Dabei wendet sie sich an staatlich anerkannte Sachverständige, die zugleich in der "Start-Beratung Energie" mitwirken.

11. Ich bin Vor-Ort-Berater. Muss ich mich auf der bundesweiten Expertenliste registrieren?

Nein. Seit dem 1. Juli 2012 hat das BAFA die eigene Darstellung von zugelassenen Vor-Ort-Beratern eingestellt und verweist auf eine bundesweite Expertenliste. Es besteht aber keine Verpflichtung, dort gelistet zu sein. Nach der aktuellen Förderrichtlinie zur Vor-Ort-Beratung link ist jeglicher Listeneintrag freiwillig. Er ist weder für die Förderantragsstellung noch für die Berechtigung als Berater erforderlich. Das BAFA bleibt auch weiterhin für die Feststellung der Antragsberechtigung zuständig.

12. In den Förderprogrammen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren fordert die KfW die Bestätigung eines Sachverständigen, wenn ein Bauherr Förderungen in Anspruch nehmen will. Bin ich als Architekt grundsätzlich Sachverständiger im Sinne der KfW-Förderbestimmungen?

Ab 1. Juni gelten bei der KfW neue Merkblätter und Anlagen in den Programmen „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ (151/152, 153, 167, 430). So ist die Erstellung der Online-Bestätigung zum Antrag nur noch für die in der Energieeffizienz-Expertenliste der Förderprogramme des Bundes eingetragenen Energieberater möglich. Über die berufspolitischen Aspekte dieser Neuerung und die Qualifizierungsangebote der Akademie der AKNW wurde im Deutschen Architektenblatt und auf der Homepage mehrfach berichtet.

13. Wie werde ich Energieberater für Baudenkmale?

Aktuell ist die Koordinierungsstelle "Energieberater für Baudenkmale" zuständig. Allerdings ist die Bezeichnung problematisch, da es sich nicht um allgemein zuständige Energieberater für Baudenkmale handelt sondern ausschließlich um Sachverständige für die KfW-Programme für "Energieeffizientes Bauen und Sanieren" für Baudenkmale und für sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz gemäß § 24 EnEV 2009. Einzelheiten finden Sie unter www.energieberater-denkmal.de.