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Kriminalprävention in Architektur und Stadtplanung

Das sichere Wohnumfeld

Das Sicherheitsgefühl der Bewohner ist ein wichtiger Faktor für die die Akzeptanz und Attraktivität einer Siedlung. In der öffentlichen Meinung wird die monotone Architektur einer hochgeschossigen Großwohnsiedlung  der 60er und 70er Jahre als eine Ursache für Unsicherheit angesehen. Auch wenn nicht jede Großsiedlung Nachteile aufweist, kommen dort vielfach negative Faktoren zusammen: eine hohe Anzahl der Wohnungen, die an einen Eingang angeschlossen sind und zur Desorientierung führen, Anonymität der Freiflächen, Zugänge, eventuell Angsträume durch schlecht beleuchtete Wegeführungen, fehlende Läden und Treffpunkte, multiethnische Mischung und Armut können die Grundlage für fehlende Sicherheit und Vandalismus bilden.

Nachkriegssiedlungen der 50er und 60er Jahre sowie Gartensiedlungen unterscheiden sich von den Großwohnsiedlungen durch ihre zumeist älteren Nutzer, die mit der Siedlung „in die Jahre gekommen sind“. Hier empfiehlt es sich, bei einer anstehenden Sanierung einen höheren technischen  Sicherheitsstandard einzurichten. Die großzügigen Freiflächen und Übergänge vom Gebäude ins Freie müssen den veränderten Anforderungen an Kommunikation und gegenseitiger Hilfe angepasst werden. Die Wohnumfeldanpassung ist so auch ein interdisziplinäres Arbeitsfeld. Die Landschaftsarchitektur bildet den qualitätsvollen Rahmen für eine dauerhafte Nutzung und Pflege durch die Bewohner für Naturwahrnehmung, Nutzgärten, Freizeitgestaltung und „Urlaub zu Hause“. Die Stadtplanung leistet unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung die Einbettung der Siedlung in ihr Quartier durch Verknüpfung interner und externer Wegebeziehungen, fußläufige barrierefreie Erschließung und Verbindung mit den Versorgungseinrichtungen.

Gründerzeitquartiere hingegen gewinnen durch ihre innerstädtische und gut infrastrukturell versorgte Lage wieder an Attraktivität und sind beliebt bei Familien mit Kindern sowie einer ökonomisch aufstrebenden Schicht. Problematisch kann sein: Bei Sanierungsstau ist die Abwanderung dieser Schichten zu befürchten, bei Luxussanierungen kann es zur Verdrängung der ursprünglichen Bewohnerschaft kommen. Eine gute Mischung der Bewohner lässt sich durch werterhaltende Maßnahmen der Gebäudesanierung und Rückbesinnung auf positive städtebauliche Ansätze der geschlossenen Innenhöfe und der städtebaulichen Nutzungsmischung in Erdgeschossen erzielen.

Planungsempfehlungen

Nachfolgend beschriebene Maßnahmen sind Bausteine, die jeweils in den beschriebenen  Siedlungstypen unterschiedlich gebündelt zum Einsatz kommen können:

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