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Büro insa4 in Wuppertal: Schnellstart dank Mehrwert

  • Foto: zwei Frauen und zwei Männer in einem Laubengang stehend

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    insa4 (v. l.): Isabella Blokisch, Arndt Rosenkaymer, Christian Paschen, Liane Schneider-Paschen - Foto: Jens Frantzen

Als die vier Gründungsmitglieder des Büros insa4 – ein Akronym aus Ingenieure, Sachverständige und Architekten und der Vier für die Personenzahl – im Jahr 2005 ihr Dachatelier in einer ausgebauten Wuppertaler Textilfabrik bezogen, dachten sie nicht im Traum daran, dass ihnen nach nur zwei Jahren die Räume zu klein werden könnten. Doch der Erfolg ihres Konzepts Architektur plus Brandschutz plus Wärme- und Schallschutz aus einer Hand kam schneller als erwartet. Zwei Stockwerke tiefer, auf doppelter Fläche und verstärkt durch freie Mitarbeiter, studentische Hilfskräfte und Praktikanten, müssten sie eigentlich längst insa14 heißen. - Ein Beitrag in unserer DAB-Reihe „Junge Architekten in NRW“.

Frau Blokisch, Herr Rosenkaymer, Frau Schneider-Paschen und Herr Paschen, Sie haben als junges Büro insa4 einen sehr respektablen Start hingelegt. Wie kam das?

Blokisch: Unser Konzept hat von Anfang an funktioniert. Wir verknüpfen verschiedene Expertisen, für die man sonst mehrere Dienstleister braucht. Bei uns bekommen die Kunden aus einer Hand Architektur, Brandschutz, Wärme- und Schallschutz und auch Energieberatung. Oft ist ja gerade die Zusammenarbeit zwischen Brandschutzingenieuren und Architekten nicht ganz einfach. Wir hingegen kennen  die Ansprüche des jeweils anderen genau. Und da bei uns im Büro stets ein großer Informationsaustausch herrscht, profitieren alle davon, auch die Kunden.

Paschen: Zusätzlich ist das ja auch ein wirtschaftlicher Vorteil. Wir können günstiger sein, weil wir nur eine Büro-Infrastruktur benötigen, aber vor allem weil wir keine Reibungsverluste haben. 

Wie sieht denn ein typisches insa4-Projekt aus, wo der Kunde besonders profitiert?

Rosenkaymer: Wir haben viele Kunden im kommunalen Bereich. Beispielsweise Schulen, die mit einem Brandschutzproblem zu uns kommen, im Laufe der Arbeiten aber noch weitere Wünsche entwickeln. An- und Umbauten, neue Verwendungszwecke für Räumlichkeiten, zum Beispiel neue Aufenthaltsräume und eine Küche für den Betrieb als offene Ganztagsschule. Da leisten wir dann oft auch noch Energieberatung, oder planen Schall- und Wärmeschutzmaßnahmen.

Schneider-Paschen: Noch interessanter wird es natürlich, wenn so eine Kommune direkt Aufträge gebündelt ausschreibt. Zum Beispiel nach dem Brand auf dem Düsseldorfer Flughafen gab es eine regelrechte Welle. So haben wir in einer Nachbarstadt im Paket gleich 21 Schulen und Kindergärten brandschutztechnisch saniert, ein Projekt, das uns immer noch beschäftigt. Das lohnt sich dann für alle Beteiligten.  

Sind die Synergieeffekte Ihr einziges Alleinstellungsmerkmal?

Paschen: Dazu kommt gerade beim Brandschutz neben der persönlichen Kompetenz, die sich bei uns ja fachlich sehr gut ergänzt, sicherlich auch ein Pluspunkt allein durch unsere Ausstattung. Wir haben einen High Performance-Computer mit 20 Prozessorkernen, der in kürzester Zeit auch komplexe Simulationen zur Rauchausbreitung durchrechnen kann. Das ist für unser Aufgabenspektrum ein wichtiges Instrument, das man auf dem Markt nicht häufig findet. 

Und bleibt bei der ganzen Technik die Gestaltung nicht auf der Strecke?

Blokisch: Nein, das ist ja gerade der Trick. Anderswo kommen externe Fachplaner und Architekten erst zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der Projektarbeit zusammen; dann muss man sich für die Anforderungen sensibilisieren, dann müssen Kompromisse gefunden oder sogar Änderungen gemacht werden. Bei uns ist das gleich im Paket mit drin, ohne das die Ästhetik der Architektur irgendwo auf dem Weg verloren geht. Und außerdem sind bei uns die Architekten immer noch in der Mehrheit.   


Zu den Personen:
Isabella Blokisch, Jahrgang 1971, studierte Architektur in Wuppertal. Ihre Mitstreiter lernte sie bei ihrer freien Mitarbeit in einem Architekturbüro kennen. Gemeinsam gründeten sie 2005 ihr Büro insa4.
Arndt Rosenkaymer ist im Jahr 1968 geboren und studierter Architekt mit Abschluss an der Uni Dortmund. Zusätzlich ist er staatlich anerkannter Schall- und Wärmeschutzsachverständiger, Energieberater und Energiepassaussteller der Deutschen Energieagentur.
Liane Schneider-Paschen, geboren 1975, studierte ebenfalls Architektur an der Uni Dortmund. Die Förderpreisträgerin der MC-Bauchemie 2005 verstärkt das insa4-Team auch als Brandschutzexpertin.
Christian Paschen, Jahrgang 1972, ist der einzige Bauingenieur bei insa4. Neben seinem Diplom an der Bergischen Universität Wuppertal hat er auch eine staatliche Anerkennung als Sachverständiger für die Prüfung des Brandschutzes vorzuweisen und ist in verschiedenen VDI-Richtlinien-Ausschüssen aktiv tätig.

Autor: Jens Frantzen