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AKNW-Vorstand: Befreiung von der DRV muss bleiben!

„Die Möglichkeit der Altersabsicherung über das Versorgungswerk ist ein fundamentales Element der berufsständischen Selbstverwaltung.“ Mit dieser Aussage führte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Ernst Uhing, in eines der zentralen Themen der jüngsten Vorstandssitzung ein. Anlass dazu bot das schon länger laufende Klageverfahren eines Kammermitglieds, dem die Deutsche Rentenversicherung die Befreiung von der DRV-Rentenversicherungspflicht verweigert mit der Begründung, als Energieberater entspräche seine Tätigkeit nicht dem „Querschnitt der Berufsaufgaben“. Eine solche Einschätzung hätte für viele angestellte Architektinnen und Architekten möglicherweise zur Folge, dass sie sich nicht mehr über das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW versichern können. „Der Fall hat exemplarischen Charakter, deshalb müssen wir uns hier im Sinne des Berufsstandes weiter mit Nachdruck engagieren“, war sich der Vorstand der Architektenkammer einig.

In seinem jüngst veröffentlichten Urteil hatte das Landessozialgericht eine Revision zum Bundessozialgericht nicht zugelassen. „AKNW und Versorgungswerk haben gleichermaßen ein vitales Interesse daran, dass diese Entscheidung vor dem höchsten Sozialgericht überprüft wird“, betonte Kammerpräsident Ernst Uhing. Der Vorstand beschloss einstimmig, dem betroffenen Kollegen bei der nun anstehenden „Nichtzulassungsbescherde“ zu unterstützen. „Das ist ein wichtiges Signal, insbesondere auch für unsere angestellten Kolleginnen und Kollegen“, unterstrich Vorstandsmitglied Claus Klein, Vorsitzender des AKNW-Ausschusses „Belange der Tätigkeitsarten“. 

Kampagne für „Junge Planer“ kommt

Auffallend, frech, überraschend: Mit einem Veranstaltungsangebot für junge Planerinnen und Planer möchte die AKNW künftig verstärkt Studierende der oberen Semester sowie Absolventinnen und Absolventen ansprechen, um sie über die Themen und die vielfältigen Angebote der Architektenkammer zu informieren. Den Vorschlag für die grafische Umsetzung der Kampagne, den die Essener Agentur „Lohnzich“ präsentierte, diskutierte der Vorstand eingehend. Mit breiter Zustimmung wurde beschlossen, die Kampagne im Herbst 2018 zu starten. 

Gespräche mit neuen Ministern

Themen platzieren, Vertrauen aufbauen, gemeinsame Aktivitäten vereinbaren - dieser Dreiklang bildet den Hintergrund für die Ministergespräche, welche die Architektenkammer NRW gegenwärtig mit den höchsten Repräsentanten der neuen nordrhein-westfälischen Landesregierung führt. „Mein Austausch mit Bauministerin Scharrenbach und Schulministerin Gebauer sowie mit Finanzminister Lienenkämper haben gezeigt, dass wir mit unseren Anliegen in den verschiedenen Ministerien auf eine große Bereitschaft zum Dialog, bei vielen Themen auch auf lebhaftes partnerschaftliches Interesse stoßen“, berichtete Kammerpräsident Ernst Uhing dem Vorstand. So herrsche mit Bauministerin Ina Scharrenbach Einigkeit darüber, dass die Landesbauordnung im Zuge der Überarbeitung der Novelle von unnötigen Auflagen befreit werden müsse, die das Bauen in NRW weiter verteuern könnten bzw. mögliche Investitionen in den Wohnungsbau verhindern (vgl. nebenstehenden Bericht). Auch der Dialog mit NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper sei sehr fruchtbar gewesen: Der frühere Bauminister habe sich weiterhin offen gezeigt für die Berücksichtigung baukultureller Werte in der Arbeit der Landesregierung. So wolle Lienenkämper etwa veranlassen, dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW künftig mehr wichtige Neubauprojekte des Landes über Planungswettbewerbe vergibt. 

3. Schulbaupreis NRW beschlossen

Erfreut zeigte sich der Vorstand, dass Präsident Uhing in seinem Gespräch mit der neuen Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer, die Fortführung des „Schulbaupreis NRW“ vereinbaren konnte. Das unterdessen dritte Auszeichnungsverfahren für vorbildliche und innovative Schulbauten bzw. -erneuerungen soll im Dezember 2017 offiziell ausgelobt werden. 

Kombi-Studiengänge abgelehnt

Mit einhelliger Ablehnung positionierte sich der Vorstand zu Überlegungen der Peter Behrens School of Arts (PBSA) in Düsseldorf, einen Masterstudiengang Innenarchitektur mit einer Ausbildung zum Tischlergesellen zu verbinden. Der Ansatz, die akademische Ausbildung dieser Fachrichtung mit einem Handwerksberuf zu verbinden, stieß auf vollkommenes Unverständnis. Martin Müller, Vorsitzender des Ausschusses Innenarchitekten, warnte im Vorstand vor einer „Entwertung unseres Berufes“. Auch dem Handwerk werde ein solcher Ansatz in keiner Weise gerecht.

Der Vorstand sah die Aufsplittung der akademischen Ausbildung der Architektenschaft in immer neue Varianten und Kombinationen grundsätzlich kritisch. Der Vorsitzende des Ausschusses Aus- und Fortbildung, Heinrich Pfeffer, beobachtete eine „absurde Jagd der Hochschulen nach immer neuen Alleinstellungsmerkmalen“. Dies gehe zu Lasten der Studentinnen und Studenten. 

Stahlbaukongress 2018 beschlossen

Breite Zustimmung zu einer äußerst erfolgreichen Kooperationsveranstaltung: Der Vorstand beschloss, auch im Jahr 2018 wieder den internationalen Fachkongress „Neues Bauen mit Stahl“ im Rahmen der „Baufachtage West“ (früher DEUBAUKOM) gemeinsam mit der Wirtschaftsvereinigung Stahl und dem Industrieverband Feuerverzinken durchzuführen. Termin: 10.01.18.

Autor: Christof Rose