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Aufruf zu "Dichte und Urbanität"

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    Präsentierten die 20 Thesen zur Stadtentwicklung im Haus der Architekten (v. l.): Klaus Brüggenolte (AKNW-Vizepräsident), Ulla Lenze (Autorin), Dr. Ursula Kleefisch-Jobst (Direktorin M:AI), Prof. Rolf-Egon Westerheide (AKNW-Vorstandsmitglied) und Markus Lehrmann (HGF AKNW) (Fotos: Christof Rose)

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    Prof. Rolf Egon Wetserheide (Vorstand AKNW) stellte im Haus der Architekten den Aurfu "Stadt wollen!" vor.

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    Die Autorin Ulla Lenze las dazu Passagen aus ihrem Roman "Die endlose Stadt".

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    "Stadt wollen! - Aufruf zu Dichte und Urbanität": Die AKNW präsentiert ihre Thesen im Haus der Architekten auf einem großen Ausstellungselement, das auf 20 Drehtafeln die Kernaussagen markant zusammenfasst - Fotos: Nicole Ehnes

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"Die Entwicklungsgeschichte der europäischen Stadt gleicht einem Ei", zitierte Prof. Rolf-Egon Westerheide, Vorstandsmitglied der AKNW, den britischen Architekturvisionär Cedric Price. "Im Altertum hartgekocht, umgeben von einer festen Schale. In der Neuzeit ein Spiegelei, mit festem Kern und diffus auslaufenden Vorstädten. Und heute wie ein Rührei, ein polyzentrisches Gebilde mit grünen Einsprengseln". Mit diesem Bild begrüßte Prof. Westerheide rund 70 Mitglieder und Gäste am 20. September im Haus der Architekten zur Vorstellung des Papiers "Stadt wollen! - Aufruf zu Dichte und Urbanität".

In 20 Thesen formuliert die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen darin Erkenntnisse, Annahmen und Leitlinien zur weiteren Entwicklung unserer Städte - insbesondere mit Blick auf die notwendigen Ergänzungen im Bereich des Wohnungsbaus. Aber auch die Frage nach den Eigentumsverhältnissen, nach der Gestaltung öffentlicher Plätze und Freiräume und nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen wird in den Thesen der AKNW aufgeworfen. "Wir verkünden mit dem Aufruf 'Stadt wollen' keine Gesetze oder Wahrheiten, sondern wollen Diskussionsimpulse geben für einen lebendigen Diskurs über aktuelle Stadtentwicklungsprozesse", betonte Klaus Brüggenolte, Vizepräsident der Architektenkammer NRW, in seiner Einführung.

Die Architektenkammer präsentiert ihre Thesen im Haus der Architekten auf einem großen Ausstellungselement, das auf 20 Drehtafeln die Kernaussagen von "Stadt wollen! - Aufruf zu Dichte und Urbanität" markant zusammenfasst. Ausgeführt werden die Gedanken zur Zukunft der Stadt in einem Booklet, das im Haus der Architekten in Düsseldorf ausliegt und das bis Ende Oktober 2016 auch in Köln zu erhalten war: Die AKNW hatte die Veröffentlichung von "Stadt wollen!" bewusst als Beitrag zur Ausstellung "Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar." des Museums für Architektur und Ingenieurkunst (M: AI NRW) platziert. "Wir sind für diesen Beitrag sehr dankbar", erklärte Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, Kuratorin der Ausstellung und Direktorin des M:AI NRW, anlässlich der Vernissage im Haus der Architekten. "Die Architektenkammer bezieht mit ihrem Aufruf klar Position und trägt mit ihrer profunden Analyse dazu bei, die aktuellen Stadtentwicklungsprozesse zu einem breiten öffentlichen Thema zu machen." Das sei auch Ziel der Ausstellung "Alle wollen wohnen", die seit ihrer Eröffnung am 13. September bereits viele tausend Besucher auf das Clouth-Gelände nach Köln geführt habe. "Bezahlbares Wohnen ist ein großes gesellschaftliches Thema geworden", so Dr. Kleefisch-Jobst. Es sei deshalb wichtig, mit der Ausstellung zum geförderten Wohnungsbau an die Grundlagen dieser wichtigen sozialpolitischen Errungenschaft zu erinnern und beispielhaft Wege in die Zukunft aufzuzeigen.

Eine wichtige Fragestellung ist in diesem Zusammenhang das Verhältnis von Dichte und Urbanität. Wenn aktuell wieder verstärkt Wohnungen in städtischen Kontexten gebaut werden, müsse sorgfältig abgewogen werden, wo und wie viele Menschen künftig wie eng zusammenleben sollen. "Dichte allein reicht nicht aus, um Urbanität zu erzeugen - das zeigen Fehlentwicklungen der 1960er und -70er Jahre", stellte Stadtplaner Prof. Rolf-Egon Westerheide heraus. Fragen, die von der AKNW in "Stadt wollen!“ gestellt werden, beträfen auch künftige Entwicklungen: Wie schaffen wir Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung? Gibt es eine urbane Zukunft mit deutlich weniger Kraftfahrzeugen? Können wir kleiner und bescheidener wohnen? "Die europäische Stadt hat sich immer gewandelt", resümierte Westerheide.

Einen Vergleich zu anderen Metropolen zog zum Abschluss der Vernissage am 20.09.16 im Haus der Architekten die in Berlin lebende Autorin Ulla Lenze. Sie las Passagen aus ihrem Roman "Die endlose Stadt", in der die Protagonistin sich durch Mumbai und Istanbul bewegt und dabei gefühlt auch Zeitebenen durchwandert: "Die Architektur war ein Gespräch, das seit Jahrhunderten anhielt." - Ein poetischer Abschluss zu einem anregenden Abend, und ein lebendiger Auftakt zu weiteren Diskussionen rund um den "Aufruf zu Dichte und Urbanität".

Download

Das Booklet "Stadt wollen! - Aufruf zu Urbanität und Dichte" finden Sie hier.

Autor: Christof Rose