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Blick in die Zukunft tendenziell optimistisch

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    Im November 2012 fand zum nun 23. Mal die halbjährliche Befragung der freischaffenden Mitglieder der Architektenkammer NW zur wirtschaftlichen Situation ihrer Büros statt. Insgesamt 367 Kammermitglieder nahmen an der Umfrage teil.

In der Mehrzahl der nordrhein-westfälischen Architekturbüros haben sich die Umsätze im Zeitraum zwischen Mai und November 2012 nicht verändert. Dies ist der höchste Anteil an Büros mit stabilen Umsätzen (56 %) seit Beginn der Befragungsreihe im November 2001. Gleichzeitig fällt der Anteil der Büros mit rückläufigen Umsätzen mit 17 % niedriger aus als zu (fast) allen vorhergehenden Befragungszeitpunkten. Zum Jahreswechsel 2012/13 zeigte sich die Lage der Büros in NRW also insgesamt stabil, waren die Aussichten verhalten optimistisch.

Unverändert ist die Auftragslage in 44 % der Büros. Damit erreicht der Anteil der Büros mit stabilem Auftragsbestand in 2012 seinen Höchststand seit Beginn des Stimmungsbarometers im Herbst 2001. Ein Drittel der befragten freischaffenden Kammermitglieder (34 %) geben an, die Auftragssituation ihres Büros habe sich zwischen Mai und November 2012 verbessert. Dieser Anteil fällt allerdings niedriger aus als in den Jahren 2006 bis 2011. In rund einem Fünftel der Büros hat sich die Auftragssituation verschlechtert. Im Zeitvergleich ist dieser Anteil als eher niedrig zu bewerten, da der Wert in Krisenzeiten auch schon Werte über 40 % erreichte.

Gemischte Erwartungen ans Jahr 2013

Gut ein Viertel der Büros in NRW blickt optimistisch ins Jahr 2013: 26 % der Befragten erwarten bis Mai 2013 eine positive Entwicklung der Auftragslage. Mit einer Verschlechterung der Auftragssituation rechnen demgegenüber 22 % der freischaffenden Kammermitglieder. Eine knappe Mehrheit von 52 % geht von einem unveränderten Auftragsbestand bis Mai des Jahres aus.

Innenarchitekten: Bürogröße und Beschäftigtenstruktur

44 % der befragten Innenarchitektinnen und Innenarchitekten sind Einzelunternehmerinnen und -unternehmer. Aus maximal zwei oder drei Personen setzen sich 30 % der Büros für Innenarchitektur zusammen. Nur in rund einem Viertel der Innenarchitekturbüros sind mehr als drei Personen (inkl. Inhaber) beschäftigt. Mehr als drei Viertel der Beschäftigten in Büros für Innenarchitektur sind Frauen (76 %). Differenziert nach Bürogröße zeigt sich: Die Ein-Personen-Büros befinden sich zu 83 % in weiblicher Hand. In Büros mit mehr als einer tätigen Person fällt der Frauenanteil mit 71 % deutlich niedriger aus. Bei einem Drittel der in den befragten Büros für Innenarchitektur beschäftigten Personen handelt es sich um Teilzeittätige. 8 % der Einzelunternehmerinnen und -unternehmer betreiben ihr Büro in Teilzeit. In Büros mit mehr als einer tätigen Person liegt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten bei 52 %.

Landschaftsarchitekten: Umwidmung von Infrastruktureinrichtungen

59 % der Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten sehen in der Umwidmung von Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Eisenbahnlinien oder Klärwerken ein Aufgabenfeld für Landschaftsarchitekten. Praktische Erfahrung auf dem Gebiet der Umwidmung von Infrastruktureinrichtungen haben bislang 29 % der Befragten gemacht. Nahezu die Hälfte der Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten (47 %) ist der Ansicht, durch die Auslobung von Wettbewerben für die Umwidmung von Infrastruktureinrichtungen könne ein größerer Nutzwert und eine höhere Attraktivität derartiger Projekte erreicht werden. 20 % teilen diese Auffassung nicht. Ein Drittel der Befragten nimmt keine Einschätzung vor.

Stadtplaner: Bürgerbeteiligung notwendig

Nahezu die Hälfte der befragten Stadtplanerinnen und Stadtplaner (46 %) sieht angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel die Notwendigkeit, neue Formen der Bürgermitwirkung in Planungsprozessen zu schaffen. Auch mit Blick auf die demografische Veränderung unserer Gesellschaft sind neue Formen der Bürgerbeteiligung aus Sicht von 64 % der Befragten erforderlich.
Grenzen der Bürgerbeteiligung in Planungsprozessen werden von einem guten Drittel der befragten Stadtplanerinnen und Stadtplaner gesehen. Schwierig sei vor allem die Kommunikation zwischen Bürgern (Laien) und Fachplanern (Experten).

Autorin: Nicole Reiß

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