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Selbstbestimmt wohnen - Kreative Lösungen entwickeln

Menschen mit einer komplexen Behinderung sollen künftig in NRW einfacher eine Wohnung finden können, in der sie so weit wie möglich selbstbestimmt leben können und die ihnen einen guten Anschluss für soziale Kontakte und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bietet. Dies ist das Ziel des von der Stiftung Wohlfahrtspflege finanzierten neuen Projekts von Bethel und Lebenshilfe NRW. Die AKNW ist Kooperationspartner.

„Architektur und Städtebau sind immer für den Menschen“, erläutert Dr. Christian Schramm, Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in der konstituierenden Sitzung des Lenkungsgremiums am 2. Juli 2017. „Die barrierefreie Gestaltung von Häusern und Quartieren, in den Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam wohnen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe für Architekten und unsere Bauherren. Gerne bringt die Architektenschaft ihr Know-how in das Forschungsprojekt ein.“

Unter dem Titel “wohnen.selbstbestimmt“ wollen Bethel und Lebenshilfe mit der Architektenkammer gemeinsam mit möglichst allen relevanten Akteurinnen und Akteuren – u. a. aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Behindertenhilfe, Sozialkassen, Kommunen, Ministerien und Kreditwirtschaft sowie aus dem Kreis der unmittelbar Betroffenen selbst - die erforderlichen Grundlagen schaffen. Der Prozess ist zunächst auf 18 Monate Jahre angelegt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie am Universitätsklinikum Köln.

Derzeit leben viele Menschen mit einer Behinderung nur deshalb in einer Behinderteneinrichtung, weil sie keinen geeigneten anderen Wohnraum finden bzw. in einer eigenen Wohnung nicht die notwendige Unterstützleistung erhalten können. Ihr Wunsch nach einer selbstbestimmteren Lebensmöglichkeit und mehr Unabhängigkeit wird ab 2020 durch das neue Bundesteilhabegesetz unterstützt, weil ab dann die Unterstützungsleistungen für Wohnen und Betreuen auch getrennt voneinander bewilligt werden können. Dies erleichtert die Umsetzung neuer Wohn- und Betreuungsformen. „Wir haben lange stationäre Einrichtungen gefördert“ sagte Günter Garbrecht, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Wohlfartspflege, „das ist so nicht mehr zeitgemäß! Wir möchten mit der Projektförderung Lösungen ermöglichen, die ganz nah bei den Wünschen der Menschen sind.“

Auf Basis der Ergebnisse des Projekts „wohnen.selbstbestimmt“ sollen auch Empfehlungen für eine praxisorientierte Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes in das Landesrecht formuliert werden.

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Autor: PM/Li