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Stimmungsbarometer: Schöne Aussichten

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Zum 25. Mal wurde im November 2013 die halbjährlich stattfindende Befragung der freischaffenden Mitglieder der AKNW zur wirtschaftlichen Situation ihrer Büros durchgeführt. Insgesamt 428 Kammermitglieder beteiligten sich an der Umfrage. Die gute Nachricht lautet: Die allgemeine Geschäftslage wird von den meisten Mitgliedern weiterhin als gut eingeschätzt.

Gut die Hälfte der im Rahmen der Befragung erfassten Büros steht wirtschaftlich gut da (53 %). Negativ sehen 17 % der Befragten die wirtschaftliche Situation ihres Büros. In 30 % der Büros ist die Lage weder besonders gut noch besonders schlecht. Wie schon im Frühjahr zeigen sich auch im Herbst 2013 deutliche Unterschiede nach Fachrichtungszugehörigkeit: Die Büros der Architekten und Landschaftsarchitekten sind mehrheitlich wirtschaftlich gut aufgestellt (58 % bzw. 51 %). Die Vergleichsanteile für die Stadtplaner und Innenarchitekten fallen mit 43 % bzw. 39 % deutlicher niedriger aus. In größeren wirtschaftlichen Problemen befinden sich vor allem Büros von Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten. Jeder dritte Innenarchitekt und jeder fünfte Landschaftsarchitekt beschreibt die Situation des eigenen Büros als (sehr) schlecht. Bei den Architekten und Stadtplanern ist es demgegenüber nur etwa jeder Zehnte.

Positive Umsatzentwicklung

In 28 % der Büros sind die Umsätze zwischen Mai und November gestiegen. Damit steigt dieser Anteil erstmals seit November 2011 leicht an, bleibt aber deutlich unter dem damaligen Anteilswert von 35 %. In gut der Hälfte aller Büros blieben die Umsätze stabil. Rückläufig haben sich die Umsätze zwischen Mai und November 2013 in jedem fünften Büro entwickelt. Überdurchschnittlich häufig handelt es sich hierbei um Innenarchitekten (30 %).

Erwartung einer stabilen Auftragslage

Gut die Hälfte der Befragten geht für die nahe Zukunft von einem stabilen Auftragsbestand aus (53 %). Etwa jeder vierte Befragte (24 %) rechnet zwischen November 2013 und Mai 2014 mit einer positiven Entwicklung der eigenen Auftragslage. Nahezu ebenso hoch fällt mit 23 % der Anteil derer aus, die eine rückläufige Auftragsentwicklung erwarten. Die Innenarchitekten, die sich im Vergleich zu den anderen Fachrichtungen am häufigsten in einer unsicheren wirtschaftlichen Situation befinden, setzen besonders große Hoffnung in die nahe Zukunft: Jeder Dritte erwartet hier eine Verbesserung der Auftragslage. Die Vergleichsanteile für die übrigen Fachrichtungen liegen zwischen 19 % und 23 %.

Innenarchitekten: Blick über die Landesgrenzen

Die fachrichtungsspezifischen Fragen für die Innenarchitekten beschäftigen sich mit dem Thema „Internationalisierung“. 8 % der Innenarchitekten geben an, in der Vergangenheit bereits Projekte außerhalb Europas bearbeitet zu haben. 60 % dieser Befragten planen eine Fortsetzung ihrer Tätigkeit im außereuropäischen Raum. Der mit 92 % deutlich überwiegende Teil der Innenarchitektinnen und Innenarchitekten hat bislang noch keine Projekte außerhalb Europas bearbeitet und strebt dies auch nicht an. Die UIA (Union Internationale des Architectes), ein Zusammenschluss von Architektenkammern und -verbänden aus 124 Ländern, ist mit 6 % nur einer Minderheit der Innenarchitekten bekannt. Von diesen 6 % gibt die Hälfte an, inhaltliche Schwerpunkte und Projekte der UIA benennen zu können.

Landschaftsarchitekten: Ausschreibungen außerhalb der VOF

Nahezu jeder fünfte Berufsträger der Fachrichtung „Landschaftsarchitektur“ hatte schon einmal Schwierigkeiten mit Ausschreibungen, die nicht der VOF unterliegen (18 %). Hauptkritikpunkte der betroffenen Befragten sind, dass im Fall einer Nichtberücksichtigung keine Begründung dieser Entscheidung erfolgte, der Auftragsumfang in der Ausschreibung nicht hinreichend definiert wurde und die Aufgabenstellung nicht eindeutig und präzise formuliert war. Dieses Ergebnis ist nahezu deckungsgleich mit dem Ergebnis der Herbst-Befragung 2008, in der diese Frage schon einmal gestellt wurde. Die Situation scheint sich in den vergangenen fünf Jahren nicht wesentlich verändert zu haben.

Stadtplaner: Bekanntheit der neu definierten Leistungsbilder

Gut die Hälfte der Stadtplanerinnen und Stadtplaner (52 %) hat sich bereits im Detail mit den im Rahmen der HOAI 2013 neu definierten Leistungsbildern für stadtplanerische Leistungen vertraut gemacht. 38 % sind die neu definierten Leistungsbilder zwar bekannt, sie sehen jedoch weiteren Informationsbedarf. Ein Zehntel der Befragten hat sich noch nicht mit den neuen Regelungen befasst. Sind die neuen Leistungsbilder bekannt, werden sie im Hinblick auf die eigene berufliche Tätigkeit mehrheitlich positiv bewertet (63 %). 16 % sind mit den Neuregelungen nicht zufrieden. 21 % der Befragten trauen sich (noch) kein Urteil zu. Eine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des eigenen Büros erwartet ein Drittel der Stadtplanerinnen und Stadtplaner in Folge der neu definierten Leistungsbilder. Die Mehrheit (56 %) rechnet nicht mit einer derartigen Wirkung. 11 % geben in dieser Frage kein Votum ab. 

Autor: Nicole Reiß