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Stimmungsbarometer: Wirtschaftliche Lage stabilisiert sich

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    Umsatzentwicklung in den letzten sechs Monaten

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    Auftragsentwicklung in den letzten sechs Monaten

Im Mai 2011 wurde zum 20. Mal die halbjährliche Befragung der freischaffenden Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zur wirtschaftlichen Situation ihrer Büros durchgeführt. Insgesamt 737 Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner beteiligten sich an der Umfrage. Hauptbotschaft: die wirtschaftliche Lage hat sich stabilisiert, die Kammermitglieder in NRW zeigen sich verhalten optimistisch.

Ein Drittel der befragten Kammermitglieder gibt an, der Umsatz ihres Büros sei im letzten halben Jahr gestiegen. In 51 % der erfassten Büros haben sich die Umsätze zwischen November 2010 und Mai 2011 nicht verändert. Rückläufig entwickelten sich die Umsätze lediglich in 16 % der Büros.

In allen vier Fachrichtungen sind die Umsätze in etwa einem Drittel der Büros gestiegen. Von den befragten Architekten, Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten gibt jeweils rund die Hälfte an, der Umsatz sei im letzten halben Jahr stabil geblieben. Bei den Stadtplanern fällt dieser Anteil mit 41 % geringer aus. Diesem Ergebnis entsprechend liegt der Anteil der Stadtplanerbüros mit verschlechterter Umsatzsituation mit 24 % deutlich über den Vergleichsanteilen in den Fachrichtungen Landschaftsarchitektur (14 %), Architektur (15 %) und Innenarchitektur (17 %).

Die Ergebnisse für die Architekten und die Stadtplaner entsprechen in etwa dem Bild aus dem Herbst des vergangenen Jahres. Für die Gruppe der Innenarchitekten hat sich die Situation verbessert: Der Anteil der Büros mit steigenden Umsätzen ist um sechs Prozentpunkte gewachsen. Positiv ist auch die Entwicklung bei den Landschaftsarchitekten zu bewerten: Hier hatten deutlich weniger Büros mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen (-8 Prozentpunkte).

Stabilisierung der Auftragslage

Differenziert nach Fachrichtung zeigt sich, dass der Anteil der Büros mit verbesserter Auftragslage bei den Architekten (42 %), Stadtplanern (41 %) und Landschaftsarchitekten (39 %) höher ausfällt als bei den Innenarchitekten (36 %).  Mehrheitlich (54 %) erwarten die befragten Kammermitglieder für die kommenden sechs Monate eine stabile Auftragslage. 28 % rechnen mit einer Verbesserung der Auftragssituation ihres Büros, nur 18 % gehen von einer negativen Entwicklung aus. Die befragten Innenarchitekten blicken seltener optimistisch in die Zukunft (22 %) als ihre Kollegen der Fachrichtungen Landschaftsarchitektur (26 %) bzw. Architektur und Stadtplanung (jeweils 29 %). Sie erwarten, ebenso wie die Architekten, deutlicher häufiger eine Verschlechterung der Auftragslage (22 % / 19 %) als die Stadtplaner (12 %) und Landschaftsarchitekten (11 %).

Innenarchitekten: Tätigkeit für ausländische Auftraggeber

16 % der befragten Innenarchitekten haben in den vergangenen drei Jahren für ausländische Auftraggeber gearbeitet. 80 % dieser Befragten waren ausschließlich für europäische Auftraggeber tätig. Die verbleibenden 20 % haben sowohl mit europäischen als auch mit außereuropäischen Auftraggebern kooperiert.

Landschaftsarchitekten: Regenerative Energien

3 % der befragten Landschaftsarchitekten geben an, sich im Rahmen ihrer Tätigkeit häufig mit Fragen der Gewinnung regenerativer Energien zu befassen. 11 % beschäftigen sich gelegentlich, 15 % selten mit Fragen dieser Art. Die Mehrheit (71 %) gibt an, die Gewinnung regenerativer Energien sei nicht Bestandteil ihrer beruflichen Tätigkeit. Werden Leistungen auf diesem Feld erbracht, handelt es sich vor allem um die Erstellung landschaftspflegerischer Begleitpläne. Allgemein schreiben 20 % der befragen Landschaftsarchitekten dem Tätigkeitsfeld „Gewinnung regenerativer Energien“ eine wachsende Bedeutung zu.

Stadtplaner: Gesellschaftliche und soziale Herausforderungen an die Stadtplanung

59 % der Stadtplaner geben an, durch die aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen an die Stadtplanung (Klimawandel, Energiesparmaßnahmen, Mobilitätsverhalten und demografischer Wandel) änderten sich auch die Inhalte der Auftragsvergabe an ihr Büro. Nachgefragt würden vor allem Konzepte nachhaltiger Stadtentwicklung oder zum Klimaschutz.

Autor: Nicole Reiß