Haus der Architekten
OPEN HOUSE
Herzlich willkommen im „Haus der Architekten“!
Liebe Gäste im „Haus der Architekten“,
liebe Kolleginnen und Kollegen“!
„Drei Dinge sind an einem Gebäude zu beachten: dass es am rechten Fleck stehe, dass es wohlgegründet, dass es vollkommen ausgeführt sei.“
Johann Wolfgang von Goethe, der offensichtlich seinen Vitruv gelesen hatte, stellt die Parameter auf, an denen sich unser „Haus der Architekten“ messen lassen muss. Ich bin sicher, das „Haus der Architekten“ erfüllt die gestellten Anforderungen voll und ganz.
Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen bezieht ihr neues Domizil im Düsseldorfer Medienhafen. Wer den früheren Verwaltungssitz der Kammer in der Inselstraße 27 am Düsseldorfer Hofgarten kennt, der weiß, dass dies mehr als ein Umzug ist: Es ist eine deutliche Zäsur in der noch jungen Geschichte der Architektenkammer!
Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat vielfältige Aufgaben, die ihr der Gesetzgeber nach dem Grundsatz der Subsidiarität übertragen hat: Im Sinne eines aktiven Verbraucherschutzes achtet die Architektenkammer darauf, dass nur qualifizierte Fachleute den Titel „Architekt“ oder „Architektin“ bzw. „Innenarchitekt“, „Landschaftsarchitekt“ oder „Stadtplaner“ führen. Die Kammer versteht sich als Motor und Promoter der Baukultur in Nordrhein-Westfalen. Sie ernennt und vereidigt Sachverständige für verschiedene Bereiche des Planens und Bauens. Sie stellt die Fortbildung ihrer Mitglieder sicher. Sie berät das Parlament unseres Landes und die Landesregierung. Und sie ist Ansprechpartner für alle, die sich in NRW für Architektur, Wohnen, Freiraum- und Stadtplanung interessieren. All dies sind öffentliche Aufgaben, die wir gerne übernehmen und die wir an eine breite Öffentlichkeit kommunizieren wollen.
Die Zahl der Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ist in den drei Jahrzehnten seit Gründung der Kammer 1969 ständig gewachsen. Heute sind 29.000 Männer und Frauen als Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner in NRW tätig – fast ein Viertel aller deutschen Fachleute in diesem Bereich.
Die starke Entwicklung der Architektenkammer hatte zur Folge, dass die wenige Jahre nach Gründung der Kammer bezogenen Räumlichkeiten seit langem für die Geschäftsstelle zu eng geworden waren. Vor allem hatten wir unter einem Nachteil zu leiden: Wir verfügten in der Inselstraße und den zusätzlich angemieteten Räumen in der Nachbarschaft nicht über Räumlichkeiten, die öffentliche Veranstaltungen ermöglicht hätten.
Das neue „Haus der Architekten“ ist damit ein großer Schritt nach vorn für die Architektenkammer - vor allem ist es ein großer Schritt nach draußen. Das „Haus der Architekten“ ist ein „open house“, ein Gebäude, dass jederzeit für alle Architektur-Interessierten wie für die Mitglieder offen steht. Wir verfügen hier nicht nur über zwei Seminarräume, in denen künftig die meisten Fortbildungsveranstaltungen der Architektenkammer durchgeführt werden; wir haben auch ein großes Foyer, in dem eine Vielfalt kultureller Aktivitäten stattfinden wird: Ausstellungen, Diskussionen, Empfänge, Events aller Art. Das „Haus der Architekten“ wird aktiv bespielt, es wird regelmäßig den Rahmen für Veranstaltungen liefern, die für Gesprächsstoff in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus sorgen werden!
Der Umzug ins „Haus der Architekten“ ist für uns durchaus ein symbolischer Akt. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen verleiht damit ihrem selbstgesteckten Anspruch Ausdruck, Dienstleister und Kommunikator für die Mitglieder und für das Land zu sein. Wir tauschen eine Jugendstilvilla gegen ein modernes Bürogebäude, die ruhige Lage am Düsseldorfer Hofgarten gegen die vitale Atmosphäre im Medienhafen, einen Verwaltungssitz gegen ein offenes Kommunikationszentrum!
Architektur und Baukultur leben vom Gespräch, von der Diskussion und von einer lebendigen Streitkultur. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen bringt ihr neues Haus als Veranstaltungsort, aber auch als Fixpunkt in die Landesinitiative „StadtBauKultur NRW“ ein. Wir sind stolz darauf, neben vielen Einzelprojekten damit einen wichtigen, dauerhaften Beitrag zur Baukultur in Nordrhein-Westfalen leisten zu können.
Die Forderung Goethes nach dem „rechten Ort“ haben wir zweifellos erfüllt: Das „Haus der Architekten“ steht in zentraler städtischer Lage in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens; an einem Ort, dessen städtische Bedeutung schon heute elementar ist und die weiterhin wachsen wird. Der Standort „Medienhafen“ ist mehr als eine Marketing-Argument der Düsseldorfer Wirtschaftsförderung. Hier haben Medienunternehmen, Kommunikationsdienstleister, Architekturbüros, Werbeagenturen und Kunstschaffende einen vitalen Platz gefunden, der für Gedankenaustausch und Kommunikation ein ideales Umfeld bietet.
Der Medienhafen liegt auch in unmittelbarer Nähe der politischen Schaltzentralen unseres Landes, die für die berufspolitischen Aufgaben der Architektenkammer unverzichtbare Ansprechpartner sind: Der Landtag NRW ist nur wenige Gehminuten entfernt; gleiches gilt für den Sitz der Landesregierung im Stadttor und viele Ministerien, mit denen wir in regem Kontakt stehen.
Ist das „Haus der Architekten“ im Sinne Goethes „wohlgegründet“? Auch dies ist – im unmittelbaren wie im übertragenden Sinne des Wortes – uneingeschränkt zu bejahen. Die Gründung war eine Herausforderung, die angesichts des schlechten Bodens in Rheinnähe nicht leicht zu bewältigen war. Dank der hervorragenden Arbeit der Ingenieure und ausführenden Firmen ruht das „Haus der Architekten“ auf einer Vielzahl von Betonsäulen, die uns ein sicheres Fundament für die Arbeit im neuen Gebäude gewährleisten. Auch im figurativen Sinn steht die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen auf festen Grund: Der Rückhalt unserer Mitglieder und die hohe Wertschätzung, welche die Kammer im politischen Umfeld Nordrhein-Westfalens genießt, zeigt uns, dass wir auf sicherem Boden stehen, und dass die Arbeit der Architektenkammer wie die unserer Mitglieder für die Baukultur in diesem Land unverzichtbar ist.
Auch, dass unser „Haus der Architekten“ nach Goethe „vollkommen ausgeführt“ sei, dürfen wir selbstbewusst behaupten. Mein Dank gilt der Entscheidung der Vertreterversammlung der Architektenkammer im Herbst 1997 und ihres damaligen Präsidenten, Hermannjosef Beu, einen offenen Architektenwettbewerb auszuloben. Das Verfahren, das mit 297 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht leicht zu bewältigen war, hat überzeugende Ergebnisse gebracht. Das Darmstädter Architekturbüro werk.um-Architekten, dessen Entwurf wir realisieren durften, präsentierte mit dem Konzept „open house“ eine Arbeit, die nicht nur ein Beweis für die Leistungsfähigkeit des Instruments Architektenwettbewerb ist, sondern auch zeigt, dass junge Büros zu anspruchsvollen Aufgaben fähig sind. Wir verdanken werk.um ein Haus, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle der Architektenkammer und allen künftigen Nutzern des Gebäudes ohne Zweifel Freude und Energie vermittelt. Die gelungene Fusion von Transparenz in Anmutung und Nutzung sowie der notwendigen Bürofunktion ist beispielhaft für das Bauen zu Beginn des 21. Jahrhunderts – eine Forderung, die Grundlage unseres europaweiten Wettbewerbsverfahrens war.
Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen wird das „Haus der Architekten“ zu einem Informations- und Kommunikationszentrum ausbauen - für alle Mitglieder, aber auch für alle, die sich in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus für Architektur interessieren. Das "Haus der Architekten" ist ein Forum für Architektur und für Kommunikation. Ich lade Sie sehr herzlich ein, zu uns zu kommen, mit uns zu diskutieren und die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen als Kommunikator zu fordern. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
In diesem Sinne grüßt Sie herzlichst
Ihr
Hartmut Miksch
Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
- Politische Einbindung
"Gebauter Anspruch - ein Haus für StadtBauKultur NRW", Dr. Michael Vesper, Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW mehr
- Bedeutung für Düsseldorf
" Haus der Architekten - eine Bereicherung für den Medienhafen, eine Bereicherung für die Stadt", Joachim Erwin, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf mehr
- Architekturvermittlung
" Orte für Architektur – Architektur auf dem Wege zum Bürger", Prof. Dr. Karl Ganser, Vorstand des Fördervereins Deutsches Architektur Zentrum e.V. Berlin (DAZ) mehr
- Architekturkritik
"Gatekeeper im Medienhafen", Dr. Frank Maier-Solgk mehr
- Grußworte zur Eröffnung des Haus der Architekten
Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes NRW mehr
Ulrich Schmidt, Präsident des Landtags NRW mehr
Peter Conradi, Präsident der Bundesarchitektenkammer mehr
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