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40 Jahre Architektenkammer NRW - eine Chronik

Am 26. November 1969 wird das Architektengesetz verabschiedet und unterzeichnet, die 15 Mitglieder des Gründungsausschusses der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen treffen am 12. Januar 1970 zur konstituierenden Sitzung zusammen; Vorsitzender wird der Kölner Architekt Nikolaus Rosiny. Mit der Aufnahme der praktischen Arbeit in den Jahren 1970/71 nimmt die Selbstverwaltung der NRW-Architektenschaft äußere Form und inhaltliche Gestalt an - Anlass für die Architektenkammer, das 40-jährige Kammerjubiläum in diesem Jahr im Zusammenhang mit der konstituierenden Sitzung der X. Vertreterversammlung am 25. März 2011 festlich zu begehen.

Die 1970er Jahre: Gründungsjahre

Erster Präsident wird durch Wahl in der I. Vertreterversammlung der AKNW Karl Heinz Volkmann. Noch im selben Jahr, am 29. August 1972, konstituiert sich die Akademie der Architektenkammer. Die Fortbildung der Architektinnen und Architekten ist von Beginn an ein Kernanliegen der AKNW. Am 1. Juni 1973 tritt die junge NRW-Kammer der Bundesarchitektenkammer (BAK) bei.

Das Jahr 1976 steht im Zeichen der Novellierung der Bauordnung NRW: Auf Drängen der AKNW wird eine enge Eingrenzung der Bauvorlageberechtigten beschlossen - ein früher und wichtiger berufspolitischer Erfolg.

Am 13. März 1976 wird Hermannjosef Beu zum Präsidenten der Architektenkammer NRW gewählt; er wird es 25 Jahre lang bleiben. Dass die Stimme der Architektenschaft Gewicht hat, wird auf dem NRW-Architektentag am 1. September 1976 deutlich. Er steht unter dem Motto „Mensch oder Rendite“, prominenter Redner ist Bundeskanzler Helmut Schmidt. Die AKNW veranstaltet ihren ersten Architektenkongress (Juni 1978) auf Sylt zum Thema „Wohnen in der Stadt“; eine Tradition, der „Inselkongress“, ist geboren. Die „Gründerjahre“ der AKNW enden am 1. Januar 1979 mit der Einrichtung des Versorgungswerks. Die erste „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW“ am 4. Dezember 1979 verweist mit ihrem baukulturellen Anspruch bereits auf die kommenden Themen.Die 1980er: Kostengünstig weiterbauen!

1980 erfüllt sich die langjährige Forderung der AKNW: NRW bekommt ein eigenständiges Bauministerium mit Bauminister Dr. Christoph Zöpel. Auf der Tagung „Muss Bauen so teuer sein?“ im Jahr 1982 fokussiert die Kammer erstmals das kostengünstige Bauen; ein Thema, das die nächsten Jahre dominieren wird. 1983 startet die Kammer mit der Tagung „Historische Bauten und ihre Erhaltung“ eine intensive Zusammenarbeit mit dem Handwerk und der Denkmalpflege. „Weiter Planen - weiter Bauen“ lautet das Motto des NRW-Architektentages am 8. März 1985, auf dem NRW-Ministerpräsident Johannes Rau vor 650 Architekten spricht1986 fordert die Kammer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der IG Bau-Steine-Erden, dem Baugewerbe und der Bauindustrie: „Eine Milliarde mehr für den Wohnungsbau“. Der Schwerpunkt „Bauen“ gipfelt zum Ende der Dekade in der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park. 

Parallel zu den baupraktischen Themen wird auch das kulturelle Engagement der Kammer intensiviert: Die Stiftung Deutscher Architekten vergibt 1987 den ersten Förderpreis an angehende Architekten. Im gleichen Jahr wird der „Ausloberpreis“ eingeführt.Die 1990er: Stadt und Öffentlichkeit

Nach der Wende unterstützt die (noch junge) Architektenkammer NRW die Kollegen in den neuen Ländern; NRW wird Partner der Architektenkammer Sachsen und initiiert eine Aktion „Architekten helfen Architekten“. Die Stiftung Deutscher Architekten veranstaltet ihr erstes Entwurfsseminar („Sommerseminar“).

Am 18. Februar 1991 tritt die Neufassung der Wohnungsbauförderungsbedingungen in Kraft, bei der zahlreiche Forderungen der AKNW umgesetzt wurden. Gemeinsam mit Bauministerin Ilse Brusis ruft die AKNW am 18. März 1991 das „Forum Wohnungsbau“ ins Leben, das auf seiner ersten Tagung am 13. Januar 1992 ein Fünf-Punkte-Programm gegen die Wohnungsnot vorlegt. Am 7. Februar 1995 demonstrieren auf Initiative der Architektenkammer tausende Architekten vor dem NRW-Landtag gegen die geplante Landesbauordnung.

Zugleich intensiviert die Architektenkammer Mitte der 1990er Jahre ihre Öffentlichkeitsarbeit: Am 1. April 1996 geht mit www.aknw.de der erste Internet-Auftritt einer deutschen Architektenkammer online. Auch der Tag der Architektur wird neu eingeführt (1996). Erste „Kammer in der Schule“-Projekte zielen darauf ab, schon Kinder und Jugendliche für Architektur zu interessieren. Die Kammer beschließt, das „Haus der Architekten“ als Kommunikationszentrum im Düsseldorfer Medienhafen zu errichten.Die 2000er: Nachhaltigkeit und Baukultur

Die AKNW setzt sich intensiv für die Novellierung der HOAI ein. Am 28. April 2001 wird Hartmut Miksch auf der konstituierenden Sitzung der VIII. Vertreterversammlung zum neuen Präsidenten gewählt, Hermannjosef Beu wird zugleich Ehrenpräsident der AKNW. Mit einer großen Auftaktveranstaltung im K21 in Düsseldorf startet am 9. November 2001 die neue Landesinitiative „StadtBauKultur NRW“; die AKNW übernimmt darin eine zentrale Führungsrolle. Am 8. Januar 2003 wird das „Haus der Architekten“ im Düsseldorfer Medienhafen eingeweiht. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt „1000 Baulücken in NRW“ startet am 1. Oktober 2003. In Kooperation mit dem NRW-Schulministerium veranstaltet die Architektenkammer NRW am 22. März 2007 den ersten „Schulbaukongress“. Der Internetführer „baukunst-nrw“, den die Kammer gemeinsam mit der IK-Bau NRW betreibt, wird am 30. Oktober 2007 in der Landespressekonferenz vorgestellt. Im gleichen Jahr startet die AKNW die Aktionsplattform „NRW wohnt“ mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im K21 in Düsseldorf. Dem NRW-Architektentag am 29. Mai 2008 geht eine Protestdemonstration vor dem NRW-Landtag für die Novellierung der HOAI voraus.Im Kulturhauptstadtjahr beteiligt sich die AKNW an mehreren Projekten der RUHR.2010; u. a. führt sie Mitglieder beim „Still-Leben A40“ am 18. Juli an ihrem Stand zusammen. Mit einem Festakt im Düsseldorfer Landtag feiert die Kammer am 25. März 2011 ihr 40jähriges Bestehen. Es erscheint eine Festschrift „40 Jahre AKNW: Perspektiven“.

Die Festschrift kann bei der AKNW bestellt werden unter info@aknw.de.

Autor: Nicole Ehnes / Christof Rose