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Nachruf: Nikolaus Rosiny (1926 - 2011)

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen trauert um Nikolaus Rosiny. Der Kölner Architekt war einer der „Gründungsväter“ der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Nach Verabschiedung des NRW-Architektengesetzes Ende 1969 übernahm Nikolaus Rosiny den Vorsitz des sogenannten Gründungsausschusses der Architektenkammer NRW, der die neue Kammer gestaltete und die I. Vertreterversammlung vorbereitete.

Bereits ab Ende der sechziger Jahre engagierte sich Nikolaus Rosiny als Vorsitzender des Kontaktkreises der Architektenverbände für die Gründung einer Kammer als Vertretung und Selbstverwaltungsorgan der Architektinnen und Architekten. Bis 1972 stellte er als Vorsitzender des Gründungsausschusses die entscheidenden Weichen für die heutige Bedeutung der Kammer. Seit ihrer Konstituierung war Nikolaus Rosiny Mitglied der Vertreterversammlung der AKNW und engagierte sich über viele Jahre als Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen – zuletzt von 1984 bis 1993. 

Auch in der Bundesarchitektenkammer war er von 1971 bis 1973 und von 1990 bis 1993 Vizepräsident. In seiner zweiten Amtszeit als BAK-Vizepräsident trug sein Engagement entscheidend dazu bei, dass sich nach der Wende in den neuen Bundesländern kurzfristig Architektenkammern gründen konnten. Für seine Verdienste - insbesondere bei der Gründung der Architektenkammer NRW - wurde Nikolaus Rosiny bereits 1974 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 1995 wurden seine herausragenden Leistungen als Architekt und seine vielfältigen Verdienste für seinen Berufsstand und das Bauwesen mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse gewürdigt. 

Nikolaus Rosiny hat bei allen seinen Ehrenämtern für die Kammer und seinen Verband, den BDA, stets seine vielfältigen, erfolgreichen beruflichen Erfahrungen einbringen können. Zahlreiche Bauten - nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern vor allem auch in Israel und Saudi Arabien - weisen sein wirkungsvolles Schaffen nach. Herausragend dabei sind seine Leistungen auf dem Gebiet des Kirchen-, Sozial- und Krankenhausbaues. Vorbildliches hat er aber insbesondere in der Denkmalpflege geleistet, wofür die in Arbeitsgemeinschaft mit Prof. Gottfried Böhm durchgeführten Restaurierungen des Trierer Doms, des Domes zu Eichstätt und des Schlosses in Saarbrücken eindrucksvolle Belege sind. 

Nachdem er sich Mitte der 1990er Jahre aus den Ämtern in der Architektenkammer zurückgezogen hat, ist Nikolaus Rosiny der Kammer trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung nach einem Schlaganfall eng verbunden geblieben. Als gern gesehener Besucher bei Veranstaltungen blieb er ein aufmerksamer und engagierter Beobachter der Kammeraktivitäten und der Baukulturszene. Noch im Februar 2011 nahm er an der 25-Jahr-Feier der Stiftung Deutscher Architekten teil, die er maßgeblich geprägt hatte.  

Nikolaus Rosiny hat die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen seit den Gründungstagen über vier Jahrzehnte geformt und begleitet. Sein Mitgliedsausweis trug die Nummer 00001. Die heute rund 30.000 Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner in Nordrhein-Westfalen verlieren einen Freund und Kollegen, der durch seine Tatkraft, seinen Lebensmut und seine Kreativität für alle ein Vorbild war. Sein Andenken ist uns Ansporn und Verpflichtung. 

Hartmut Miksch
Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 

Markus Lehrmann
Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 

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