BDA Gespräch: No risk no future - Chancen des Umbruchs

"Der Beruf des Architekten ist eine abenteuerliche Tätigkeit (..). Der Architekt lebt notgedrungen gefährlich", hat Renzo Piano einmal gesagt. Der Kontext seiner Äußerung mag ein anderer gewesen sein, an Aktualität hat sie nie verloren. Im Gegenteil, die gegenwärtigen Umbrüche in Gesellschaft, Umwelt und Bauwirtschaft machen eines deutlich: Architektur entsteht heute unter Bedingungen wachsender Unsicherheit. Klimawandel, volatile Märkte, neue Materialien, digitale Planungsprozesse und ein sich wandelndes Regelwerk verändern nicht nur die Praxis, sondern auch das Selbstverständnis des Berufs.

03. September 2026von Nicole Richter, BDA NRW
Grafik: BDA NRW

Am 13. Oktober nimmt der BDA NRW diese Tatsache zum Anlass für das BDA Gespräch in Düsseldorf. Unter dem Titel „BDA Gespräch: No Risk No Future - Chancen des Umbruchs“ wollen wir Risiko nicht nur als Bedrohung, sondern auch als produktive Kraft diskutieren. Denn wo Sicherheiten schwinden, entstehen neue Handlungsspielräume: für innovative Materialien und Kreislaufansätze, für den Umgang mit dem Bestand, für digitale Werkzeuge und für eine Baukultur, die Urteilskraft, Verantwortung und den Mut zum Experiment wieder stärker zulässt.

Von dem Sozialwissenschaftler Prof. Philipp Staab wollen wir wissen, welche kulturellen Muster nötigen Transformationsprozessen im Wege stehen. Er beobachtet einen kulturellen Wandel westlicher Gesellschaften vom Fortschrittsparadigma hin zu einer Logik der „Selbsterhaltung“ und plädiert für eine protektive Technokratie. Was er damit meint und wo demokratische Prozesse und gestalterische Freiheit in diesem Zusammenhang blieben, wird er uns im BDA Gespräch erläutern. 

Außerdem ist der Berliner Architekt Peter Grundmann zu Gast. Sein Entwurfsansatz bewegt sich häufig jenseits gängiger Marktmechanismen und nimmt das Risiko des Experiments bewusst in Kauf. Projekte wie das mit dem DAM Preis ausgezeichnete Zentrum für Kunst und Urbanistik u. A. zeigen, wie sich in einer überreglementierten Praxis Handlungsmöglichkeiten zurückerobern lassen: für eine verantwortliche Baukultur und für den Mut, Dinge anders zu machen.

Zu guter Letzt widmen wir uns mit Julia Dahlhaus von DMSW Architekten der Frage, wie sich rechtliche und haftungsbezogene Herausforderung mit ökologischen und klimatischen Notwendigkeiten verbinden lassen. Der Gebäudetyp E steht exemplarisch für den Versuch, die Angst vor Abweichung in eine reflektierte Risikokultur zu überführen, in der vereinfachte, robuste Lösungen als bewusste Architekturentscheidung verhandelt werden.

Risiko ist in der Architektur also kein Randthema. Wie viel Risiko braucht Architektur, um zukunftsfähig zu bleiben, und wie viel Sicherheit muss sie gewährleisten? 

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