Dialogcafé: New Work und New School
„Raum für Zukunft – Wie Innenarchitektur New Work und New School verbindet“: Diese Frage stand im Mittelpunkt des 3. Dialogcafé, zu dem sich rund 40 Mitglieder der Architektenkammer NRW sowie Pädagoginnen und Pädagogen am 5. November in Oberhausen trafen. Auf Einladung des Ministeriums für Schule und Bildung NRW und der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen wurde erörtert, wie die Innenräume von Schulen heute gestaltet werden sollten.
Für die teilnehmenden Architekt*innen und Innenarchitekt*innen, die sich vielfach schon seit Jahren für die Architekturvermittlung oder einen anspruchsvollen Schulbau engagieren, war schon der Ort der Veranstaltung von großem Interesse: Das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) war jüngst in neue Räumlichkeiten in die Oberhausener Innenstadt gezogen. Nun werden rund 300 Lehramtsanwärter*innen von 70 Fachleitungen in modernen Räumen ausgebildet, die in dem umgenutzten ehemaligen Warenhaus-Gebäude entstanden sind.
Wie der projektbeteiligte Innenarchitekt René Pier (Schienbein Pier PartG mbB, Stuttgart) berichten konnte, war für den Umzug des ZfsL „viel Überzeugungskraft, aber auch der Mut zu Kompromissen“ notwendig. „Raum bewegt sich nicht nur im Spannungsfeld von Architektur und Pädagogik, sondern ist auch Biologie, Hirnforschung und Physik“, erläuterte Innenarchitekt Pier seine Herangehensweise an das Vorhaben, das letztlich mit Unterstützung des Schulministeriums, aller politischen Parteien der Stadt Oberhausen und vor allem durch das wirksame Engagement der Leiterin der ZfsL, Simone-Tatjana Stehr, realisiert werden konnte.
Bei einem gemeinsamen Rundgang lernten die Kammermitglieder und die Pädagog*innen Details der Innenarchitektur kennen. So zeichnet sich das ZfsL durch besondere Beleuchtungskonzepte, durchdachte Farbgestaltung, multifunktionale Möbeleinbauten und flexible Möbelnutzungen aus - ideale Bedingungen zur Erprobung unterschiedlicher Lernsituationen. Fokusräume laden zu einem ruhigen Arbeiten ein, während Maker-Space-Räume das Arbeiten in Werkstätten ermöglichen. Eine Sportetage mit Filmlabor (Green Room) rundet das außergewöhnliche Raumangebot ab. „Das durchdachte Raumangebot führt dazu, dass sich die Referendarinnen und Referendare frei im ganzen Haus bewegen und sich auch wohlfühlen sollen“, erläuterte Simone-Tatjana Stehr, die sich ein belebtes und offenes Haus wünschte. „Wände sind auch nur Vorschläge“ – dieser Gedanke präge die räumliche Haltung und unterstütze eine veränderte Lernkultur.
Aus ihren Eindrücken nach den Führungen leiteten die Teilnehmenden des 3. Dialogcafés „Architektur und Pädagogik“ Folgerungen für den Schul(weiter)bau ab. Einigkeit herrschte darin, dass Ausstattung und Raumgefühl sich unmittelbar auf die Lernatmosphäre auswirken. „In der Schule bedingen sich Architektur und Pädagogik gegenseitig - und sind auch voneinander abhängig“, lautete ein Resümee von Simon Adenauer, Abteilungsleiter „Planen und Bauen“ der Architektenkammer NRW.
Berater*innen Pädagogische Architektur
Das NRW-Schulministerium bietet Pädagoginnen und Pädagogen seit 2022 eine Weiterbildung zu „Beraterinnen und Berater für pädagogische Architektur“ (BePA) an. Die Qualifizierungsmaßnahme erfolgt mit Unterstützung der Architektenkammer NRW und der Montag Stiftung Jugend. Ziel ist es, Schulleitungen bei allen Fragen rund den Um- und Ausbau ihrer Bauten besonders geschulte Pädagog*innen als Berater*innen zur Verfügung stellen zu können.
Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen veranstaltet regelmäßig mit dem Ministerium für Schule und Bildung das Format „Dialogcafé“, das auf den Austausch zwischen Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen mit den BePAs angelegt ist - zum gegenseitigen (Erkenntnis-)Gewinn.
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