Kommunale Wärmepläne: NRW-Gemeinden fast flächendeckend fertig oder in Arbeit

Die kommunale Wärmeplanung in Deutschland gewinnt weiter an Tempo. Zum 30. Juni 2026 haben bundesweit 2.836 Gemeinden ihre Wärmeplanung abgeschlossen – doppelt so viele wie noch Ende 2025. Das entspricht 26 Prozent der Gemeinden in Deutschland. Weitere 4.419 Kommunen arbeiten derzeit an einem Wärmeplan. Damit haben bereits rund zwei Drittel aller Gemeinden die Wärmeplanung abgeschlossen oder auf den Weg gebracht. Das zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) für das erste Halbjahr 2026.

06. August 2026

In Nordrhein-Westfalen hat mehr als ein Drittel der Kommunen die Wärmeplanung bereits fertiggestellt (35 %). Da es sich dabei vielfach um Großstädte handelt, leben in NRW fast sechs von zehn Einwohnerinnen und Einwohnern in einer Gemeinde mit fertigem Wärmeplan – dies sind mehr als doppelt so viele wie im Halbjahr davor. Der Anteil der Gemeinden mit begonnener Wärmeplanung liegt in Nordrhein-Westfalen bei über der Hälfte (53 %). Dies lässt eine erhöhte Anzahl an Fertigstellungen bis zum Jahresende erwarten. Bei zwölf Prozent der NRW-Kommunen vermerkt der BBSR-Bericht „Status unbekannt“.

Großer Handlungsbedarf wird bei der energetischen Sanierung von Gebäuden gesehen. Viele der untersuchten Wärmepläne für Großstädte kalkulieren mit einer jährlichen Sanierungsrate von zwei Prozent. Die tatsächliche Sanierungsquote für Wohngebäude lag 2025 bundesweit dagegen bei unter einem Prozent. „Viele Wärmepläne setzen Sanierungsraten voraus, die deutlich über dem heutigen Niveau liegen. Ob diese Annahmen erreicht werden können, hängt wesentlich von Investitionen, den verfügbaren Fachkräften und den Kapazitäten im Baugewerbe ab“, sagt Andrea Arnold-Drmic, Mitautorin des Berichts.

Auch Wärmenetze gewinnen nach den Planungen der Kommunen an Bedeutung. Soweit die Wärmepläne konkrete Angaben zum Anteil der Wärmenetze an der Wärmeversorgung enthalten, liegt dieser im Basisjahr durchschnittlich bei rund 22 Prozent. In den Zielszenarien steigt der Anteil auf knapp 50 Prozent. Mehr als die Hälfte der auswertbaren Wärmepläne sieht künftig einen Wärmenetzanteil von über 50 Prozent vor. BBSR/ros

Hintergrund

Das BBSR begleitet die kommunale Wärmeplanung bundesweit mit einem kontinuierlichen Monitoring. Der Halbjahresbericht dokumentiert den Umsetzungsstand zum 30. Juni 2026. Grundlage sind öffentlich verfügbare Wärmepläne sowie ergänzende Erhebungen des BBSR. Erstmals enthält der Bericht zudem eine vertiefte Analyse der Wärmepläne deutscher Großstädte.

Zum Bericht des BBSR: „Status quo der kommunalen Wärmeplanung“

Teilen via