Mehr Mut zu Innovationen im Planen und Bauen – das wünschte die Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Katja Domschky, der gesamten Planungs- und Baubranche. Zur Eröffnung des Sommerfestes der AKNW am 16. Juli in Münster sagte die Kammerpräsidentin mit Blick auf die neue Landesbauordnung: „Wir sind dankbar, dass der Landtag zentrale Vorschläge der NRW-Baukammern aufgegriffen hat – darunter die Streichung der allgemein anerkannten Regeln der Technik aus den allgemeinen Anforderungen der Bauordnung sowie die Einführung der sogenannten Oldtimer-Regelung, mit der Bestandsgebäude deutlich einfacher weiterentwickelt werden können.“ Aus Sicht der Architektenkammer NRW seien das wichtige Schritte hin zu einem modernen, nachhaltigen und innovationsfreundlichen Bauordnungsrecht.
Zum traditionellen Sommerfest der Architektenkammer NRW kamen – diesmal in Münster – rund 350 Kammermitglieder sowie Gäste aus Verbänden, Wirtschaft, Kultur, Kommunen und Landesregierung zusammen. Für die Landesregierung erklärte Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW, dass mit der am Vortag durch den Landtag beschlossenen Novellierung der BauO NW ein großer Schritt hin zu einem schnelleren und kostengünstigeren Bauen erreicht worden sei. „Weniger verpflichtende Normen, Konzepte wie Gebäudetyp-E und Oldtimerregelung sowie die weitere Digitalisierung der Baugenehmigungsverfahren stellen für alle Verfahrensbeteiligte eine große Chance da. Die gilt es, gemeinsam zu nutzen. Und es darf darf auch gut aussehen“, unterstrich Staatssekretär Sieveke unter dem Applaus des Publikums in Münster. „Endlich haben wir eine Weiterbauordnung“, so die Präsidentin.
Dass schnellere, einfachere Verfahren keinen Verlust an Qualität bringen dürfen, betonte Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hob insbesondere die Bedeutung von Architekturwettbewerben hervor und erklärte: „Gutes Bauen braucht Zeit und Kompetenz. Als Gesellschaft benötigen wir gebaute Ankerpunkte über die Generationen hinweg.“
Wie die junge Architektengeneration denkt, machten Juri Dittrich und Tim Kraft am Beispiel der „Kreisl KISTE“ deutlich: Als temporäres Projekt ist das Bauwerk, das vollständig nach dem kreislaufwirtschaftlichen Konzept und überwiegend aus recyceltem Material gebaut wurde, noch bis September auf dem Domplatz in Münster zu erleben.
Teilen via