
Mein Lieblingsort liegt mitten in Nordrhein-Westfalen und ist für mich immer wieder eine echte Entdeckung: das Museum Insel Hombroich bei Neuss. Was mich jedes Mal aufs Neue begeistert, ist die Art, wie hier Kunst und Natur auf so selbstverständliche Weise ineinandergreifen, dass man gar nicht weiß, wo das eine endet und das andere beginnt.

Die renaturierte Park- und Auenlandschaft folgt einem Konzept, das in den 1980er-Jahren entwickelt wurde – eine fein austarierte Balance zwischen Naturbelassenheit und behutsamen Eingriffen. Man spaziert durch dieses Gelände, und plötzlich ragt aus der Wiese eine der begehbaren Skulpturen von Erwin Heerich hervor, die zugleich als Ausstellungsgebäude dienen. Kein Schild, keine Erklärung – die Kunst begegnet einem so unvermittelt wie ein Naturphänomen. Das empfinde ich als außerordentliches Geschenk.
Als Architektin fasziniert mich besonders, wie diese Bauten die Landschaft aktivieren, anstatt sie zu dominieren. In der Ferne ein Backsteingebäude, das wie eine Skulptur in die Auenlandschaft eingebettet ist – das ist Architektur, die atmet. Hinzu kommt die Raketenstation mit der Langen Foundation, ein Labor und Experimentierfeld für Kunst und innovative Architekturen.
Was Hombroich für mich so besonders macht, ist die Vielfalt: Hier finden alle Disziplinen meiner Kammer – Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung – gleichermaßen Inspiration. Ateliers und Räume für Gastkünstler:innen machen den Ort lebendig.
„Aufmerksamkeit ist die seltenste und reinste Form der Großzügigkeit.”
So die Philosophin Simone Weil. Genau das schenkt mir Hombroich: Raum und Ruhe für echte Aufmerksamkeit. Immer wieder. Auch für Sie?
Das Museum Insel Hombroich feiert am 20./21. Juni sein 40-jähriges Jubiläum. Weitere Infos zu dem umfangreichen Programm

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