Drei Personen in schwarzen Ledersesseln sitzend im Gespräch miteinander
AUFTAKT 21: Moderator Matthias Bongard (l.) im Gespräch mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und AKNW-Präsident Ernst Uhing - Foto: Ingo Lammert / Architektenkammer NRW

"Auftakt 21": Baupolitische Ziele und Denkmalrat NRW

Der Denkmalschutz in Nordrhein-Westfalen soll durch die Einrichtung eines „Denkmalrates“ weiter gestärkt werden. Das kündigte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, am Abend des 12. Januar im Rahmen der Veranstaltung „AUFTAKT 21“ der Architektenkammer NRW in Düsseldorf an. Das Land würde damit eine Forderung der Architektenkammer aufgreifen; wichtig ist nach Auffassung der Architektenkammer NRW nun, das Gremium fachlich ausgewogen zu besetzen und in die bestehende Systematik zu integrieren. Auch die „Baupolitischen Ziele des Landes NRW“ sollen im Laufe des Jahres 2021 neu gefasst werden.

13. Januar 2021Autor: Christof Rose

„Das Land hat als Bauherr eine Vorbildfunktion, die in allen wichtigen Projekten des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW auch deutlich zum Ausdruck kommen muss“, forderte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Ernst Uhing, in dem Neujahrstalk der Kammer, der live aus dem „Haus der Architekten“ gestreamt wurde.

Uhing bezeichnete es als überfällig, dass die Baupolitischen Ziele des Landes, die seit 2002 gelten, neu gefasst und den Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts angepasst werden. „Wichtig ist vor allem, dass diese selbstgesteckten Ziele auch durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW eingehalten und entsprechend durch den Landtag evaluiert werden“, unterstrich der Kammerpräsident. Zu den Zielen müsse es gehören, dass zu allen größeren Bauvorhaben Architektenwettbewerbe bzw. städtebauliche Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden. Ausdruck des anstrebten hohen baukulturellen Anspruchs könne auch die Wiedereinführung einer „Kunst und Bau“-Quote sein, welche die Architektenschaft schon lange fordere und die – so Ministerin Scharrenbach – in dem Entwurf für die Novellierung der Baupolitischen Ziele NRW vorgesehen sei.

Bauministerin Ina Scharrenbach bekräftigte den übergeordneten Leitgedanken, dass das Planen und Bauen im Lande den Menschen und der Umwelt dienen müsse. Die neuen Baupolitischen Ziele für das Land Nordrhien-Westfalen sollen sich nach dem Vorschlag ihres Hauses in vier Themenfelder unterteilen: „Land und Stadt – Heimat baukulturell stärken“, „Planen, Bauen und Betreiben – digitale Chancen nutzen“, „Mensch und Umwelt“ sowie „Instrumente und Verfahren“. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung werde dazu ein umfassendes Anhörungsverfahren durchführen, das in diesem Jahr laufen solle. Ihr Ziel sei, die neuen Baupolitischen Ziele des Landes NRW im Jahr 2021 in Kraft treten zu lassen, so Ina Scharrenbach. Einig zeigten sich die nordrhein-westfälische Bauministerin und der Kammerpräsident darin, dass die Novellierung der Landesbauordnung NRW nach dem vorliegenden Entwurf erfolgen könne. Das Ministerium habe zahlreiche Erfahrungen aus der Planungspraxis der NRW-Architektenschaft aufgegriffen, sodass mit der erneuten Novelle das Planen und Bauen im Lande sicherer und die Genehmigungsprozesse beschleunigt würden.

Mit dem Neujahrstalk „AUFTAKT 21“ bot die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen eine Alternative zu ihrem beliebten politischen Neujahrsempfang. „Sie werden Personen kennenlernen und etwas erfahren, was Sie vielleicht noch nicht wissen. Und wir werden natürlich auch zur Sache reden.“ Mit diesem Programm war Matthias Bongard, bekannter WDR-Moderator und freier Journalist, als Moderator in den AUFTAKT 21 gegangen. Das Versprechen wurde erfüllt: Heimat- und Bauministerin Ina Scharrenbach plauderte über ihre Heimatstadt Kamen und gestand: „Ich wollte immer gerne auf einem Bauernhof wohnen. Modern, aber anders als die rein funktionaler Architektur.“

Moderator Matthias Bongard kreiste das Themenfeld „Heimat/regionale Baukultur“ mit seinen Gesprächspartnern über ein Bilderrätsel ein, bei des die beiden Gesprächspartner Architektur zuordnen sollten (und konnten): vom bergischen Schieferhaus bis zum schiefen Turm der Pauluskirche in Kamen und zum Hallenhaus im Münsterland. Nach ihren Wünschen befragt, erklärte Ministerin Scharrenbach: „Mut zur Stadtplanung!“ Dafür brauche es eine engere Vernetzung der Fachdisziplinen sowie starke Räte und Dezernenten, die mutig voranschreiten.“

Der Mitschnitt des Live-Streams ist abrufbar auf dem YouTube-Kanal der AKNW (Architektenkammer NRW).

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