Finanzhilfen für Planungsbüros

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen stellt an dieser Stelle Informationen über Fördergelder und hilfreiche Maßnahmen zusammen, die in der gegenwärtigen Situation dazu beitragen können, den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren.

Wir haben die Informationen dem Bund, dem Land NRW und den Kommunen zugeordnet. Die Informationen werden laufend aktualisiert.

Land NRW

Wie sind die Fördermöglichkeiten in NRW? Ziel ist die Sicherung der Existenz von Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und Klein-Unternehmen.

NRW Überbrückungshilfe Plus

NRW Überbrückungshilfe Plus

Das Land startet die „NRW Überbrückungshilfe Plus“. Ziel ist die Sicherung der Existenz von Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und Klein-Unternehmen. Minister Pinkwart: "Die Beantragung ist einfach, unbürokratisch und sicher, damit Unternehmen gut durch die nächsten Monate kommen."
Um durch die Pandemie stark betroffene kleine und mittlere Unternehmen weiter zu unterstützen, starten Bund und Land NRW die Überbrückungshilfe. Antragsberechtigt sind Unternehmerinnen und Unternehmer, deren Umsätze in den Monaten April und Mai 2020 mindestens 60 Prozent unter Vorjahr lagen. Sie erhalten für die Monate Juni bis August verlorene Zuschüsse, mit denen sie Umsatzausfälle ausgleichen und betriebliche Fixkosten decken können. Das Land ergänzt die Hilfen des Bundes um ein Zusatzprogramm für den Unternehmerlohn: Mit der „NRW Überbrückungshilfe Plus“ erhalten Solo-Selbstständige und Freiberufler eine einmalige Zahlung in Höhe von 1.000 Euro pro Monat für maximal drei Monate. Die Landesregierung rechnet mit 100.000 Antragstellern für das Zusatzprogramm und stellt hierfür 300 Millionen Euro bereit.

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Es ist gut, dass die Überbrückungshilfe von Bund und Land jetzt startet. Die Landesregierung will mehr für die krisengeschüttelten Solo-Selbstständigen, Freiberufler und Kleinunternehmer in Nordrhein-Westfalen tun als es im Bundesprogramm vorgesehen ist. Deshalb ergänzen wir die Hilfe durch ein eigenes Zusatzprogramm aus Landesmitteln, damit die Betriebe gut durch die kommenden Monate kommen. Die Beantragung ist einfach, unbürokratisch und rein digital, damit die Hilfe schnell ankommt.“

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe und das Zusatzprogramm „NRW Überbrückungshilfe Plus“ erfolgt über einen vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer. Die Bundesregierung stellt hierfür ein bundeseinheitliches Antragsportal zur Verfügung. Dort können sich die Berater registrieren und vom 10. Juli 2020 an Anträge stellen.

Weitere Informationen
Rückmeldeverfahren zur NRW-Soforthilfe 2020

Rückmeldeverfahren zur NRW-Soforthilfe 2020

Bitte beachten Sie die Internetseite des Wirtschaftsministeriums unter www.wirtschaft.nrw/corona. Die bislang bekannte Auflistung der FAQ zur NRW-Soforthilfe ist auch weiterhin unter www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020 abrufbar.

Bei Fragen zur Abrechnung der NRW-Soforthilfe 2020 steht Ihnen eine Hotline zur Verfügung:
Telefon: 0211-7956 4995

Inhaltliche Fragen zum Rückmeldeverfahren, die nicht durch diese FAQs beantwortet werden, können Sie per E-Mail an das Postfach soforthilfe-rueckmeldung(at)mwide.nrw.de richten.

9 FAQs zur NRW Soforthilfe 2020 (abgelaufen)

9 FAQs zur NRW Soforthilfe 2020 (abgelaufen)

Wer wird gefördert?

Anträge können von gewerblichen und gemeinnützigen Unternehmen, Soloselbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen, mit bis zu 50 Beschäftigten (umgerechnet auf Vollzeitkräfte) gestellt werden, die im Haupterwerb

  • wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen/Freiberufler/Selbstständige tätig sind,
  • ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben und
  • ihre Waren oder Dienstleistungen bereits vor dem 1. Dezember 2019 am Markt angeboten haben.
Was wird gefördert?

Die Unternehmen sollen bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Finanzierungsengpässen, u.a. für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.ä., sowie dem Erhalt von Arbeitsplätzen durch einen Zuschuss unterstützt werden. (Zur Reduzierung von Personalkosten gibt es das Kurzarbeitergeld) Voraussetzung: erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Dies wird angenommen, wenn

  • mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 1. März durch die Corona-Krise weggefallen sind

oder

  •  sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr ergibt. Rechenbeispiel: Durchschnittlicher Umsatz Januar bis März 2019: 10.000 Euro, aktueller Umsatz März 2020: 5.000 Euro. Kann der Referenzmonat nicht herangezogen werden (bei Gründungen) gilt der Vergleich mit dem Vormonat.

oder

  • der Umsatz durch eine behördliche Auflage im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie massiv eingeschränkt wurde

oder

  •  die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass) Der Antragsteller muss versichern, dass der Finanzierungsengpass nicht bereits vor dem 1. März bestanden hat. Der Antragsteller muss zusätzlich erklären, dass es sich bei dem Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht um ein "Unternehmen in Schwierigkeiten" handelte. Weitere Informationen dazu finden Sie weiter unten.
Wie hoch ist die Förderung?

Die Soforthilfe erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses. Sie ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt für drei Monate:

  • 9.000 Euro für antragsberechtigte Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten
  • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
  • 25.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten
Wie wird die Zahl der Beschäftigten gezählt?

Stichtag für die Berechnung der Mitarbeiterzahl ist der 31.12.2019. Zur Umrechnung von Teilzeitkräften und 450 Euro-Jobs in Vollzeitbeschäftigte:

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Mitarbeiter über 30 Stunden & Auszubildende = Faktor 1
  • Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Der/Die Unternehmer/in selbst ist mitzuzählen. Auszubildende werden nur mitgezählt, solange durch ihre Anrechnung nicht die Förderobergrenze von 50 Beschäftigten überschritten wird. Als Beschäftigter zählt, wer mit dem Unternehmen zum o.g. Stichtag einen laufenden Arbeitsvertrag hat/hatte.

Wie funktioniert das Antragsverfahren?

Das Antragsverfahren ist ausschließlich medienbruchfrei digital durchführbar. Bitte den Antrag nicht ausdrucken. Antragsteller können ihren Antrag online ausfüllen und absenden. Sie erhalten im Anschluss eine automatisierte Eingangsbestätigung. Alle Anträge werden nach Eingangsdatum bearbeitet.

Welche Informationen werden für die Antragstellung benötigt?

Zur Identifikation ist ein amtliches Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass, usw.) erforderlich.

  • Im Rahmen des Antrags ist die Handelsregisternummer oder eine andere Registernummer (soweit vorhanden) sowie das zugehörige Amtsgericht anzugeben.
  • Außerdem werden die Steuernummer des Unternehmens und die Steuer-ID eines der Eigentümer abgefragt
  • Abgefragt wird zudem die Adresse des Unternehmens, sofern diese von der Privatadresse abweicht.
  • Informationen zur Bankverbindung (IBAN + Kreditinstitut) des Firmenkontos für die Auszahlung.
  • Abgefragt werden außerdem die Art der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit.
  • (hier finden Sie vom Statistischen Bundesamt die Klassifizierung der Wirtschaftszweige für Architekten im „Abschnitt M – 71 Architektur- u. Ingenieurbüros“)
  • Im Rahmen des Antrags wird die Anzahl der Beschäftigten abgefragt. Hilfestellung bei der Berechnung der Vollzeitbeschäftigten s. oben.
  • Erklärung über die Richtigkeit der Angaben
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?
  • Unternehmen muss vor Coronakrise wirtschaftlich gesund gewesen sein
  • Umsatzhalbierung gegenüber Vorjahresmonat
  • Vorhandene Mittel reichen nicht um kurzfristige Zahlungsverpflichtungen (Mieten, Kredite, Leasingraten) zu erfüllen, Betriebsstilllegung
Wofür darf ich das Geld verwenden?

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 9. April gegenüber allen Länderministerien präzisiert, wofür die Corona-Soforthilfe verwendet werden darf:

  • Alle normalen Geschäftsausgaben für sächliche Betriebsmittel (und laut telefonischer Auskunft der NRW-Corona-Hotline ebenfalls immaterielle Ausgaben wie z.B. Versicherungen, Steuerberater und Weiterbildungskosten)
  • Sämtliche Ausgaben für die Sicherung von Finanzierungen
  • NICHT für Personalkosten von Angestellten ==> hierzu gibt es das Kurzarbeitergeld
  • NICHT für persönlichen Unternehmerlohn, private Lebenshaltungskosten oder persönliche Krankenversicherungsbeiträge  ==> hierzu gibt es das vereinfachte ALG II
Kann ich als Solo-Selbständiger die Soforthilfe auch für meine Lebensunterhaltungskosten einsetzen oder einen (fiktiven) Unternehmerlohn ansetzen?

Solo-Selbstständige, Freiberufler und im Unternehmen tätige Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften dürfen einmalig einen pauschalen Betrag für die Monate März und April von insgesamt 2.000 Euro für Lebenshaltungskosten oder einen (fiktiven) Unternehmerlohn ansetzen.

Voraussetzungen:
  • (erstmalige) Antragstellung im März oder April
  • keine Beantragung von ALG II (Grundsicherung) für März oder April
  • keine Bewilligung des Sofortprogramms für Künstlerinnen und Künstler

Abrechnungsmodus: Einstellung eines Betrages von einmalig insgesamt 2.000 Euro bei der Berechnung des Liquiditätsengpasses im Verwendungsnachweis. Dazu erhalten alle Zuschussempfänger ein Schreiben mit einem entsprechenden Vordruck sowie einer Ausfüll-Anleitung.

Weitere relevante Fragen & Antworten zu diesem Thema:

Ich habe im März den Antrag auf Soforthilfe gestellt, aber nur für April ALG II bewilligt bekommen. Kann ich 1.000 € für die Lebenshaltungskosten im März geltend machen?
Nein, es können nur 2.000 € als Pauschale geltend gemacht werden, sofern für die Monate März oder April kein ALG II bewilligt wurde.

Darf ich die 2.000 Euro für jeden Monat ansetzen?
Nein. Die 2.000 Euro werden pauschal für die Monate März & April gewährt.

Ich habe im März/April ALG II beantragt. Mein Antrag wurde abgelehnt. Darf ich von der Vertrauensschutz-Lösung profitieren?
Ja, da die Grundsicherung für die Monate März und April nicht bewilligt wurde.

Was gilt bei einer GbR mit mehreren selbstständigen Partnern?
GbRs dürfen nur einen Antrag stellen. Entsprechend ist die Entnahme von 2.000 Euro einmal pro GbR möglich.

Mein Partner in der GbR erhält die Grundsicherung. Ich (der Antragsteller) jedoch nicht. Kann ich für unsere GbR einmalig 2.000 Euro entnehmen?
Ja.

Wie sind meine Lebenshaltungskosten im Mai zu decken?
Die Soforthilfe ist nur für betriebliche Sach- und Finanzaufwendungen gedacht. Lebenshaltungskosten sind nach dem Willen des Bundes durch die Grundsicherung zu decken, die im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens gewährt wird.

Kredit und Bürgschaften

Kredit und Bürgschaften

NRW.Bank

Für die Überbrückung von Liquiditätsengpässen stehen in NRW verschiedene öffentliche Finanzierungsangebote zur Verfügung. Beispielsweise hat die NRW.Bank die Bedingungen ihres Universalkredits attraktiver gestaltet und übernimmt bereits ab dem 1. EURO bis zu 80% (statt bisher 50%) des Risikos.

Nähere Informationen finden Sie hier.
Tel. 0211-91741 4800

Bürgschaftsbank

NRW Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank (bis 2,5 Mio.EURO) und das Landesbürgschaftsprogramm besichert werden. Der Bürgschaftsrahmen wird massiv ausgeweitet. Die Verbürgungsquote wurde von 80% auf 90% erhöht. Zudem ermöglicht die Bürgschaftsbank eine 72-Stunden-Expressbürgschaft (bis 250.000,00 EURO). Express-Bürgschaften durch die Bürgschaftsbank NRW sind für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Angehörige der Freien Berufe gedacht. Bei dem Vorhaben darf es sich nicht um eine Existenzgründung handeln, d.h. das Unternehmen muss mindestens 3 Jahre bestehen.

Weitere Informationen finden Sie hier.
HOT/INFO-LINE: 02131 5107-200

Entschädigungen bei Tätigkeitsverbot und Verdienstausfall durch Quarantäne

Entschädigungen bei Tätigkeitsverbot und Verdienstausfall durch Quarantäne

Sollte wegen des Corona-Virus ein Tätigkeitsverbot, z.B. Quarantäne, ausgesprochen werden, können Betriebe eine Entschädigung für die Fortzahlung von Löhnen und Gehältern bei den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe beantragen.

Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) einem Tätigkeitsverbot unterliegt und zum Beispiel durch häusliche Quarantäne einen Verdienstausfall erleidet, ohne krank zu sein, erhält grundsätzlich eine Entschädigung. In Nordrhein-Westfalen entschädigen die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes.

www.lvr.de/de/nav_main/soziales_1/soziale_entschaedigung/taetigkeitsverbot/taetigkeitsverbot.jsp

www.corona-infos.lwl.org/de/

Ansprechpartner:

Landschaftsverband Rheinland:
Telefonische Auskünfte zu Verdienstausfällen bei Quarantänen, z.B. bei Verdacht einer Erkrankung an COVID-19:
Tel. 0800 9336397 (Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr erreichbar); E-Mail: ifsg(at)lvr.de

Landschaftsverband Westfalen-Lippe:
Telefonisch erreichen Sie den LWL montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr unter 0800 933 63 97

Antragsformular:

Entschädigungsantrag auf der Homepage des LWL: https://ifsg-online.de
Antragstellung innerhalb von 3 Monaten nach Ende der Quarantäne bzw. Anordnung der Maßnahme.

Entschädigungshöhe:

In den ersten sechs Wochen wird eine Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls erstattet. Ab der siebten Woche erfolgt die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes der gesetzlichen Krankenkasse.

Voraussetzungen:

Tätigkeitsverbot und Verdienstausfall durch Quarantäne bei behördlicher Anordnung. Ein Anspruch auf Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem IfSG besteht im Zusammenhang mit einer durch eine zuständige Behörde (Gesundheitsamt oder Ordnungsamt) ausgesprochenen Quarantäne bzw. einem Tätigkeitsverbot. Berechtigte sind hierbei Arbeitnehmer*innen, Selbstständige und Freiberufler*innen, gegen die direkt eine Quarantäne bzw. ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen wurde. Kein Anspruch besteht bei Arbeitsunfähigkeit, Urlaub und vorübergehender Verhinderung nach § 616 BGB.

Entschädigung bei Kinderbetreuung

Entschädigung bei Kinderbetreuung

Eine neue Regelung im Infektionsschutzgesetz soll finanzielle Nachteile auffangen, die entstehen, wenn Arbeitnehmer*innen oder Selbstständige im Zuge der Corona-Krise wegen notwendig gewordener Kinderbetreuung ihrer Arbeit nicht nachgehen können.

So können Arbeitgeber und Selbstständige unter bestimmten Bedingungen eine Entschädigung geltend machen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) sind die beiden Landschaftsverbände im Auftrag des Landes NRW für die Entschädigungen zuständig. Das Gesetz sieht vor, dass Arbeitgeber in Vorleistung gehen, also ihren Arbeitnehmer*innen das Entgelt fortzahlen, auch wenn diese nicht arbeiten. Ansprechperson der Arbeitnehmer*innen sind entsprechend ihre Arbeitgeber.

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Die Schule oder Kindertagesstätte, die das Kind des/der Mitarbeitenden oder des/der selbstständig Tätigen besucht, muss aufgrund behördlicher Anordnung zur Verhinderung der Verbreitung einer Infektionskrankheit geschlossen worden sein und
  • das Kind darf das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben (d.h. dass das Kind höchstens 11 Jahre alt ist) oder das Kind ist behindert und auf Hilfe angewiesen und
  • das Kind muss in der Zeit der Schließung von dem/der Arbeitnehmer*in bzw. dem/der selbstständig Tätigen selbst zu Hause betreut werden, weil
  • eine anderweitige zumutbare Betreuung nicht sichergestellt werden konnte.

Alle vier genannten Bedingungen müssen zusammen erfüllt sein.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bund

Ziel der Bundesregierung ist es, die deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise zu stabilisieren und zu verhindern, dass Unternehmen schuldlos in die Insolvenz geraten und Arbeitsplätze verlorengehen. Der Bundestag hat am 25.3. einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Hilfspakete in der Corona-Krise mit einer Schuldenaufnahme in Höhe von 156 Mrd. Euro. beschlossen und die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt. So sind vergünstigte KfW-Kredite, ein erweitertes Bürgschaftsvolumen und direkte Zuschüsse von insgesamt 50 Mrd. Euro für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler vorgesehen. Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten und Zuschüssen von der Bundesregierung entnehmen Sie bitte der Website der BAK

KfW-Schnellkredite für den Mittelstand

KfW-Schnellkredite für den Mittelstand

Bei der KfW-Corona-Hilfe handelt es sich um die Erweiterung bestehender Programme zur Förderung von Investitionen und Betriebsmittel (z.B. Lohnkosten) mit dem Ziel Unternehmen und Freiberufler möglichst schnell mit Liquidität zu versorgen. Die Erweiterung besteht in der erhöhten Risikoübernahme durch die KfW und einer Erhöhung des Volumens für zinsgünstige Kredite

Seit dem 15.04.2020 (nach Genehmigung der EU-Kommission) können Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse den neuen KfW-Schnellkredit beantragen. Weitere Informationen.

Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein „Schnellkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden. Die Beantragung erfolgt bei der Hausbank, zum Beispiel bei der Bank oder Sparkasse:

  • Der Schnellkredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.
  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu drei Monatsumsätze des Jahres 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50.
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz in Höhe von aktuell 3 % mit Laufzeit zehn Jahre.
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 % durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.
Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld (KUG) erlassen. Kurzarbeitergeld kann bereits beantragt werden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet. Auch Freiberufler mit mindestens einem Mitarbeiter sollen Kurzarbeitergeld beantragen können. Hinzuverdienste zum Kurzarbeitergeld bleiben vom 01. April bis 31. Oktober 2020 anrechnungsfrei, sofern diese in der Summe nicht zu einem höheren Gesamtverdienst als vor der Kurzarbeit führen.

Mehr dazu auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit.

Ansprechpartner:

Örtliche Arbeitsagenturen oder Online auf der Homepage der BA Service-Hotline: 0800 45555 20. Weitere Info

Antragsformular:

Kurzarbeitergeld mit Online-Formular bei der Bundesagentur für Arbeit.

Steuerliche Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität

Steuerliche Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität

Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

In der Corona-Krise werden Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Betrag von 1.500 Euro im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 01.03.2020 und dem 31.12.2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

Stundung von Steuerzahlungen:

Steuerstundungen: Die Finanzverwaltung kommt von der Krise betroffenen Unternehmen auf Antrag mit zinslosen Steuerstundungen (Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer) und der Herabsetzung von Vorauszahlungen (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer) entgegen und nutzt ihren Ermessensspielraum zu Gunsten der Steuerpflichtigen weitestmöglich aus. Für Anträge steht ab sofort ein stark vereinfachtes Antragsformular zur Verfügung.

Ansprechpartner: Die zuständigen Finanzämter

Antragsformular der Finanzverwaltung NRW

Voraussetzungen: Begrenzte liquide finanzielle Mittel und Umsatzrückgang wegen Corona.

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Ergänzend zu den umfassenden Unterstützungen für Unternehmen und Selbstständige, die von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat beschlossen wurden, ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, dass die Beitragszahlungen für die Sozialversicherungen von den gesetzlichen Krankenkassen vorübergehend gestundet werden.

Ansprechpartner: Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen

Antragsformular: Antragsformulare der Kranken-, Betriebs- und Pflegekassen

Voraussetzungen: Eine Stundung der Beiträge zu den erleichterten Bedingungen ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn alle anderen Maßnahmen aus den verschiedenen Hilfspaketen und Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung ausgeschöpft sind.

Mieterschutz in Zeiten von Corona

Mieterschutz in Zeiten von Corona

Um bestehende Miet- und Pachtverträge im Fall von Liquiditätsengpässen abzusichern wird durch temporär wirkende Regelungen das Recht auf Kündigung im Fall von Miet- und Pachtrückständen aufgrund der aktuellen Situation eingeschränkt.

Zudem wurden Regelungen zur Stundung und Vertragsanpassung im Verbraucherdarlehensrecht sowie zu einem Leistungsverweigerungsrecht für Verbraucher und Kleinstunternehmen bei Dauerschuldverhältnissen zur Absicherung der Daseinsvorsorge eingeführt.

Der Deutsche Mieterbund gibt unter www.mieterbund.de/service/corona-mieterschutz.html nützliche Auskunft über Fragen, die den Mieterschutz in Zeiten von Corona betreffen.

Aussetzung von Fristen im Insolvenzrecht und sonstige rechtliche Übergangsregelungen

Aussetzung von Fristen im Insolvenzrecht und sonstige rechtliche Übergangsregelungen

Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie werden im Zivil-, Gesellschafts-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vorübergehende Erleichterungen geregelt. So wurde z. B. die Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Für einen dreimonatigen Übergangszeitraum wird flankierend das Recht der Gläubiger, die Eröffnung von Insolvenzverfahren zu beantragen, eingeschränkt.

Weitere temporär wirkende Regelungen dienen dazu, auch bei weiterhin bestehenden Beschränkungen der Versammlungsmöglichkeiten erforderliche Beschlüsse zu fassen und handlungsfähig zu bleiben. Für die AG, die KGaA und die SE wird insbesondere die Durchführung einer virtuellen Hauptversammlung ohne Präsenz der Aktionäre vorübergehend ermöglicht. Gerichte wurden zudem in die Lage versetzt, strafrechtliche Hauptverhandlungen für maximal drei Monate und zehn Tage zu unterbrechen.

Weitere hilfreiche Links

Weitere hilfreiche Links

Hinweise zu den steuerrechtlichen Aspekten des Maßnahmenpakets finden Sie hier: www.haufe.de/steuern/finanzverwaltung/corona-steuerliche-massnahmen_164_511572.html

Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) hat zudem eine Übersicht der bundesweiten Hilfen für Freiberufler erstellt: www.bak.de/w/files/bak/02architekten/coronavirus/200326_freiberufler_uebersicht_bundesweit_1.pdf

Die Bundesarchitektenkammer (BAK) hat eine Informationsseite eingerichtet: https://www.bak.de/architekten/coronavirus/

Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen

Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir nicht zu jeder Maßnahme erschöpfende Auskünfte erteilen können. Wenden Sie sich hierfür bitte an die jeweils zuständigen Behörden und Institutionen.

Weitere Anregungen und Hilfen

  • Eine tabellarische Auflistung der bekannten Stundungs-, Finanzielle- und Liquiditätshilfen in der Corona-Krise mit den entsprechenden Zuständigkeiten in Behörden, Banken und Institutionen finden Sie hier.
  • Einen weiteren guten Überblick über die Fördermöglichkeiten kann man auch auf der Website von NRW.INVEST finden.