« zurück

Spaß im Haifischbecken

  • Foto: Portrait Rainer Kronenberg

    Bild 1 von 1

    Landschaftsarchitekt im TV: Rainer Kronenberg, unten in einem Beitrag der Reihe „Do it yourself - SOS“ mit PRO7- Moderatorin Sonja Krauss (l.)

Erfolgreich als Landschaftsarchitekt und als TV-Darsteller und -Moderator zu sein - dieser Spagat ist Rainer Kronenberg in den vergangenen Jahren gelungen. Als kreativer Gestalter von Hausgärten machte sich der 1963 in Lindlar geborene Landschaftsarchitekt als Experte für die PRO7-Sendung „Do it yourself - SOS“ mit Sonja Krauss einen Namen in der Branche. Seitdem hat er rund 60 Beiträge für diese und andere Sendungen als Fachmann und Interviewpartner vor der Kamera begleitet.

Herr Kronenberg, wie sind Sie als Landschaftsarchitekt vor sechs Jahren an ihren Job als „TV-Gartenexperte“ gekommen?
Ganz ohne mein Zutun. Eine Fernsehproduktionsfirma suchte einen Landschaftsarchitekten aus dem Kölner Raum, der frei reden können sollte und telegen rüberkommen musste. Kollegen, die angefragt worden waren und sich selbst nicht für geeignet hielten, empfahlen mich. Schon am nächsten Tag hatte ich einen Termin mit dem Produzenten.

Wie muss man sich den Produktionsablauf der Sendung, die Sie dann realisierten, vorstellen?
Bei „Do it yourself - SOS“ konnten sich Zuschauer bewerben, die ihren Garten überarbeiten lassen wollten. Wir haben uns dann immer einige Gärten angesehen, und ich musste aus dem Stehgreif ein Konzept für die jeweilige Aufgabe vorschlagen. Nach der Auswahl hatte ich etwa eine Woche Zeit, die gesamte Umsetzung vorzubereiten, die Planung zu machen, Material zu bestellen, Handwerker zu  beauftragen etc. Gedreht wurde dann an einem einzigen Tag, von morgens bis abends um sieben Uhr. Der Grund hierfür lag in den hohen Produktionskosten.

Die Gartenumgestaltung ist also nur ein Show-Effekt für die Fernsehkamera?
Im Gegenteil: Es handelt sich um eine ganz seriöse Arbeit, die der vollen Gewährleistung von zwei Jahren unterliegt. Ich dachte erst: Das geht überhaupt nicht. Es war ein extrem verdichtetes Arbeiten, vor allem das Timing aller Beteiligten war eine besondere Herausforderung. Aber letzten Endes hat es fast immer in einem Drehtag geklappt.

Sie haben die „Do it yourself - SOS“-Sendung drei Jahre lang gemacht, parallel dazu auch noch die Sendung „Wohnen nach Wunsch“ auf VOX. Wie vertrug sich das mit Ihren Anspruch, weiterhin Ihr Büro in Lindlar zu führen?
Ich musste in dieser Zeit natürlich einen qualifizierten Kollegen beschäftigen, der die Arbeit im Büro schwerpunktmäßig übernommen hat. Gleichzeitig war die Fernseherfahrung für mich natürlich ein hervorragendes Kommunikationstraining und bot zugleich die Möglichkeit, mit meinem Namen für mein Büro zu werben. Über die Fernsehbeiträge habe ich Kunden gewonnen, die nicht zu der üblichen Klientel gehörten.

Warum sind Sie dann im Jahr 2007 aus den genannten Sendeformaten ausgestiegen?
Der Produktionsdruck ist unglaublich groß. Und es muss einem ja immer wieder etwas Neues, Aufregendes einfallen. Ich hatte das Gefühl, dass ich nach schätzungsweise 60 abgedrehten Beiträgen an dem Punkt angelangt war, wo ich die geforderte Qualität vielleicht nicht mehr lange hätte bringen können. Zudem wollte ich mich wieder verstärkt meinen Büro widmen, wir sind gerade dabei, einen zweiten Standort in Süddeutschland zu eröffnen.Die Fernsehbranche ist ein Haifischbecken, und der Erfolg in diesem Bereich kann kurzlebig sein. Heute moderiere ich nebenbei eine Verkaufsshow auf einem Teleshoppingkanal.

Was würden Sie als Ihren größten Erfolg Ihres TV-Engagments bezeichnen?
Stolz bin ich darauf, dass Oliver Kalkofe mich in seiner „Mattscheibe“ durch den Kakao gezogen hat. Aber im Ernst: Ich glaube, dass durch die Garten-Sendungen insgesamt deutlich gemacht werden konnte, dass Landschaftsarchitekten nicht nur für die Gestaltung von Parks und den Gärten großer Villen zuständig sind; sondern dass wir uns auch gerne und mit großem Engagement um kleinere Aufgabe, kleine Hausgärten und Freiflächen, kümmern.

Autor: Interview: Christof Rose