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Architekt Thomas Spooren über seine 20 Jahre „Tag der Architektur“

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    Architekt Thomas Spooren (r.) mit Tochter Lisa Spooren und Bauherr Lambert Austermann - Foto: Barbara Franke / Neue Westfälische

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    Pressearbeit und persönliche Einladungen zahlen sich aus: Am „TdA 2018“ zählte Thomas Spooren mehr als 400 Besucher in Bielefeld - Foto: Thomas Spooren

Mit mehr als 400 Besuchern war sein Objekt „Umbau einer Scheune in ein Wohnhaus“ in Bielefeld einer der Publikumslieblinge des „Tags der Architektur 2018“. Eine solche Resonanz ist aber keineswegs ein Selbstläufer, sondern Ergebnis einer konsequenten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, betont der Gütersloher Architekt Thomas Spooren im Gespräch mit dem Deutschen Architektenblatt NRW. Ein Einsatz, der sich lohnt: Warum sich Architekt Thomas Spooren aus Gütersloh seit über 20 Jahren am „Tag der Architektur“ beteiligt.

Thomas Spooren, Sie gehören zu den Kammermitgliedern, die sich fast seit Bestehen des Tags der Architektur in jedem Jahr an der Veranstaltung beteiligen. Was treibt Sie an?
Das sind gleich mehrere Gründe. Zum einen engagiere ich mit in der Region seit vielen Jahren aktiv für baukulturelle Fragen - etwa im Gestaltungsbeirat der Stadt Gütersloh oder auch als aktives Gründungsmitglied des Ortskuratoriums Gütersloh der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Ich denke, wir müssen den Menschen unsere Architektur erläutern und sie für Fragestellungen interessieren, die unsere gebaute Umwelt betreffen. Das geht am Tag der Architektur ganz hervorragend, weil wir gemeinsam am gebauten Beispiel stehen.

Ein zweiter Punkt ist die Werbung für unsere Leistungen: Wir sind ein Büro mit rund zehn Mitarbeitern, arbeiten in der Region Ostwestfalen und realisieren viele kleinere Projekte im Bestand. Darüber berichtet kein Livestyle-Magazin und keine Fachzeitschrift. Nach den vielen Gesprächen, die wir am Tag der Architektur führen, gibt es aber immer konkrete Anfragen von Bauherren, die uns besucht haben. Und natürlich hilft auch die Berichterstattung unserer lokalen Zeitungen.

Was tun Sie, damit Bauherren und Architekturinteressierte am Tag der Architektur Ihre Projekte besuchen?
Die Architektenkammer informiert ja die Medien bereits sehr umfassend. Wir ergänzen das, indem wir in den Städten, wo wir Objekte öffnen, die zuständigen Zeitungsredakteure und Journalisten persönlich ansprechen. Im direkten Gespräch kann ich viel mehr Informationen vermitteln und Interesse für unsere Objekte wecken, als wenn ich nur auf eine E-Mail vertrauen würde. Ich betrachte die „Pressebindung“ genauso als meine Aufgabe wie eine aktive „Kundenbindung“. Das zahlt sich regelmäßig aus, indem auf unsere Objekte in den regionalen Zeitungen hingewiesen wird.

Darüber hinaus laden wir aber auch unsere ehemaligen Bauherren und Projektpartner mit einer persönlichen Einladungskarte schriftlich ein. Es gibt mittlerweile Architektur-Interessierte, die gezielt zu unseren Bauwerken kommen - weil sie das Bauen im Bestand und der Umgang mit Denkmälern besonders fasziniert.

Der Tag der Architektur fand in NRW am 23. und 24. Juni 2018 bereits zum 26. Mal statt. Bleiben Sie weiterhin dabei?
Unbedingt, und es ist mir ein Anliegen, junge Kolleginnen und Kollegen zu sensibilisieren, ebenfalls mitzumachen. Wir müssen unsere Arbeit öffentlich kommunizieren, um im Wettbewerb - etwa mit Bauträgern - zu bestehen und um für eine lebendige Baukultur in Deutschland zu kämpfen. Meine Erfahrung über all die Jahre ist: Wer sich in besonderer Weise engagiert, erhält auch besonders spannende Aufträge. Mitmachen lohnt sich also!

Wissen Sie schon, was Sie im kommenden Jahr zeigen werden?
Wir werden das Thema „Bauen auf schwierigen Grundstücken“ präsentieren, d. h. die Nutzung von Baulücken, Restflächen oder Nachverdichtungsgebieten. Das Beispiel, das wir zeigen wollen, ist ein sehr schmales Wohnhaus auf einem Handtuch-artigen Grundstück. Meine Tochter ist seit dem Jahr 2017 Partnerin in unserem Büro, wir haben das Haus gemeinsam entwickelt. Ein Objekt, in dem sie sehr gerne wohnt und das sicherlich wieder viele Interessierte ansprechen wird.

Autor: Interview: Christof Rose