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Bauhaus-Jubiläum: Vergangenheit kennen - Zukunft planen!

  • Zogen Bilanz zum 100. Bauhaus-Jubiläum: Dr. Hildegard Kaluza, Ministerium Kultur und Wissenschaften NRW, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin LWL, Ernst Uhing, Präsident AKNW, und Milena Karabaic, Kulturdezernentin LVR.

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    Zogen Bilanz zum 100. Bauhaus-Jubiläum (v. l.): Dr. Hildegard Kaluza (Abteilungsleiterin Min. Kultur und Wissenschaften NRW), Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (Kulturdezernentin LWL), Ernst Uhing (Präsident AKNW) und Milena Karabaic (Kulturdezernentin LVR) – Foto: Christof Rose/Architektenkammer NRW

Mit dem Jahreswechsel endete das Jahr des 100. Bauhaus-Jubiläums. In Nordrhein-Westfalen hat sich der landesweite Verbund „100 Jahre Bauhaus im Westen“ in vielen Ausstellungen, Symposien, Vorträgen und lokalen Aktivitäten mit den Fragen befasst, welche Bedeutung die einflussreiche Kunst- und Werkschule für den Westen Deutschlands hatte und welche Wirkungen das Bauhaus für heutige Generationen entfalten kann. „Das vielfältige Programm, das mehr als 40 Projektpartner in den vergangenen zwölf Monaten gestaltet haben, konnte zeigen, dass das Bauhaus auch 100 Jahre nach seiner Gründung noch vielfältige Impulse für Kunst, Kultur und Gesellschaft geben kann“, fasste Dr. Hildegard Kaluza, Abteilungsleiterin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, die Eindrücke des Jubiläumsjahres am 7. Januar im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf zusammen.

Der landesweite Verbund „100 Jahre Bauhaus im Westen“ steht unter der Federführung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL). Rund 40 Institutionen, Verbände und Vereine haben sich mit individuellen Projekten in die landesweite Kooperation zum Bauhausjubiläum eingebracht.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ist mit der Wanderausstellung „Neues Bauen im Westen“ und weiteren Projekten einer der zentralen Akteure des Verbundes. „Wir haben unsere Ausstellung an sechs Standorten in NRW sowie in Berlin präsentieren können und mehrere tausend Besucher verzeichnet“, resümierte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Ernst Uhing, im Haus der Architekten in Düsseldorf. „In den Diskussionen ist deutlich geworden, dass die Grundsätze des Bauhauses und der Geist des Neuen Bauens heute wieder starke Einflüsse auf das Planen und Bauen in unserem Land ausüben.“  

Das Bauhaus-Jubiläum habe besonders durch sein flächendeckend angelegtes Netzwerk nachhaltig gewirkt, unterstrich Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. „Sowohl die kulturellen Leuchttürme in den Metropolen als auch kleinere, unbekanntere Museen und Initiativen in den ländlichen Gebieten haben sich beteiligt. Nur so konnte das Thema eine landesweite Strahlkraft entwickeln.“

Zudem habe der NRW-Beitrag durch die Verbindung der klassischen Bauhausthemen zu den gesellschaftspolitischen Entwicklungen der Weimarer Republik gezeigt, dass die Bauhaus-Idee ganzheitlich zu betrachten sei. „Dies führt uns dazu, zum Abschluss des Jubiläums zu hinterfragen, ob der Bauhaus-Gedanke auch heute noch relevant ist und Entwürfe für zukünftige Gesellschaften liefern kann“, erklärte die LWL-Kulturdezernentin mit Blick auf den Bildungskonvent, auf dem am 27. März 2020 in Bocholt junge Leute über die Lehren des Bauhauses diskutieren werden.  

Milena Karabaic, Kulturdezernentin des LVR, unterstrich auf der Pressekonferenz in Düsseldorf, dass mit dem Dreiklang zu Peter Behrens, dem „Großvater des Industriedesigns“, der Prolog zum Bauhausjahr in Köln, Oberhausen und Krefeld eingeläutet worden war. „Mit der Förderung der Präsentation zum Bauhausschüler Jesekiel Kirszenbaum in Solingen sowie der landesweit tourenden, auch in Israel gezeigten Essener Wanderausstellung ‚Josef Rings und Erich Mendelsohn‘ ist das Thema der politischen Verfolgung der Avantgarde aufgegriffen worden.

Darüber hinaus wurde an vielen Orten wie Krefeld, Oberhausen und Hagen die für die Landesgeschichte maßgebende Industriekultur als wichtige Impulsgeberin, als Resonanzraum und Bewährungsfeld für Bauhaus identifiziert und präsentiert.“  

 „Zukunftslabor Bauhaus?“ am 27. März  

Das Thema „Bauhaus und seine Lehren für die Gegenwart“ soll am 27. März im LWL-Textilmuseum in Bocholt mit jungen Leuten diskutiert werden. Der „Bildungskonvent“ ist zugleich die offizielle Abschlussveranstaltung des landesweiten Verbundes. Hier lesen Sie mehr zur Veranstaltung.

Autor: Christof Rose