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Kommission „Bauen mit Holz“ konstituiert

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW hat am 19. Dezember die Kommission „Bauen mit Holz“ eingesetzt. Eine interdisziplinär besetzte Gruppe von Expertinnen und Experten soll ihr Fachwissen einbringen, um Holz und das nachhaltige Bauen noch stärker in den Fokus des Bauwesens zu rücken. Auch die Architektenkammer NRW ist mit ihrem Präsidenten Ernst Uhing in dem neuen Gremium vertreten.

„Holz ein nachwachsender Rohstoff, der einen wegweisenden Beitrag zur ressourcenschonenden und nachhaltigen Entwicklung der Bautätigkeit leisten kann“, betonte Ministerin Ina Scharrenbach zum Auftakt in Düsseldorf. Mit dem Baurechtsmodernisierungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt, sei ein lange überfälliger Schritt unternommen worden, um das Bauen mit Holz in Nordrhein-Westfalen zu erleichtern und es zukunftsfähig zu machen, erklärte die Ministerin. Das neue Gesetz ermöglicht die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs künftig auch bei Gebäuden bis zu 13 Metern Höhe. „Bauen mit Holz hat Zukunft“, so Scharrenbach. Künftig könnten Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 5 als Holzgebäude errichtet werden, ohne den genehmigungsrechtlichen Sonderweg über eine Zustimmung im Einzelfall beschreiten zu müssen.

17 Vertreterinnen und Vertreter aus der Baubranche, der Holzwirtschaft, von Bau- und Planungsverbänden - darunter Experten aus den Niederlanden und Österreich – sollen nun praktische Vorschläge entwickeln, wie Bauen mit Holz und nachhaltiges Bauen im einwohnergrößten Bundesland insgesamt gefördert werden können.

Nach Überzeugung des Bauministeriums bietet der Baustoff Holz viele Vorteile für das Bauwesen: Das nachhaltige und günstige Baumaterial ist ein Kohlendioxidspeicher und steht in Deutschland ausreichend zur Verfügung. Da Holz gut zu verarbeiten und flexibel einsetzbar ist, über gute Dämmstoffeigenschaften verfügt und als Alternative für andere Materialien (etwa Werkstoffe aus Stein) geeignet ist, können daraus etwa Baumodule gefertigt und leicht Lösungen für höhere Anforderungen im Baubereich entwickelt werden – etwa bei Dachausbauten, Anbauten oder Nachverdichtungen im Bestand.

Das NRW-Bauministerium verwies anlässlich der konstituierenden Sitzung der Kommission „Bauen mit Hol“ auf zwei aktuelle Bauvorhaben, die das Potenzial des Baustoffes anschaulich machen könnten: In Wien wird zurzeit das mit 84 Metern höchste Wohn-Holzhaus geplant und gebaut. Im Düsseldorfer Medienhafen planen HPP-Architekten aktuell das Büro-Holzhaus „The Cradle“, das zu einem Vorzeigeprojekt des nachhaltigen, innovativen Bürobaus werden soll.

Auszug aus der Begründung der BauO NRW 2018:
„Holz kommt als Bau- und Werkstoff große ökologische und klimapolitische Bedeutung zu. Im Vergleich zu anderen Materialien ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, der einen wegweisenden Beitrag zur ressourcenschonenden und nachhaltigen Entwicklung des Bauwesens leistet. Daher wird das „Bauen mit Holz“ auch für die Gebäudeklassen 4 und 5 - unter den im § 26 Absatz 3 genannten Voraussetzungen - in Nordrhein-Westfalen ermöglicht.“

Die Mitglieder der Kommission „Bauen mit Holz“:

  • Dipl.-Ing. Markus Becker, Vorsitzender Landesbeirat Holz
  • Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident Ingenieurkammer Bau NRW
  • Robin Denstorff, Stadtbaurat Münster (Untere Bauaufsichtsbehörde)
  • Dipl.-Ing. Gero Droste, Leiter des Bereichs Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz Dortmund
  • Andreas Heupel, Architekt
  • Andreas Hoffmann, Mitglied des Vorstandes Zimmerer- und Holzbau-Verband NRW
  • Michael Höllrigl, Baugewerbliche Verbände NRW
  • Prof. Thomas Kempen, Vorsitz Baukostensenkungskommission
  • Dr. Denny Ohnesorge, Deutscher Holzwirtschaftsrat
  • Prof. Christa Reicher, RWTH Aachen (Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Entwerfen)
  • Leo Schouten, Gemeinde Venlo, Niederlande
  • Dipl.-Ing. Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW
  • Michel Weijers, Architekt Rathaus Venlo, Niederlande
  • Andreas Wiebe, Leiter Landesbetrieb Wald und Holz
  • Gabriele Willems, Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Gerhard Wittfeld, Architekt
  • Jürgen Zimmermann, Thoma Forschungszentrum für Holzverarbeitung
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