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Transparent und rechtssicher? - Vergabe kommunaler Planungsleistungen

Wie vergeben unsere Städte und Gemeinden Planungsleistungen? Die Antwort auf diese Frage ist für die Arbeit der Architektinnen und Architekten, für Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner von großer Bedeutung.

Und zwar für Architekten und Planer auf beiden Seiten des Schreibtisches, sowohl für freiberuflich tätige Architektinnen und Architekten als Auftragnehmer als auch für Mitglieder der AKNW, die bei den Kommunen beschäftigt sind oder die im kommunalen Auftrag Vergabeverfahren betreuen.

In den vergangenen Jahren ist die Vergabe von Planungsleistungen öffentlicher Auftraggeber zunehmend komplexer geworden. Die Novelle des Vergaberechts im Jahr 2016, die Einführung der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) in Nordrhein-Westfalen Mitte 2018, die verpflichtende Nutzung elektronischer Plattformen ab Oktober 2018 und die Integration neuer Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM) in den Planungsprozess stellen Kommunalverwaltungen vor große Herausforderungen.

Die Absicht, Vergabeprozesse transparent und rechtssicher zu machen, kollidiert vielerorts mit einer schlechten Personalausstattung der zuständigen Behörden. Gleichzeitig ist auch die Bewerbung um öffentliche Aufträge für Architekten und Stadtplaner immer aufwändiger geworden. Die zunehmend juristisch geprägten Inhalte von Vergabeverfahren dominieren zunehmend ganze Projektabläufe und lassen das Ziel einer Qualitätsoptimierung der Planung in manchen Fällen aus den Augen geraten.

Vor diesem Hintergrund lädt die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen am 22. November 2018 zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in den Düsseldorfer Malkasten ein. Die Vergabe kommunaler Planungsleistungen soll darin von Vertretern verschiedener Kommunen Nordrhein-Westfalens, von Auftragnehmern und von Juristen erörtert werden. Die verschiedenen Aspekte der Vergabe sollen darüber hinaus durch die Präsentation von Best-Practice-Beispielen und in Podiumsdiskussionen vertieft werden.

Rathäuser, Stadthallen, Sportanlagen, Bibliotheken und Schulen stehen im Blickpunkt der Öffentlichkeit und werden tagtäglich von vielen Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar genutzt. Die Planung kommunaler Bauten ist deshalb ein wesentlicher Faktor zur Wahrung und Steigerung der Baukultur.

Ziel bei der Vergabe von Planungsleistungen muss es sein, eine bestmögliche Planung hinsichtlich städtebaulicher Einfügung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Gestaltung zu erreichen. Ein Ziel, dass alle Planungsbeteiligten nur gemeinsam erreichen können. 

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