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"Kammer in der KiTa": Architektur und Bauen für die Kleinsten

Wie kann man schon kleine Kinder an das Themenfeld „Architektur, Bauen und Wohnen“ heranführen? Dieser Frage ging die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in einem Pilotprojekt an der DRK juno Kindertagesstätte in Halver nach. „Das Bauprojekt“ lautete der Titel des pädagogischen Konzepts, unter dem sich etwa 30 Vorschulkinder der Kita in den vergangenen sechs Monaten in verschiedenen Modulen mit den Themen Wohnen, Raum und Stadt beschäftigt hatten. Die Ergebnisse des Projekts präsentierte die Architektenkammer am 31. Mai in einem Pressegespräch in der Kita in Halver.

Den Ausgangspunkt für das Pilotprojekt bildete „Das Bauprojekt“, ein an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg entwickeltes pädagogischen Konzept, das in Halver von der Initiatorin Ina Sinterhauf umgesetzt wurde. Unter Anleitung der jungen Wissenschaftlerin befassten sich die Erzieherinnen der DRK juno Kindertagesstätte ein halbes Jahr lang in drei Gruppen spielerisch mit den Vorschulkindern der Kita mit Aspekten des Wohnens, des Raums und der Stadt. Am Ende des Projektes gestalteten die Fünf- bis Sechsjährigen nach eigenen Vorstellungen ein Haus und realisierten ein entsprechendes Modell.

„Dieses Pilotprojekt bestärkt uns in dem Bemühen, schon Kinder im Vorschulalter für unsere gebaute Umwelt zu interessieren, sie zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, dass wir alle unsere gebaute Umwelt durch eigene Ideen und Aktivitäten beeinflussen können“, erklärte Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW, anlässlich der Abschlusspräsentation in der DRK juno Kindertagesstätte Halver. Die Beschäftigung mit Architektur und Stadt sei immer interdisziplinär und biete deshalb ein breites Erlebnisfeld für Kinder und Jugendliche.

Eine Einschätzung, welche die „DRK juno Familienzentrum und Kindertagesstätte“-Leiterin Petra Gelhart aus vollem Herzen teilen konnte. „Die Kinder waren von Anfang an begeistert bei der Sache und haben konzentriert und mit hoher Motivation mitgemacht.“ Ein gutes halbes Jahr unternahmen die Erzieherinnen mit den Vorschulkindern Stadtspaziergänge, besuchten ein Architekturbüro, sprachen mit dem Kindern über Häuser und ihre Nutzungen und überlegten, was sie selbst gerne an ihrem Wohnhaus verändern würden. „Man bekommt durch ein solches Projekt eine neue Sichtweise auf seine Stadt“, resümierte Petra Gelhart. „Das gilt für uns Erzieherinnen genauso wie für die Kinder.“

Die Architektenkammer NRW entfaltet im Rahmen ihres Aktionsprogramms „Architektur macht Schule“ bereits mehr als 20 Jahren vielfältige Aktivitäten, um Kindern und Jugendlichen möglichst früh in ihrer Entwicklung ein Gespür für ihre gebaute Umwelt zu vermitteln. Mit dem Pilotprojekt an der Kita in Halver weitet die Kammer ihr Aktionsprogramm nun auf Kindergärten und Kindertagesstätten aus.

Weitere Informationen zur Architekturvermittlung an junge Menschen im Internet unter www.architektur-macht-schule.de

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