Ausstellung zum Werk von Hugo Kükelhaus

Aussstellung zu Hugo Kükelhaus: Modern und inspirierend

„Hugo Kükelhaus war disziplinlos im besten Sinne des Wortes. Er verstand es, die Disziplinen auf neue, inspirierende Weise zu verbinden.“ Mit diesen Worten charakterisierte Klaus Wehmeyer von der Hugo-Kükelhaus-Gesellschaft in Soest Charakter und Strategie des universalen Denkers Kükelhaus (1900 - 1984), der in den 1970er Jahren mit seinen architekturkritischen Analysen und Empfehlungen viele junge Architektinnen und Architekten stark beeinflusste. Der Zirkel Aktiver Künstler aus dem Großraum Düsseldorf nahm das Kükelhaus‘sche Werk als Inspiration für neue künstlerische Arbeiten. Diese sind unter dem Titel „Die Stadt der Zukunft“ vom 20. August bis zum 24. September im Haus der Architekten zu sehen.

21. August 2009Autor: Christof Rose

Anlässlich der Vernissage am 20. August in Düsseldorf stellte der Architekt und Stadtplaner Klaus Wehmeyer noch einmal die zentralen Gedanken und Thesen von Hugo Kükelhaus vor. „Im Mittelpunkt stand für ihn immer der Mensch mit seinen Befindlichkeiten in der Welt“, erläuterte Wehmeyer, ein Gründungsmitglied der Kükelhaus-Gesellschaft. Kükelhaus habe immer darum geworben, alle Sinne des Menschen in gleicher Weise anzusprechen und zu fördern. Damit bezog er Stellung gegen die städtebaulichen Konzepte für Großsiedlungen und serielle Bauweisen jener Zeit. Seine für die Architektenschaft provokanten Thesen verdichtete Hugo Kükelhaus 1973 in dem Buch „Unmenschliche Architektur. Von der Tierfabrik zur Lernanstalt“, in dem er „lebensfeindliche Tendenzen“ in der zeitgenössischen Architektur beschrieb und stattdessen ein „organlogisches Bauen“ einforderte.

Hartmut Miksch, der Präsident der Architektenkammer NRW, verwies in seiner Begrüßungsansprache auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen die Architektur der 1960er/70er Jahre entstanden sei. Zugleich betonte er aber auch, dass viele Beobachtungen und Analysen Hugo Kükelhaus‘ sich heute als richtig und visionär erwiesen hätten. „Kükelhaus hat uns auch heute noch viel zu sagen.“Das sahen auch die fünf Künstler vom Zirkel Aktiver Künstler so. Vor allem die Analysen des Universaldenkers zu den Funktionsweisen der menschlichen Sinne hätten Impulse für die kreative Auseinandersetzung gegeben, erklärte Jutta Brandt-Stracke. „In meinen Werken geht es um die Bedeutung der Architektur für die Rückgewinnung bzw. Entwicklung der Bildung zum achtsamen und erstaunensfähigen Menschen“, erläuterte die Düsseldorfer Künstlerin. Ihr Kollege Hans-Georg Kellmann ließ sich bei der Schaffung seiner oft großformatigen Werke vor allem von der Haptik leiten. Den Krefelder Günther Haug interessierte stärker das Feld der optischen Wahrnehmung, das sich in Relation zu Umgebung, Stofflichkeit, Licht und anderen Faktoren ständig wandle und von der auch die Wirkung von Architekturen und Räumen abhänge. Gezeigt wurden außerdem Arbeiten von Renate Ulber (Viersen) und Angela Schulz.

Die Ausstellung „Die Stadt der Zukunft“ traf auf lebhaftes Besucher-Interesse. Schon zur Vernissage kamen rund 200 Interessierte. Vielleicht, weil auf die präsentierten Kunstwerke zutraf, was Klaus Wehmeyer über Hugo Kükelhaus sagte: „Kükelhaus hat eine Tiefe, die sein Werk bis heute aktuell und modern macht.“

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