Blick in einen grünen Innenhof
Architektin Regina Leipertz präsentierte bei der Veranstaltung den Neubau eines integrativen Wohnhauses in einem ehemaligen Kloster in Köln. - Foto: Jens Willebrand

KfW informierte im Haus der Architekten über neue Förderangebote

Welche Fördermittel können Bauherren nutzen, um ihre Gebäude energetisch zu optimieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Reihe „Besser mit Architekten“, die am 14. April im Düsseldorfer „Haus der Architekten“ gastierte. Unter dem Leitmotiv „Energieeffizient bauen – Praxisbeispiele geförderter Projekte“ präsentierten die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen mit ihrer Akademie sowie die Bundesarchitektenkammer vielfältige Informationen dazu, wie Fördermittel im Zusammenspiel von Architektinnen und Architekten mit ihren Bauherren abgerufen werden können, um unseren Gebäudebestand zu verbessern.

05. Mai 2021Autor: Diana Rudolph, Bundesarchitektenkammer
  • Es war das 37. Seminar dieser Art der KfW im Rahmen der Reihe „Besser mit Architekten“, das vierte im Haus der Architekten in Düsseldorf und das zweite Online-Seminar seit Einführung der neuen Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) zum 1. Januar 2021. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die förderrechtlichen und technischen Spezifika des deutlich erweiterten Förderprogramms der KfW sowie zwei illustrative Beispiele prämierter energetischer Sanierungsprojekte mit Neubebauung.

„Wenn die Klimaschutzziele der EU und der Bundesregierung erreicht werden sollen, sind viele kleine Schritte notwendig“, erklärte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Ernst Uhing, zur Begrüßung der 350 interessierten Gäste. „Vor allem im Gebäudebestand stecken enorme CO₂-Einsparpotenziale.“ Uhing betonte die besondere Verantwortung von Planerinnen und Planern, Nachhaltigkeit und Baukultur zu vereinen sowie eine fundierte Beratung unter Hinzunahme sinnvoller Förderprogramme anzubieten.

Für die KfW erläuterte Maike Götting, Abteilungsdirektorin im Key Account Management der KfW, die Struktur der neuen Bundesförderung Energieeffiziente Gebäude (BEG). Die Förderung der KfW und des BAFA für die Energieeffizienz von Gebäuden und die Nutzung erneuerbarer Wärme sei durch die BEG neu geordnet und gebündelt worden. Maike Götting betonte die Wichtigkeit des Erfahrungsaustausches zwischen KfW-Bank und der Architektenschaft als Multiplikatoren. Denn die Planerinnen und Planer könnten ein gezieltes Feedback aus der Praxis weitergeben - und auf diesem Weg die Anforderungen an Förderprogramme mitgestalten.

Neue Förderbedingungen seit dem 1. Januar

Welche Änderungen mit der BEG einhergehen, welche Förderbedingungen seit dem 1. Januar gelten, und was das für die Qualitätssicherung bedeute – darüber informierte Eckard von Schwerin, Förderexperte der KfW, gemeinsam mit Oliver Völksch, externer Sachverständiger der KfW, im ersten Teil der Veranstaltung.

Von Schwerin erläuterte, dass die bislang bestehenden zehn Teilprogramme in vier Förderprogrammen zum Bauen und Sanieren seit Beginn 2021 in drei Teilprogrammen gebündelt werden: Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Einzelmaßnahmen. Oliver Völksch fokussierte in seinem Vortrag das Thema Qualitätssicherung und ging neben den Neuerungen durch die BEG insbesondere auf die Bausteine Energieeffizienz-Experten-Liste, Baubegleitung und die technischen Mindestanforderungen in der Bauausführung ein.

Praxisbeispiele für geförderte Sanierungen

Im Praxisteil der Veranstaltung präsentierten Patrizia und Jochen Ferrara (Ferrara Architekten, Lage-Hörste) die erfolgreiche Kernsanierung und Umnutzung eines alten Stalles in Lage zu einem Wohnhaus. Ein neues Dach sowie neue Fenster, ein eigener Brunnen mit hauseigener Kläranlage, eine Holzpelletheizung und eine Solaranlage sorgen heute für eine zeitgemäße Bewohnbarkeit des alten Gebäudes. Den Ursprungszustand des historischen Gebäudes aus dem Jahre 1627 (KfW-Standard: Sanierung EBS, Denkmal) wiederzufinden, welches 50 Jahre leer stand — mit diesem Anspruch an die Umsetzung gewannen Ferrara Architekten 2020 in der Kategorie „Bauen im Bestand“ den 4. Preis des KfW-Awards „Bauen“.

Als zweites Projekt stellte die Architektin Regina Leipertz (LK Architekten – Regina Leipertz und Martin Kostulski, Köln) den Neubau eines integrativen Wohnhauses in einem ehemaligen Kloster in Köln vor. Der Teilrückbau der Klostermauern und die maßvolle Nachverdichtung durch zwei Neubauten in kompakter Massivbauweise öffneten die Klosteranlage für das angrenzende Stadtquartier und seine Bewohner. Im Ensemble des Neubaus entstand bezahlbarer, zum Teil barrierefreier Wohnraum für Flüchtlinge, Studierende und Kölner Bürger*innen, während der Altbestand des Klarissenklosters kosten- und ressourcenschonend saniert und für ein integratives Jugendwohnprojekt umgenutzt wurde. Das Projekt wurde 2018 in der Kategorie „Neubau“ mit dem 1. Preis des KfW-Awards „Bauen“ ausgezeichnet.

Das Veranstaltungsende krönten zahlreiche Fragen aus dem Publikum an die Referentinnen und Referenten der KfW hinsichtlich der neuen BEG. „Um die Förderung bekannter zu machen, bedarf es noch vieler weiterer Informationsveranstaltungen der KfW dieser Art“, zeigte sich Architekt Jochen Ferrara überzeugt. Notwendig sei aber auch die Bereitschaft von Seiten der Architektinnen und Architekten, sich über den täglichen Planungshorizont hinaus mit Fördermöglichkeiten auseinander zu setzen.

Während Eckard von Schwerin auf das KfW-Partnerportal hinwies, welches umfangreich und tiefergehend Informationen zum neuen BEG für Interessierte bereithalte, plädierte Oliver Völksch als externer technischer Sachverständiger der KfW dafür, möglichst jedes neue Projekt auf mögliche Förderung hin zu prüfen, da seiner Erfahrung nach Bauvorhaben dadurch enorm profitieren könnten.

Weiterführende Informationen

Die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ startet bei der KfW zum 01.07.2021 und gilt:

  • für alle Wohngebäude, z. B. für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime;
  • für alle Nichtwohngebäude, z. B. für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beantwortet mit einer eigenen FAQ-Seite die häufigsten Fragen zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Fragen und Antworten werden regelmäßig aktualisiert und ergänzt:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/FAQ/BEG/faq-bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude.html

Darüber hinaus stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Handreichung mit technischen Fragen und Antworten zur Verfügung:

https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html;jsessionid=B367D402FD4CD45E5B7DCBE314E4BC24.2_cid378

Informationen zu dieser und weiteren Veranstaltungen dieser Reihe unter:

www.energiewende-mit-architekten.de

 

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