Die Preisverleihung fand im Kunstmuseum K20 in Düsseldorf im Kreise der ausgezeichneten Architekturbüros und ihrer Auftraggeber statt. - Fotos: Jochen Tack/MKFFI NRW

Kitapreis 2020 verliehen: Große Architektur für die Kleinen

Kinder brauchen ein Umfeld, in dem sie gut aufwachsen, sich genügend bewegen und miteinander lernen können. „Die diesjährigen Preisträger haben diese Anforderungen hervorragend umgesetzt“, unterstrich Andreas Bothe, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Kinder- und Familienministerium, in seiner Begrüßung zur feierlichen Preisverleihung des „Kitapreises NRW 2020“ am 7. September im K20 in Düsseldorf. Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW und die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen überreichten in einer auch live gestreamten Veranstaltung die Gewinnerurkunden an die Preisträger des Auszeichnungsverfahrens. Die insgesamt elf Auszeichnungen gingen nach Bonn, Essen, Kamp-Lintfort, Köln, Mülheim an der Ruhr, Neuss, Münster und Troisdorf sowie zwei nach Aachen. Ein Objekt aus Herne erhielt eine Anerkennung.

08. September 2020Autor: Christof Rose

Zu dem Auszeichnungsverfahren waren 46 neue und erweiterte Gebäude eingereicht worden. Zehn von ihnen wählte eine unabhängige Jury für den „Kitapreis NRW 2020“ aus, einer weiteren Kita wurde eine Anerkennung zugesprochen. „Die Bauaufgabe einer Kindertageseinrichtung ist von großer Bedeutung, formt sie doch die Lebenswelt unserer Jungen und Mädchen in einem frühen Alter“, betonte Kammerpräsident Ernst Uhing. Durch eine hohe Architekturqualität im Bereich des Kita-Baus komme auch die Wertschätzung für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft zum Ausdruck.

„Nordrhein-Westfalen investiert in frühkindliche Bildung: Wir wollen bessere Rahmenbedingungen und mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung“, erklärte Staatssekretär Bothe. „Einen wichtigen Einfluss darauf haben auch gut gestaltete Räume, die an den Bedürfnissen der Kinder, aber auch des Personals ausgerichtet sind.“

Mit der Auszeichnung wollen das Land Nordrhein-Westfalen und die Architektenkammer NRW die Bedeutung der Architekturqualität von Kitabauten herausstellen und ihren positiven Einfluss auf die Lern- und Lebenswelt von Kindern betonen. Zugleich soll das Verfahren Träger von Kindertageseinrichtungen dazu anregen, der baulichen Qualität ihrer Anlagen besondere Beachtung zu schenken. „Öffentliche Auftraggeber haben unverändert eine Vorbildfunktion für das Planen und Bauen in unserem Land“, formulierte Familienstaatssekretär Andreas Bothe die Haltung seines Hauses als Appell. Aber auch alle weiteren institutionellen und privaten Kita-Betreiber seien aufgerufen, hohe Ansprüche an die Architekturqualität gerade für Bildungsbauten für die ganz Kleinen zu stellen, ergänzte AKNW-Präsident Ernst Uhing.

Kommunen, Kirchen, Elterninitiativen sowie private Träger von Kitas haben in jüngster Zeit viele Anbauten und Neubauten in Auftrag gegeben. „Unsere Kinder können sich am besten in guter Architektur entfalten“, hob Prof. Thomas Zimmermann in der Jurysitzung hervor. Der Frankfurter Architekt hat mit seinem Büro „raum z architekten“ selbst bereits eine Vielzahl von Kita-Bauten realisiert. Als Vorsitzender führte er die Jury durch ein anspruchsvolles Auswahlverfahren. Kriterien seien dabei gewesen: Aufenthaltsqualität, Gestaltungsqualität (des Innen- und Außenraums) und Planungsqualität. „Architektur für Kinder zeichnet sich dadurch aus, dass viele kleine Elemente eine Einheit bilden“, erklärte Prof. Zimmermann sein Verständnis der Bauaufgabe. „Eine Kindertageseinrichtung – egal welcher Größenordnung – muss als ein Haus für Kinder wahrgenommen werden.“

Der Kitapreis 2020 richtete sich an alle Träger von Kindertageseinrichtungen als Bauherren sowie an alle Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, die in gestalterischer und pädagogischer Hinsicht vorbildliche Neu- und Umbaumaßnahmen in, an und im Umfeld von Kindertageseinrichtungen realisiert haben. Alle ausgezeichneten Kindertageseinrichtungen wurden zwischen dem 01.05.2014 und dem 04.10.2019 fertiggestellt.

Matthias Franzmann, Leiter der Redaktion Vorschule von ARD und ZDF, stellte das Konzept für die TV-Programm für die Jüngsten vor. „Im Mittelpunkt steht Fantasie, Fantasie, Fantasie“, so der Fernsehjournalist. „Unsere Stücke sollen zum Mitmachen und Nachmachen anregen.“ Architektur müsse entsprechend Raum zur Entfaltung bieten.

Dokumentation und Broschürenbestellung hier.

Übersicht der ausgezeichneten Kitas

Aufzeichnung des Live-Streams der Veranstaltung

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