Auf dem Gelände der alten Printenfabrik in Würselen (v. l.): Ernst Uhing (Präsident der Architektenkammer NRW), Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Hermann Bühlbecker (Alleininhaber der Lambertz-Gruppe) und Roger Nießen (Bürgermeister Würselen) – Foto: Stadt Würselen

Landeswettbewerb „Nachhaltig Wohnen“

In Würselen entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Printenfabrik das „Quartier Lambertz“. Das Projekt wurde den Medien am Freitag, dem 07. Januar, vorgestellt. Nachhaltiges Wohnen auf einer ehemaligen Brache zu bezahlbaren Preisen: Der aktuelle „Städtebauliche Landeswettbewerb“ des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Kooperation mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen greift gleich mehrere dringende Ziele neuer Stadtentwicklungsprojekte auf. 

07. Januar 2022Autor: MHKBG / Christof Rose

Der Countdown läuft: 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen sich dem städtebaulichen Landeswettbewerb und haben Entwürfe eingereicht ­„Brachflächen sind die offenen Wunden unserer Städte und Gemeinden“, erklärte Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach im Würselen. Der städtebauliche Landeswettbewerb richte daher den Fokus auf die Entwicklung einer Brachfläche zu einer Baufläche. „Ziel des Verfahrens ist es, beispielhafte Lösungen zu finden, wie Industriebrachen zu nachhaltigen und zukunftsfähigen Wohnquartieren auch und insbesondere für Ortsteile von Mittelzentren entwickelt werden können“, führte Ministerin Scharrenbach aus. Besonderer Schwerpunkt für die Entwicklung des „Quartier Lambertz“ sei das Arbeiten mit dem Baustoff Holz als nachhaltiger Baustoff.

Printenfabrik als Pilotprojekt

Anlass ist eine rund vier Hektar große Industriefläche in Würselen-Broichweiden, die aufgrund von Standortverlagerungen seit 2016 brachliegt und in den kommenden Jahren auf Grundlage dieses Wettbewerbs als zukunftsfähiger Wohnstandort unter dem Namen „Quartier Lambertz“ neu entwickelt werden soll. Auf der Brachfläche sollen zukünftig bis zu 350 Wohneinheiten, davon rund 30 Prozent im öffentlich-geförderten Wohnungsbau, errichtet werden. 
Für die Stadt Würselen böte der Landeswettbewerb die Möglichkeit, eine langjährige Industriebrache unter Beteiligung von namhaften Experten und innovativen Ansätzen in ein attraktives Wohnquartier umzugestalten, sagte Roger Nießen, Bürgermeister der Stadt Würselen. „Besonders im Hinblick darauf, dass unsere schöne Stadt immer weiter wächst und eine enorme Wohnraumnachfrage besteht, ist es mir wichtig, hier auf dem,alten ‚Kinkartzgelände‘ entsprechende Perspektiven zu bieten und neuen lebenswerten Wohnraum zu schaffen.”
Der Investor für das neue „Quartier Lambertz“ ist die Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & CO KG, vertreten durch die Wilhelm Kinkartz GmbH & Co. KG. Mit der Teilnahme am Landeswettbewerb verpflichtet sich der Investor, einen der Preisträgerentwürfe zumindest in Teilen umzusetzen. Unter Federführung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen arbeiten die Stadt Würselen, der Investor und die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen als Kooperationspartnerin zusammen, um mithilfe des städtebaulichen Landeswettbewerbs die besten Ideen für die Entwicklung der Industriebrachen zu einem innovativen und zukunftsfähigen Wohnquartier zu finden. 
Auch die Lambertz-Gruppe als Investor sieht das Projekt als Chance, erläuterte Alleininhaber Prof. Dr. Hermann Bühlbecker: „Auch wenn die Herstellung von Gebäck unser Kerngeschäft ist, begrüßen wir, im Rahmen unserer unternehmensweiten Bemühungen um Nachhaltigkeit durch den Landeswettbewerb die Gelegenheit zu haben, hier in Würselen ein vorbildhaftes Wohnquartier entstehen zu lassen.“

Preisgericht tagt im Mai

Das Preisgericht wird am 24. Mai 2022 tagen und aus den 30 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen die besten Entwürfe auswählen. Mit dem Schwerpunkt zum Thema Holzbau werden in diesem Landeswettbewerb besonders innovative Ideen erwartet, die als Impulsgeber auch für andere Standorte einen wichtigen Beitrag zum Holz zu werten sind.

Wettbewerbe sichern Qualität

Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, erklärt: „Wir brauchen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum mit hoher Qualität. Wettbewerbe bedeuten: Das beste Planungskonzept setzt sich durch - in städtebaulicher, funktionaler, wirtschaftlicher und gestalterischer Hinsicht.“ Durch die Auslobung von Wettbewerben könnten Bauherren ihrer Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung unserer gebauten Umwelt gerecht werden. „Der diesjährige Landeswettbewerb in Würselen, der durch einen privatwirtschaftlichen Investor ausgelobt wird, ist hierfür ein hervorragendes Beispiel.“
Alle eingereichten Arbeiten werden für interessierte Besucher in Würselen im Nachgang ausgestellt werden. 

Teilen via