AKNW-Präsidentin Katja Domschky und Handwerk.NRW-Präsident Andreas Ehlert im Gespräch – Foto: Handwerk.NRW

Architektenkammer NRW und Handwerk im Austausch

Die Stärkung des Mittelstands, aktuelle Entwicklungen im Vergaberecht und die gemeinsame Verantwortung für Baukultur standen im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs von AKNW-Präsidentin Katja Domschky bei Andreas Ehlert, dem Präsidenten von „Handwerk NRW“. Im Gespräch mit dem Gesamtinteressensverband des Handwerks in Nordrhein-Westfalen sprach Katja Domschky intensiv über die Mittelstandsförderung sowie die Frage, wie politische und rechtliche Rahmenbedingungen ausgestaltet werden müssen, um kleine und mittlere Planungsbüros sowie Handwerksbetriebe wirksam zu unterstützen.

13. Oktober 2026von Michèle Eichhorn

Beide Seiten betonten die zentrale Bedeutung leistungsfähiger mittelständischer Strukturen für das Planen und Bauen in Nordrhein-Westfalen. Verlässliche Förderbedingungen, der Abbau bürokratischer Hemmnisse und praxistaugliche Regelungen wurden dabei als entscheidende Voraussetzungen hervorgehoben, um insbesondere das Bauen im Bestand zu erleichtern und eine wirtschaftlich tragfähige Umbaukultur zu stärken.

Beim Vergaberecht bestand Einigkeit, dass Vereinfachung und Beschleunigung nicht zulasten von Qualität, fairem Wettbewerb und mittelstandsgerechten Zugängen gehen dürfen. Mit Blick auf die zu erwartenden aktuellen Veränderungen im europäischen und kommunalen Vergaberecht sprachen sich Domschky und Ehlert dafür aus, den Qualitätswettbewerb zu stärken und die Fach- und Teillosvergabe abzusichern. Diese ermöglicht kleineren Planungsbüros und Handwerksbetrieben den Zugang zu öffentlichen Aufträgen und wirkt einer zunehmenden Marktkonzentration entgegen.

Einigkeit bestand auch darin, dass Baukultur erst im Einklang guter Planung und guter Ausführung entsteht. Architektenschaft und Handwerk trügen dabei unterschiedliche, eng miteinander verbundene Verantwortungen, so AKNW und Handwerk.NRW. Das gelte besonders für Sanierung, Weiterbauen und zirkuläres Bauen: Qualität entsteht, wenn Planung und handwerkliche Umsetzung frühzeitig zusammengedacht werden und beide Seiten ihre jeweilige Expertise in den Bauprozess einbringen.

Der Antrittsbesuch unterstrich die vielfältigen gemeinsamen Interessen von Architektenschaft und Handwerk. Der Austausch soll fortgesetzt werden, um gemeinsame Anliegen gegenüber Politik und Öffentlichkeit weiter voranzubringen.

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