Vernissage einer neuen internationalen Ausstellung zur Landschaftsarchitektur in NRW

NATURTEKTUR - Vernissage einer neuen internationalen Ausstellung zur Landschaftsarchitektur in NRW

Die aktuellen Veränderungsprozesse in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft führen dazu, dass sich auch der Blick auf die Landschaft und der planerische Umgang mit ihr grundlegend verändern. Wie sich unsere Landschaft in den vergangenen Jahrhunderten entwickelt hat und vor welchen Herausforderungen Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten gegenwärtig stehen, zeigt die neue Ausstellung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen „NATURTEKTUR / naturetecture“. Die Ausstellung wurde am 10. Februar im Haus der Architekten eröffnet und ist bis zum 19. März in Düsseldorf zu sehen.

12. Februar 2010von Christof Rose

„Landschaft ist heute ein rares und sensibles Gut, mit dem wir im Sinne der nachfolgenden Generationen verantwortungsvoll umgehen müssen“, betonte der Präsident der Architektenkammer NRW, Hartmut Miksch, anlässlich der Ausstellungseröffnung. In einem dicht besiedelten und bebauten Land wie Nordrhein-Westfalen komme der gezielten Planung und Gestaltung von Naturräumen, Landschaften und Nutzflächen nicht nur ökologische und ökonomische, sondern zunehmend auch eine soziale Funktion zu. Entsprechend befasst sich die Ausstellung „NATURTEKTUR“, die 13 Themenfelder der Landschaftsarchitektur analysiert und darstellt, in mehreren thematischen Blöcken mit der Gestaltung von städtischen Gemeinschaftsparks- und -anlagen, dem Erholungswert von Natur, der Gestaltung von Freizeit- und Spielflächen sowie der Verbindung von Natur und Kultur.

Ein zentrales Aufgabenfeld stellt für die Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten der Umgang mit durch menschliche Eingriffe beschädigten Naturräumen dar. „Weltweit verlieren die Räume der Industrielandschaft ihre Funktion und stehen zur Disposition“, erläuterte Lutz Lienenkämper, Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, auf der Vernissage im Haus der Architekten. Mit landschaftsarchitektonischen Konzepten könnten diese Flächen aufgewertet werden. „NRW hat sich schon früh den Herausforderungen der Umstrukturierung gestellt, zum Beispiel mit dem Landschaftspark Duisburg-Nord, dem Garten der Erinnerung im Duisburger Innenhafen oder bei zahlreichen Haldenprojekten entlang der Emscher.“ Diese und weitere Beispiele werden in der Ausstellung „NATURTEKTUR“ konzeptionell und mit großen, attraktiven Fotografien vorgestellt, der bislang ersten Ausstellung dieser Art, wie Minister Lienenkämper betonte.NRW: Ein "Hot-Spot" der Landschaftsarchitektur

"Landschaft hat Konjunktur", betonte Ernst Herbstreit, Vorsitzender des Ausschusses Landschaftsarchitektur der AKNW, in seiner Ansprache. Es habe in Nordrhein-Westfalen seit der IBA Emscher Park eine ganze Reihe international beachteter Projekte zur Rückgewinnung von Landschaft und zur Schaffung qualitätvoller Freiräume gegeben. "Wir hatten alleine 20 Gartenschauen in NRW. Dazu kommen noch die REGIONALEN und viele weitere Projekte", zählte Herbstreit auf. Damit habe NRW weitaus mehr im Bereich der Landschaftsarchitektur getan, als jedes andere Bundesland. "NRW ist ein Hot-Spot der Landschaftsarchitektur", resümierte der Bochumer Landschaftsarchitekt.Internationaler Anspruch

„naturetecture“ wurde kuratiert von Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar. „Durch die globalen Herausforderungen des postindustriellen Zeitalters und der dringenden Aufgaben in der Zeit wachsender ökologischer Probleme und des aufkommenden Klimawandels ist weltweit ein wachsendes Interesse an Landschaftsarchitektur zu erkennen“, glaubt Prof. Sikiaridi. „Da sich Nordrhein-Westfalen vergleichsweise früh und in innovativer Weise den Herausforderungen der Umstrukturierung gestellt hat, besitzt das Land einen reichen Erfahrungsschatz im Umgang mit postindustrieller Landschaft. Aufgabe der internationalen Wanderausstellung ‚naturetecture’ ist, dieses Know-how zu kommunizieren.“ Nicht die Präsentation von Einzelprojekten und Persönlichkeiten, sondern die Aufgaben und die Instrumente zur Qualifizierung von Landschaft im postindustriellen Zeitalter stehen dabei im Mittelpunkt.

Optisch beeindruckt die Ausstellung durch die hochwertigen Fotografien von Julian Roeder und Johannes Schwartz, die nicht illustrativ eingesetzt werden, sondern konzeptionell in die jeweiligen Themen einführen. Das Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Entwicklung der Ausstellung im Rahmen der Landesinitiative StadtBauKultur NRW unterstützt. Sie ist durchweg zweisprachig (Deutsch / Englisch) konzipiert und soll im Anschluss an die Präsentation in Düsseldorf auch international gezeigt werden. Termine in Istanbul und Shanghai (Expo 2010) sind bereits in Planung.

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