Festliche Preisverleihung im K21 Düsseldorf – Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Preis für Denkmalpflege: Handwerk bewahrt Kulturerbe

Beim Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026 in Nordrhein-Westfalen sind am 13. Oktober herausragende Restaurierungsleistungen geehrt und das Können und die Bedeutung des Handwerks zum Erhalt historischer Bausubstanz gewürdigt worden. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst überreichte die Preise im Rahmen eines Festaktes im Düsseldorfer Kunstmuseum K21. Die Veranstaltung würdigte herausragende Leistungen bei der Bewahrung des kulturellen Erbes. Die zwei ersten Preise gingen an die Sanierung des Herrenhauses Harkotten in Sassenberg (Bernhard Bramlage Architekten) und an die Alte Rentei in Nieheim (Architekturbüro Alexander von Köckritz).

15. Oktober 2026von ZDH/Christof Rose

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrick Wüst würdigte das Handwerk als „eine der tragenden Säulen in unserem Land“. In Nordrhein-Westfalen gebe es rund 200.000 Handwerksbetriebe mit etwa 1,5 Millionen Beschäftigten. „Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen in besonderer Weise für Menschen, die Verantwortung übernommen haben und ihr Handwerk verstehen“, lobte Ministerpräsident Wüst.

Die Jury, in der AKNW-Vizepräsidentin Dagmar Grote mitwirkte, betonte die hohe Qualität der eingereichten Projekte sowie das außergewöhnliche Engagement der Eigentümer:innen, Architekt:innen, Restaurator:innen und Handwerksbetriebe. „Das Verfahren zeigt die Qualitäten, die eine gute Bestandsarbeit sichern und weiterentwickeln kann“, erklärte Dagmar Grote. Das Verfahren habe auch belegt: „Die besten Ergebnisse im anspruchsvollen Feld der Denkmalpflege finden sich dort, wo Bauherren, Architekten und Handwerksbetriebe eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ . In der Regel fanden die ausgezeichneten Maßnahmen unter Planung und Leitung von Architektinnen und Architekten statt. Die Architektenkammer NRW war deshalb in diesem Jahr Partnerin des Auszeichnungsverfahrens.

Durch den Preis sollen private Denkmaleigentümer ermutigt werden, bei der Erhaltung ihrer historischen Gebäude auf die Qualität und Leistungsfähigkeit qualifizierter Handwerksbetriebe zurückzugreifen. Gleichzeitig macht die Auszeichnung auf die zentrale Bedeutung des Handwerks für die Bewahrung des kulturellen Erbes aufmerksam.

“Wer historische Gebäude erhält, braucht besonderes Können und ein tiefes Verständnis für Materialien und traditionelle Techniken. Handwerkerinnen und Handwerker retten alte Dachstühle, restaurieren Fassaden und bewahren wertvolle Bausubstanz vor dem Verfall. Sie erhalten damit nicht nur Gebäude, sondern auch ein Stück Geschichte und Heimat für kommende Generationen”, sagte Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), die Preisträgerinnen und -träger. Alle ausgezeichneten Projekte zeigten, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Gewerke und die Verbindung traditioneller Techniken mit fachlicher Planung seien.

Die Rolle der Architektinnen und Architekten bei der Arbeit im Bestand – und ganz besonders im Denkmalschutz – sei unerlässlich, um die Kompetenzen aller Beteiligten zu synchronisieren und zu bündeln, erklärte Architekt Alexander von Köckritz, der das Projekt „Alte Rentei“ in Nieheim geplant hatte. „Dabei geht es in diesem Planungssegment auch um die Nutzung von Fördermitteln und um die Abstimmung mit der Denkmalpflege.“ Einen frühzeitigen Austausch aller Planungsverantwortlichen und Gewerke betonte auch Architekt Bernhard Bramlage am Rande der Preisverleihung im Gespräch. „Die Leistungsphase 0 ist enorm wichtig“, sagte der Düsseldorfer Architekt. Auf dieser Basis seien auch verlässlich Bauzeiten- und -kostenpläne kalkulierbar – und könnten dann auch verlässlich eingehalten werden.

Die Ausschreibung des „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026 in Nordrhein-Westfalen“ hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks in enger Zusammenarbeit mit dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW als Oberste Denkmalschutzbehörde, der Staatskanzlei NRW, der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen sowie dem Handwerkskammertag Nordrhein-Westfalen und den sieben Handwerkskammern im Land vorgenommen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick: 

1. Preis

  • Sassenberg, Herrenhaus Harkotten: Ferdinand und Maximilian Freiherr von Korff mit Bernhard Bramlage Architekten aus Düsseldorf, Altefrohne Planungsgesellschaft aus Warendorf und drei verschiedenen Gewerken.
  • Nieheim, Alte Rentei: Johann-Friedrich Freiherr von der Borch mit Architekturbüro Alexander von Köckritz aus Beverungen und fünf verschiedenen Gewerken.

2. Preis

  • Warburg-Calenberg, Mausoleum Schuchard: Hans-Hugo Schuchard mit Architekturbüro Alexander von Köckritz und vier verschiedenen Gewerken.
  • Aachen, Villa Monheim: Jenna und Robert Prahl mit acht verschiedenen Gewerken. 

3. Preis

  • Menden, Wohnhaus: Monika Otten mit Hilker + Jochheim GmbH und zwei verschiedenen Gewerken. 

Förderpreis

  • Rheine, Mauerhaus: Verein Historische Altstadt Rheine, Achterkamp Architektur aus Steinfurt.

Sonderpreis

  • Essen-Horst, Villa Vogelsang: Linuxhotel GmbH mit Stuckateur Helder Horta aus Raesfeld.

Handwerkerpreise

  • Krefeld-Uerdingen, Fabrikanten-Villa Breuhaus de Groot: Dr. Nina Schirmer-Hannig und Peer Hannig mit Goertz Architekten + Ingenieure sowie zwei verschiedenen Gewerken. 
  • Leichlingen, Fachwerkhofanlage Windfoche 1: Sabine und Siegfried Sonnenberg mit Lehmkonzepte GbR aus Solingen. 
  • Nideggen-Muldenau, Burg Muldenau: Dr. Regine Weber mit Ingenieurbüro Paul Höhl und Gebr. Robens Zimmerei und Holzbaugesellschaft GmbH aus Erftstadt.
  • Sassenberg, Kapelle der Doppelschlossanlage Harkotten: Ferdinand Freiherr von Korff und Friedrich-Carl Freiherr von Ketteler mit Altefrohne Planungsgesellschaft aus Warendorf mit drei verschiedenen Gewerken. 
  • Solingen, Gründerzeitliche Villa: Monika Tiefenthal mit Tischlerei Daniel Otterbein aus Wuppertal. 
  • Telgte, Handwerkerhaus Königstraße 37: Fara und Christian Steinmeier mit Zimmerer Marius Pohlmann aus Telgte. 


Hintergrundinformationen zum Bundespreis und zur Denkmalpflege im Handwerk
Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege wird seit 1994 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks durchgeführt und jährlich in zwei Bundesländern ausgeschrieben; 2026 waren dies Nordrhein-Westfalen und Bremen. 

In Nordrhein-Westfalen standen für die ausgezeichneten privaten Denkmaleigentümer insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung. Die beteiligten Handwerksbetriebe erhielten Ehrenurkunden. Die Auszeichnung soll Eigentümer ermutigen, historische Gebäude mit qualifizierten Handwerksbetrieben zu erhalten, und auf die Bedeutung handwerklicher Qualität für die Denkmalpflege aufmerksam machen.

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  • AKNW-Vizepräsidentin Dagmar Grote war Mitglied der Jury zu dem Auszeichnungsverfahren. Jörg Dittrich (Präsident des ZDH) und Dr. Juliane Parys (Vorständin Deutsche Stiftung Denkmalschutz) dankten für die intensive Arbeit. – Foto: Christof Rose/Architektenkammer NRW
  • Die Architekten Alexander von Köckritz (l.) und Bernhard Bramlage konnten sich über die Auszeichnungen ihrer Projekte mit jeweils einem 1. Preis freuen. – Foto: Christof Rose/Architektenkammer NRW
  • 1. Preis: Sassenberg, Herrenhaus Harkotten: Ferdinand und Maximilian Freiherr von Korff mit Bernhard Bramlage Architekten aus Düsseldorf, Altefrohne Planungsgesellschaft aus Warendorf und drei verschiedenen Gewerken. – Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • 1. Preis: Sassenberg, Herrenhaus Harkotten: Ferdinand und Maximilian Freiherr von Korff mit Bernhard Bramlage Architekten aus Düsseldorf, Altefrohne Planungsgesellschaft aus Warendorf und drei verschiedenen Gewerken. – Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • 1. Preis: Nieheim, Alte Rentei: Johann-Friedrich Freiherr von der Borch mit Architekturbüro Alexander von Köckritz aus Beverungen und fünf verschiedenen Gewerken.– Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • 1. Preis: Nieheim, Alte Rentei: Johann-Friedrich Freiherr von der Borch mit Architekturbüro Alexander von Köckritz aus Beverungen und fünf verschiedenen Gewerken.– Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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