Außenansicht aus der erhöhter Perspektive eines Bürogebäudes: ein zwölfgeschossiges Bürohochhauses mit erweitertem Sockelbaum flachen und eine
Sechs von 141 Projekten, die am Tag der Architektur 2026 in NRW besichtigt werden können: LYGHT in Düsseldorf; Architektur: caspar.schmitzmorkramer gmbh, Köln - Foto: HGEsch/caspar.

Tag der Architektur in NRW: 141 gute Beispiele für zeitgemäßes Planen und Bauen

Hinter die Fassaden von Bauwerken zu blicken und sich von aktueller Architektur für eigene Projekte inspirieren zu lassen – diese Gelegenheit bietet auch in diesem Jahr wieder der „Tag der Architektur“. Bei dem sommerlichen Architekturevent stehen am 27. und 28. Juni in Nordrhein-Westfalen 141 Wohnhäuser, Quartiere, Gärten und Grünanlagen in 76 Städten und Gemeinden für Besucherinnen und Besucher offen. Ein breites Spektrum aktueller Bauprojekte präsentiert das bundesweit größte Architekturfestival, das seit 1996 jedes Jahr am letzten Juni-Wochenende viele Tausend Interessierte anzieht. In Nordrhein-Westfalen reicht die Bandbreite der teilnehmenden Projekte in diesem Jahr von Wohnungen in einer alten Scheune bis zum universitären Forschungszentrum, vom neuen Wohnkomplex auf einer ehemaligen Brachfläche bis zu einem Campus für Digitalisierung, KI und Innovation.

16. April 2026

„Was mich an den 141 Projekten dieses Jahrgangs besonders freut: Die Mehrzahl sind keine Neubauten, sondern entwickeln den Gebäudebestand weiter“, sagt Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. „Die Planenden haben Bestehendes weitergedacht – klug, nachhaltig, mit Respekt vor dem, was schon da war. Das ist kein Kompromiss, das ist Haltung.“ Auf diese Weise werde Graue Energie, die in bestehenden Gebäuden gespeichert sei, genutzt. „Qualitäten erhalten statt abreißen: Das sind die Antworten unseres Berufsstands auf die Herausforderungen unserer Zeit“, unterstreicht die Präsidentin der größten deutschen Architektenkammer.

Der „Tag der Architektur“ jährt sich in NRW bereits zum 31. Mal. Viele tausend Architekturfans und Bauinteressierte nutzten in den vergangenen Jahren das große Architekturevent am letzten Juni-Wochenende, um sich über gestalterische Trends, intelligente Planungsansätze und technische Entwicklungen beim Bauen und Wohnen zu informieren und sich mit den Planenden über ihre Ideen und Konzepte auszutauschen. Durch eine umfassende Berichterstattung der Medien werden die vorgestellten Bauwerke von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen betrachtet den Tag der Architektur deshalb als wichtigen Beitrag zum baukulturellen Diskurs in Deutschland.

Trends und Themen 2026

Am Tag der Architektur werden aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen deutlich, die sich bereits in den vergangenen Jahren abzeichneten: Nachhaltigkeit ist weiterhin das große Thema, was nicht zuletzt dazu führt, dass zahlreiche Projekte zur Umnutzung, Sanierungen und Weiterentwicklungen im Bestand präsentiert werden. Ein beeindruckendes Beispiel für eine nachhaltige Revitalisierung ist das LYGHT, ein zwölfgeschossiges Bürohochhaus im Düsseldorfer Norden, das vom Kölner Büro caspar.schmitzmorkramer nach Green-Building-Kriterien neu konzipiert wurde.

Der gesellschaftliche Trend „Von der Stadt aufs Land“ lässt sich an der zunehmenden Zahl der teilnehmenden Bauten im ländlichen Raum ablesen. Ein Projekt wie das „Atelier für Architekturfotografie“ von HG Esch in Hennef (Nebel Pössl Architekten, Köln) steht in vorbildlicher Weise dafür, wie auf dem Lande regionaltypisch gebaut und damit zum Erhalt der regionalen Baukultur beigetragen werden kann.

Einen auffallend breiten Raum unter den zu besichtigenden Bauten nehmen in diesem Jahr in NRW insbesondere Bildungsbauen ein, wie beispielsweise das Forschungsgebäude Caledo an der TU Dortmund (Gerber Architekten, Dortmund). Auch Umnutzungen von Kirchen sind gleich an mehreren Orten zu sehen. Beim Projekt „Thomas Morus“ in Leverkusen wurde vom Büro Kollbach Bansi Architekten mit viel Feingefühl die denkmalgeschützte ehemalige Thomas Morus-Kirche in eine soziale Wohneinrichtung mit 15 Apartments für ehemals wohnungslose Menschen umgewandelt.

Aktuelle Entwicklungen im Hinblick auf Klimaresilienz repräsentieren die Projekte der Landschaftsarchitektur, die in diesem Jahr zu besichtigen sind - Gartengestaltungen, Quartiersbegrünungen und städtische Grünzonen. Der im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027 realisierte Klimagarten in Schwerte (Förder Landschaftsarchitekten, Essen) mit dem „gebauten Experiment“ eines Klimapavillons (New GbR Architekten / Jutta Albus Architektur, Köln) hat zudem einen didaktischen Anspruch: Das Konzept setzt auf Umweltbildung durch niederschwellige und praktische Erfahrbarkeit klimarelevanter Themen.

Hintergrund: „Tag der Architektur“

Der „Tag der Architektur“ hat sich bundesweit als Architekturevent vor den Sommerferien fest etabliert. Architektinnen und Architekten, Innenarchitekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie Stadtplaner*innen sind vor Ort, um gemeinsam mit ihren Auftraggebern neue oder erneuerte Bauten vorzustellen, die Besonderheiten der Architektur zu erläutern und Fragen der Besucher*innen zu beantworten. Vorgestellt werden in Nordrhein-Westfalen Bauten, die in den vergangenen fünf Jahren in unserem Bundesland realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren.

Katalog und Internet-Datenbank

Alle Objekte werden ab Mitte Mai über eine Internet-Datenbank mit Fotos, Kurzbeschreibungen und allen relevanten Informationen unter www.aknw.de abrufbar sein.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen stellt alle Bauten und Objekte zum „Tag der Architektur 2026“ zudem in einem kompakten Katalog vor, der ab Mitte Mai vorliegt und schon jetzt vorbestellt werden kann unter Tel.: (0211) 49 67-85 bzw. per Mail an tda@aknw.de.


Hinweis an die Redaktionen:
Den Katalog bekommen Sie unmittelbar nach Erscheinen automatisch von uns zugesandt.

Fotos der hier genannten Beispiele sowie von einigen weiteren herausragenden Objekten finden Sie zum Download in druckfähiger Auflösung hier.
 

Klicken Sie hier, um das Karussell zu überspringen.
  • Luftaufnahme des mehrteiligen, langgestreckten Gebäuderiegels mit Dachbegrünung
    Atelier für Architekturfotografie in Hennef; Architektur: Nebel Pössl Architekten GmbH, Köln - Foto: HG Esch
  • Außenansicht eines rot geklinkerten Bürogebäudes
    Forschungsgebäude CALEDO an der TU Dortmund; Architektur: Gerber Architekten GmbH, Dortmund - Foto: Hans Jürgen Landes
  • Blick von unten nach oben im Innenbereich des Kirchengebäudes
    Thomas Morus - Soziales Wohnen mit Quartierstreff in Leverkusen; Architektur: Kollbach Bansi Architekten PartmbB, Leverkusen - Foto: Kollbach Bansi Architekten
  • Luftaufnahme des Parks mit einem Gebäude auf einer Rasenfläche
    Klimagarten Schwerte; Landschaftsarchitektur: Förder Landschaftsarchitekten GmbH, Essen - Foto: Christoph Harmata / benefacta.de
  • Innenaufnahme des Pavillons mit großen Fensterflächen und einer Holzkonstruktion; Konferenztisch in der Mitte
    Klimapavillon Schwerte; Architektur: New GbR Architekten BDA / Jutta Albus Architektur BDA, Köln - Foto: Thilo Rohländer
    Ende des Karussells

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