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Schulen, die Begeisterung auslösen

  • Gruppenbild mit von links: Ernst Uhing, Yvonne Gebauer und Judith Kusch im hohen, offenen, lichtdurchfluteten Foyer des Erzbischöflichen Berufskollegs in Köln. Im Hintergrund sind weiß-gläserne, geschwungene Galerien zu sehen.

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    Architektin Judith Kusch (3pass Architekten Stadtplaner, Köln, r.) erläuterte im Erzbischöflichen Berufskolleg in Köln die Zusammenhänge zwischen architektonischem und pädagogischem Konzept. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und AKNW-Präsident Ernst Uhing wiesen auf die Bedeutung guter Schulbauten für erfolgreiches Lernen hin. – Foto: Christof Rose

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    Rund 80 Interessierte aus Architektur, Politik, Verwaltung und Medien begrüßte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Diese überzeugte die hohe Architekturqualität der ausgezeichneten Objekte. - Fotos: Christof Rose

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    Lichtdurchflutetes, offenes Atrium mit vielen Lernzonen: Das neue Erzbischöfliche Berufskolleg in Köln - Foto: Christof Rose

In guten Schulgebäuden lernt man besser. – Mit dieser Überzeugung zeichneten das NRW-Ministerium für Schule und Bildung und die Architektenkammer NRW im vergangenen Jahr zwölf neue oder erneuerte Schulen mit dem "Schulbaupreis 2018" aus. Drei dieser vorbildlichen Schulgebäude wurden am 28. Mai von den Auslobern gemeinsam mit Entscheidern aus Politik, Verwaltung, Architektur und Medien in einer Fachexkursion besucht.

„Wenn man dieses lichtdurchflutete, freundliche Foyer betritt, spürt man sofort: Dieses Bauwerk ist etwas ganz Besonderes!“ NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer zeigte sich spontan begeistert von der Raumwirkung des neuen Erzbischöflichen Berufskollegs in Köln, das nach einem Architektenwettbewerb das Kölner Büro „3pass Architekten Stadtplaner“ realisiert hatte. Architektur habe einen großen Einfluss auf unser aller Leben, so die Ministerin weiter. „Ein durchdachtes Schulgebäude, das den heutigen Anforderungen in den Bereichen Pädagogik, Ganztag und Inklusion entspricht, ist ein großer Gewinn“, unterstrich Ministerin Gebauer in ihrem Grußwort vor Schülern und Lehrern des Erzbischöflichen Berufskollegs.

Das bestätigte auch Ernst Uhing in seinem Statement in Köln. „Eine qualitätvolle Architektur und Innenarchitektur sind unverzichtbar für ein erfolgreiches Lernen und Lehren“, betonte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Lehrräume würden heute zu Lebensräumen, da immer mehr Zeit in Schulgebäuden verbracht werde. „Ich halte es deshalb für wichtig, dass wir regelmäßig hervorragende Beispiele auszeichnen und öffentlich präsentieren.“ Uhing verwies auch auf den Sanierungsbedarf, der weiterhin an vielen Schulen im Lande bestehe. Ein Thema, das Ministerin Gebauer weiter intensiv angehen will. Es stünden drei Förderprogramme mit insgesamt etwa sechs Milliarden Euro Volumen zur Verfügung. „Ich rufe die Kommunen und alle Schulträger auf, die Förderangebote zu nutzen.“

Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Architektenkammer NRW laden regelmäßig nach der Vergabe des gemeinsam ausgelobten Schulbaupreises Bereisungen ausgewählter Preisträgerbauwerke an, um „Best-Practice-Bespiele“ vor Ort zu erleben und um die Bauwerke mit Lehrerinnen und Lehrern, Schulträgern und Schülerinnen und Schülern vor Ort zu besprechen. „Für uns hat sich die Art zu unterrichten mit dem neuen Schulgebäude qualitativ weiterentwickelt“, berichtete Andrea Born-Mordenti. Die Schulleiterin des Erzbischöflichen Berufskollegs Köln zeigte sich von den hellen Räumen begeistert. Insbesondere die acht offenen Lernzonen böten nicht nur den Schülerinnen und Schülern, sondern auch den Lehrerinnen und Lehrern ganz neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

Die Teilnehmer der Fachbereisung erlebten ein Bauwerk, das im Inneren durch Lebendigkeit und Offenheit überzeugt: Eine viergeschossige lichtdurchflutete Halle mit geschwungenen Galerien und einer großen Freitreppe symbolisiert Freiheit und Kommunikation. Hier können sich Schüler, Lehrer und Besucher begegnen. Zudem gibt es offene Lernzonen von hoher Aufenthaltsqualität. Durch eine edle Materialwahl und ein darauf abgestimmtes Farbkonzept drückt der Schulträger hier eine hohe Wertschätzung aus, was sich positiv auf die Lernatmosphäre auswirkt.

Auch beim Neubau der Gesamtschule in Hürth stehen Flexibilität und Offenheit im Zentrum. Das Schulgebäude von h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten aus Stuttgart ist in das Netz alltäglicher städtischer Bewegungsbereiche eingebunden und hat dadurch eine hohe städtebauliche Bedeutung. Es ist klar in Cluster gegliedert und macht die große Schulgemeinschaft so sehr überschaubar. Das fördert den Zusammenhalt. Gleichzeitig öffnet sich die Einrichtung nach außen, indem öffentliche Fußwege über das Schulgelände und in dahinterliegende Grünbereiche führen.

Als drittes ausgezeichnetes Schulgebäude wurde der Erweiterungsneubau Ganztag der Peter-Ustinov-Realschule in Köln besucht. Das Schulgebäude von LK Architekten aus Köln ergänzt ein bestehendes Ensemble aus Gebäudeteilen verschiedener Baujahre und bildet eine ansprechende neue Mitte.

Die Exkursion, an der 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur und Lehrerschaft, aus Schulpolitik und -verwaltung sowie von Schulträgern, Städten, Kommunen und Medien teilnahmen, gab lebendige Einblicke in die Zusammenhänge zwischen den pädagogischen Konzepten und Architektur und Städtebau.       

Lesen Sie hierzu auch:

Bericht über die Verleihung des Schulbaupreis 2018

 

 

Autor: Christof Rose