Zu Besuch bei der kreisl KISTE in Münster, einem studentischen Projekt der MSA Münster aus zirkulären Materialien: kreisl-Projektleiterin Laura Krieger (r.) und Prof. Anja Rosen (l.) waren vor Ort. – Foto: Christof Rose / Architektenkammer NRW

Tag der Architektur: Interessierte trotzten der Hitze

Neue Architektur hautnah erleben, Inspiration finden und Ideen für eigene Bauprojekte entwickeln – diese Gelegenheit nutzten am vergangenen Wochenende in Nordrhein-Westfalen viele Besucherinnen und Besucher beim „Tag der Architektur“ – trotz der extremen Wetterlage. Am Samstag und Sonntag öffneten 141 Wohnhäuser, Quartiere, Gärten und Grünanlagen in 76 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden ihre Türen. Von Wohnungen in einer umgebauten Scheune über neue Wohnkomplexe auf ehemaligen Brachflächen bis hin zu universitären Forschungszentren, einem Campus für Digitalisierung, Kirchenumnutzungen und Experimentalbauten reichte die Vielfalt der Besichtigungsobjekte.

29. Juni 2026

„Trotz der großen Hitze haben sich viele Interessierte auf den Weg gemacht, um neue Architekturen zu erleben, um Ideen für eigene Projekte zu finden und mit den Planerinnen und Planern ins Gespräch zu kommen“, erklärt Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung vermittele sich am besten vor Ort und im Gespräch. „Das hat das größte deutsche Architekturfestival wieder einmal bewiesen.“

In Nordrhein-Westfalen jährte sich der Tag der Architektur zum 31. Mal. Seit 1996 zieht das Event alljährlich viele Tausend architekturbegeisterte und bauinteressierte Menschen an, die aktuelle gestalterische Entwicklungen, innovative Planungsansätze und technische Lösungen rund um das Bauen und Wohnen kennenlernen und sich mit den Planenden austauschen wollen. Auch in diesem Jahr bestätigte die lebhafte Resonanz den Stellenwert des Formats: Die große Zahl an Besucherinnen und Besuchern – trotz der hohen sommerlichen Temperaturen – machte deutlich, dass der Tag der Architektur weiterhin ein Publikumsmagnet ist. 

Auffallend war in diesem Jahr, dass mehr als die Hälfte der Bauwerke Bestandsentwicklungen waren. „Die Planenden haben Bestehendes weitergedacht – klug, nachhaltig, mit Respekt vor dem, was schon da war. Das ist kein Kompromiss, das ist Haltung“, so Kammerpräsidentin Katja Domschky. So werde graue Energie, die in bestehenden Gebäuden gespeichert ist, sinnvoll weitergenutzt. „Qualitäten erhalten statt abreißen: Das sind die Antworten unseres Berufsstands auf die Herausforderungen unserer Zeit“, unterstrich die Präsidentin der größten deutschen Architektenkammer.

Hintergrund: „Tag der Architektur“

Der Tag der Architektur ist bundesweit als Architekturevent vor den Sommerferien fest etabliert. Archi­tektinnen und Architekten, Innenarchitekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie Stadtplaner*innen sind vor Ort und stellen gemeinsam mit ihren Auftraggebenden neue oder erneuerte Bauten vor, erläutern architektonische Besonderheiten und beantworten Fragen der Besucher*innen. In Nordrhein-Westfalen werden Projekte präsentiert, die in den vergangenen fünf Jahren im Bundesland realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren.

Alle Bauten und Objekte, die in diesem Jahr am Tag der Architektur zu sehen waren, können weiterhin über eine Internet-Datenbank unter www.aknw.de/tda mit Fotos und vielen Detailangaben abgerufen werden. 

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  • Quartier Nördliche Westfalenstraße / Gather Höfe: Hier wurde nach Entwürfen von zweipink - Pink Architekten auf den ehemaligen Betriebsflächen der Unternehmen Sack & Kieselbach Maschinenfabrik und C.F. Gomma ein Wohnquartier mit ca. 490 Wohnungen, 3 Gewerbeeinheiten, einer 5-gruppigen Kita und dem zentralen Quartiersplatz errichtet. – Foto: Christof Rose / Architektenkammer NRW
  • Beispiel für Rückgewinnung von Qualität im Bestand in Essen-Rüttenscheid: Hier wurde ein altes Ladenlokal vom Architekturbüro Silberkuhl in zentraler Lage wieder zum Leben zu erweckt. Die Architektinnen Claire Silberkuhl (l.) und Susanne Dötsch (m.) stellten ihr Projekt zusammen mit dem Architekten Matthias Silberkuhl vor. – Foto: Christof Rose / Architektenkammer NRW
  • Eine von vielen umgenutzten Kirchen: Kreuzkirche in Marl-Sinsen (AWO Immobilien GmbH) - Foto: Christof Rose / Architektenkammer NRW
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