
Beim 35. Euregionalen Architekturpreis (EAP) erwiesen sich erneut Studierende der RWTH Aachen als herausragende Nachwuchstalente. Im Rahmen einer feierlichen Verleihung am 15. November im SCHUNCK Glaspaleis im niederländischen Heerlen wurden Judith Baumeister und Frederike Hagen sowie Fabian Jäger – alle drei von der RWTH Aachen - für ihre Abschlussarbeiten mit dem ersten Preis des EAP geehrt.
Der Euregionale Architekturpreis wird jährlich für die besten Abschlussarbeiten der fünf Architekturfakultäten der Euregio (Aachen, Hasselt, Lüttich und Maastricht) verliehen. Die Architektenkammer NRW ist von Beginn an Kooperationspartner des Nachwuchspreises. Die mit Jo Taillieu, Gert Kwekkeboom, Sara Caruso, Zora Syren und Koen Savelkoul besetzte Fachjury hatte über die Gewinner des 35. EAP zu entscheiden.
Judith Baumeister und Frederike Hagen überzeugten die Jury mit ihrer gemeinsamen Abschlussarbeit „Bunte Bauhütte“ im gleichen Maße wie Fabian Jäger mit seinem Projekt „Framework for Occupation“, weshalb sich die Jury erstmals in der Geschichte des EAP dafür entschied, einen geteilten ersten Preis (dotiert mit 1875 Euro) zu verleihen. Die beiden Gewinnerprojekte beeindruckten mit ihrer “Präzision und rigorosen Ausarbeitung, bei der sich Forschung und Design auf ihre ganz unterschiedliche Weise ergänzen”, begründete die Jury ihre Entscheidung. Damit wolle die Jury hervorheben, dass Planerinnen und Planer sowohl äußerste Präzision als auch Experimentierfreude und Risikobereitschaft mitbringen müssten, hieß es weiter.
Judith Baumeister und Frederike Hagen seien bei Ihrem Projekt „Bunte Bauhütte“ von der Genauigkeit der Forschung, der Kartierung des bereits vorhandenen Materials und der Ausschöpfung lokaler Materialien inspiriert worden, urteilte die Jury. Das realisierte Selbstbauprojekt – der Wiederaufbau eines Gartenhäuschens aus gesammelten Fundstücken – „integriert zufällige Ergebnisse und testet die Grenzen der Materialien, während es auf den Kontext des Geländes reagiert und darauf aufbaut“, heißt es in der Jurybegründung.
Die Masterarbeit "Framework for Occupation“ von Fabian Jäger untersucht das Konzept eines beständigen, anpassungsfähigen Rahmens – eines Prototyps, der als tragfähiges Gerüst konzipiert ist und Flexibilität aufgrund von programmatischer Offenheit bietet. Die Jury würdigte, dass die Arbeit ein höchst dringendes Thema behandele und zum Nachdenken über die Langlebigkeit und Erschwinglichkeit der Stadtarchitektur einlade. „Es handelt sich um eine Untersuchung, welche Systeme bereits verfügbar sind, und schlägt ein Projekt vor, das nicht nur nachhaltig, sondern – noch wichtiger – langfristig wirklich nachhaltig ist“, lobte die Jury.
Ebenfalls an der RWTH Aachen studierte der dritte Preisträger, Johannes Bergerfurth, der für sein Projekt „Ein Griff in den Baukasten – Umbauen auf den Marburger Lahnbergen“ ausgezeichnet wurde. Seine Abschlussarbeit überzeugte die Jury, „weil es eine sehr klare Methode und eine ‚Werkzeugkiste‘ für die Arbeit mit dem architektonischen Erbe der Nachkriegszeit bietet“.
Außerdem wurden drei Abschlussarbeiten mit lobenden Erwähnungen gewürdigt. Marie Becker (RWTH Aachen) erhielt eine lobende Erwähnung für die Arbeit „Heimat um/bauen. Vom Leerstand zum adaptiven Lebensraum für Geflüchtete", Thomas Cuyt (UHasselt) für „Terra Vacua, the revaluation of the heathland landscape“ sowie Bérénice Legros, Julien Laurent, Juliette Guissart & Pauline Laurent (ULiège) für das gemeinsame Abschlussprojekt „Muralia“.
Der EAP wird vom interdisziplinären Kulturinstitut SCHUNCK im niederländischen Heerlen ausgelobt und organisiert. Alle ausgezeichneten Arbeiten werden noch bis zum 11. Dezember 2025 in einer Ausstellung im SCHUNCK Glaspaleis präsentiert.
Weitere Informationen zu den 29 nominierten Projekten – den besten Abschlussprojekten des Jahres 2024.
Teilen via