AKNW-Stellungnahme: Umbauoffensive im Bestand

Die SPD-Landtagsfraktion fordert mit ihrem Antrag „NRW muss funktionieren: Handeln statt Klagen - Umbauoffensive im Bestand kann mehr Wohnraum für kleine Haushalte schaffen und Klimaschutz im Wohnsektor voranbringen“ die Landesregierung NRW auf, Förderprogramme für selbstgenutztes Wohneigentum zu etablieren. Die Architektenkammer NRW wurde vom Ausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung im Rahmen einer schriftlichen Anhörung aufgefordert, eine Stellungnahme einzureichen, um die Ausschussberatungen zu unterstützen.

05. März 2026von Simon Adenauer

Die SPD-Fraktion sieht insbesondere im Bestand Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen setzt sich in ihrer Stellungnahme für eine nachhaltige, kosteneffiziente und rechtssichere Bau- und Wohnungspolitik in NRW ein, die Bestandsgebäude stärker nutzt, Klimaziele berücksichtigt und den Wohnungsmarkt entlastet. ​

Für den Bestand sieht die Architektenkammer das größte Potenzial in der Umsetzung der so genannten „Oldtimer-Regelung“. Losgelöst vom Neubau-Anspruch kann die Besinnung auf die Schutzziele (z.B. Schutz für Leib und Leben, gesunde Wohnverhältnisse etc.) zu einer entscheidenden Kosten- und Bürokratiesenkung führen. 

Die AKNW verweist in diesem Zusammenhang auf den vorliegenden Gesetzesentwurf zur Bauordnung NRW, in dem die von der IK-Bau NRW vorschlagene Oldtimer-Regelung Anwendung findet. Somit werden abweichende bauordnungsrechtliche Anforderungen an Bestandsbauteile möglich, um Sanierungen und Umbauten kostengünstiger auszuführen.

In ihrer Stellungnahme fordert die AKNW wiederholt die Verankerung einer Ökobilanzierung als bautechnischen Nachweis in der Bauordnung NRW, um Umweltwirkungen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu bewerten. Es wird vorgeschlagen, gebäudegebundene Förderungen als Basisförderung an die Einhaltung von Ökobilanz-Grenzwerten zu koppeln, um nachhaltige Sanierungen zu fördern und die Klimaziele zu erreichen.

Ein weiterer Aspekt, um Bausubstanz zu fördern und eine fachliche Abwägung der Potenziale zu gewährleisten, besteht aus Sicht der AKNW in der Einführung einer Anzeigepflicht für geplante Abrisse von Gebäuden der Klassen 1 und 3.

Auch in der Einführung von Bürgschaften für junge Familien und Haushalte mit mittleren Einkommen sieht die AKNW Möglichkeiten, den Zugang zu Wohneigentum auch im Bestand zu erleichtern.

Die Reduzierung von Verfahrensdauern, eine flächendeckende Digitalisierung von Verfahren und personelle Aufstockung bei den genehmigenden Behörden sind weitere Bausteine auf dem Weg zur Schaffung des dringend benötigten Wohnraums. 

AKNW-Stellungnahme zum Antrag der Fraktion der SPD „NRW muss funktionieren: Handeln statt Klagen - Umbauoffensive im Bestand kann mehr Wohnraum für kleine Haushalte schaffen und Klimaschutz im Wohnsektor voranbringen“ (PDF)

 

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