Die Bundesarchitektenkammer (BAK) warnt vor einer Abschwächung zentraler Steuerungsmechanismen im geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und legt mit den „Fünf Regelungsbausteinen für ein praxistaugliches Gebäudemodernisierungsgesetz“ konkrete Vorschläge vor.
Die aktuell diskutierten Eckpunkte von CDU/CSU und SPD setzen aus Sicht der BAK zu stark auf kurzfristige politische Entlastungen und drohen die langfristige Verlässlichkeit der Gebäudeenergiepolitik zu untergraben. Werden Anforderungen abgesenkt oder verschoben, bleiben die Klimaziele bestehen. Die Folge sind steigende Kosten, wachsende Planungsunsicherheit und ein verschärfter Transformationsdruck in späteren Jahren.
Ziele der Regelungsbausteine:
1. Klimaziele im Gebäudebereich wirksam absichern: Aus Sicht der BAK besteht das Risiko, dass einzelne Ansätze aus dem Eckpunktepapier die ohnehin bestehende Lücke bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich eher vergrößern als schließen. Die Vorschläge zeigen auf, wie das GMG so ausgestaltet werden kann, dass die CO₂-Minderungsziele im Gebäudebereich weiterhin verlässlich unterstützt werden.
2. Verlässliche Entwicklungspfade statt politischer Richtungswechsel: Für Planung, Investitionen und Qualifizierung braucht es langfristig stabile und nachvollziehbare Entwicklungspfade. Werden Anforderungen wiederholt zurückgenommen und später erneut verschärft, entsteht ein ständiger Richtungswechsel – obwohl die europäischen Anforderungen bereits absehbar sind.
3. Praktikablere Nachweisverfahren für die Transformation im Gebäudebestand: Viele der heutigen Nachweis- und Bilanzierungsverfahren sind sehr aufwändig und im Gebäudebestand nur begrenzt aussagekräftig. Angesichts von Millionen Gebäuden, die in den kommenden Jahren modernisiert werden müssen, werden solche Verfahren schnell zum Engpass. Die BAK schlägt daher vor, bestehende Verfahren gezielt zu ergänzen – etwa durch verbrauchs- und kennwertbasierte Ansätze, die mit deutlich weniger Aufwand eine robuste Bewertung ermöglichen. So können Sanierungsbedarfe schneller erkannt, Maßnahmen priorisiert und Fortschritte überprüft werden.
Die Regelungsbausteine im Überblick:
Papier „Fünf Regelungsbausteine für ein praxistaugliches Gebäudemodernisierungsgesetz“:
Teilen via