Johannes Schwutke von vizz.build (l.) stellte sein eigens entwickeltes KI-Tool mit einem 3D-Stadtmodell vor. Moderator Christof Rose (r.), stellvertretender Geschäftsführer der AKNW, führte die 1500 Teilnehmenden durch den Abend. - Foto: Lea Thormeyer / AKNW

Digital Monday #1: mit KI zur digitalen Stadt

Teilnahmerekord zum Start der ersten Ausgabe der diesjährigen Digital Mondays: Rund 1500 AKNW-Mitglieder und Interessierte schalteten sich zum ersten Termin der 7. Staffel online ein, um Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung in der Architekturbranche zu bekommen. Die Kooperationsveranstaltung der Architektenkammer NRW und der Akademie der AKNW befasste sich am 2. März mit dem Thema „Digitalisierung und Stadtentwicklung“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christof Rose, stellvertretender Geschäftsführer der AKNW.

06. März 2026von Lea Thormeyer / Bendix Loevenich

Im Eröffnungstalk machte Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW, deutlich, dass die Digitalisierung der Branche und die Nutzung sowie der Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu den zentralen Themen des Berufsstands zählen. Eine große Chance sieht Uhing vor allem darin, dass Planer*innen mit der Nutzung von KI von repetitiven Aufgaben entlastet werden können und dadurch auch mehr Zeit für Kreativität gewinnen. Dabei sei es aber wichtig, dass Architektinnen und Architekten die inhaltliche, ethische und fachliche Steuerung von Planungs- und Bauprozessen in ihren Händen behalten. „KI soll Werkzeug und kreatives Instrument, nicht Ersatz für planerische Verantwortung sein“, so Uhing. 

Stadt im digitalen Modell

Wie die Arbeit mit digitalen Zwillingen Prozesse in einer ganzen Stadt verbessern kann, zeigte Mirko Mühlpfort, Teamleiter „Digitale Infrastrukturen“, Stadt Leipzig. Er betreut das Projekt „Connected Urban Twins“, ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Leipzig, Hamburg und München. Ziel von „Connected Urban Twins“ ist es, durch die Nutzung von digitalen Tools Planungsprozesse transparenter, kollaborativer und letztlich auch schneller zu machen. „Ein digitaler Zwilling ist ein digitales Update seines realen Gegenstücks, gespeist aus Daten, Sensoren und Fachinformationen“, erklärte Mühlpfort. Mithilfe von Geobasisdaten, Fachdatensystemen (Umwelt, Energie, Verkehr, Stadtplanung), Urbanen Datenplattformen (Datenmanagement, Metadaten, Visualisierung) und Analyse- und KI‑Komponenten zur Mustererkennung möchte das Projekt Standards und Baukastenprinzipien für urbane digitale Zwillinge entwickeln. Diese sollen sich dann auch auf andere Kommunen übertragen lassen. Die so entwickelten digitalen Zwillinge kommen bereits bei städtebaulichen Entwurfsverfahren, am Planungstisch mit 3D-Stadt-Modellen und auch bei der kommunalen Wärmeplanung in Leipzig zum Einsatz. „Digitale Zwillinge sollen nicht dazu führen, dass Menschen Städte nur noch virtuell erleben, sie sollen die reale Stadt besser machen“, resümierte Mühlpfort.

Stadtplanung in Echtzeit

Ein eigens entwickeltes KI Tool stellte Johannes Schwutke von „vizz.build“ den interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern vor. Im Studio demonstrierte er anhand eines 3D Stadtmodells und farbigen Bausteinen live, wie sich Volumen im Raum sichtbar machen lassen und Varianten in Echtzeit gerendert werden können. Ziel des Tools ist es, das Entwerfen zu beschleunigen und zu erleichtern sowie Phasen der Stadtplanung verständlicher darzustellen. Ausgangspunkt für das Modell sind dabei die physischen Bausteine im Stadtmodell – während diese bewegt werden, erzeugen eine Kamera und eine KI in Echtzeit Visualisierungen. Somit können verschiedene Planungs-Varianten sofort miteinander verglichen und angepasst werden.

Einfacher Zugang zur Stadtplanung

Mit dem Tool möchte Schwutke Stadtplanung einfacher greifbar machen und so einen niedrigschwelligen Zugang für Laien schaffen. Damit könnte das Tool nicht nur im planerischen Alltag bei Stadtplanungs- und Architekturbüros Einsatz finden, sondern auch Partizipationsprozesse mit Bürgerinnen und Bürgern leichter zugänglich und anschaulicher machen. „Das unmittelbare Erleben – etwas wegnehmen und sofort den Effekt sehen – schafft Verständnis und Gesprächsbereitschaft“ erläuterte Schwutke an seinem Modell und ergänzte: „Es geht darum, innere Bilder schneller nach außen zu bringen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen.“

Nächster Digital Monday am 9. März (Achtung: bereits ausgebucht) und am 16. März. Zur Anmeldung für den 16.3.

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  • Mirko Mühlpfort (l.), Teamleiter Digitale Infrastrukturen, Stadt Leipzig, war live zugeschaltet. - Foto: Lea Thormeyer / AKNW
  • Der digital Monday wurde aus der Architektenkammer NRW per Zoom übertragen. Johannes Schwutke demonstrierte vor Ort, wie sein KI-Tool funktioniert. - Foto: Lea Thormeyer / AKNW
    Ende des Karussells

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