See mit einem schwimmenden Häuschen
Prof. Tobias Nolte von der LU Hannover erforscht mit seinem Design-Büro Certain Measures das Thema Urban Mining. Dieses Projekt trägt den Titel: „Berliner Boje – Radikal Reduzieren - Flächen Minimieren / Erlebnis Maximieren“ - Foto: certainmeasures

Digitale Revolution: Forschung und Praxis

Wie beeinflusst die fortschreitende Digitalisierung unserer Lebenswelten die Bau- und Planungsbranche? Diese Frage steht im Mittelpunkt der zweiten Staffel der Workshopreihe „digital Mondays“, zu der die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen für den Monat Mai vier Professor*innen zu virtuellen Gastvorträgen mit Diskussion eingeladen hat. Deutlich wurde: Die rasanten digitalen Entwicklungen betreffen sowohl Planungsprozesse als auch technische Fabrikation und den Betrieb von Bauwerken.

19. Mai 2021Autor: Simon Adenauer / Christof Rose

Den Auftakt zur den „digital Mondays 2021“ machte am 3. Mai Prof. Marco Hemmerling von der TH Köln, der gemeinsam mit dem Absolventen Konstantin Holz und dem Bachelor-Studenten Simon Schnittker über das Thema „Digitales Entwerfen - Informierte Architektur“ sprach.

Prof. Marco Hemmerling stellte als Architekt einen ganzheitlichen Ansatz dar. Sowohl bei der globalen und ökologischen Verantwortung als Planer wie auch in der Lehre an der Fakultät für Architektur, Institut für Architektur und der Forschungs- und Lehreinheit „CODE ARCH“.

Dabei wird der komplette Lebenszyklus der Architektur, vom Entwurf über die Planung und Fertigung bis hin zum Gebäudetrieb und den Szenarien einer möglichen Nachnutzung betrachtet. Durch die fortschreitende Digitalisierung sind auch hierfür neue Instrumente entstanden und die Innovationen in diesem Themenfeld schreiten immer weiter voran. Vom modellbasierten Arbeiten in einer Cloud über die digitale Fabrikation von Strukturen bis hin zur modularen Errichtung von Gebäuden werden diese in der Lehre eingesetzt.

Ganz praktisch wurde die modellbasierte Arbeit am „digital Monday“ live in einer Cloud durch Konstantin Holz und Simon Schnittker gezeigt. Aber auch die Fotos der erfolgten Umsetzung mittels digitaler Fabrikation illustrierten eindrucksvoll die praxisnahe und zukunftsorientierte Lehre. Entsprechend war auch die Resonanz der über 260 Teilnehmer äußerst positiv.

Denn eines wurde deutlich: Gerade in der digitalen Transformation ist die Haltung, der Entwurf und - um es auf ein Wort zuzuspitzen - „die Baukultur“ elementarer Bestandteil einer Planung.

Diesen Diskurs setzt die Architektenkammer NRW in den folgenden digital „MONDAYs“ im Mai 2021 fort. Prof. Tobias Nolte von der LU Hannover, der am 10.05.21 über seine Arbeiten sprach, forscht und arbeitet mit seinem Büro „Certain Measures“ im Grenzbereich zwischen Architektur, Künstlicher Intelligenz und Kunst.

Seine Arbeit „Mine the scrap“ etwa befasst sich mit der Frage, wie Abbruchmaterial als neuer Rohstoff wiedergewonnen und -genutzt werden kann. „Ein Gebäude ist immer nur ein temporärer Zustand von Material“, fasste Prof. Nolte seine Betrachtungsweise zusammen. Sein Team scannt die dreidimensionalen Formen von Abbruchmaterial ein und gibt dem Computer den Auftrag, daraus bestimmte Formen zu kreieren; im Fall von „Mine the scrap“ etwa einen Würfel. Heraus kommen verschiedene Möglichkeiten, wie das erfasste Material sinnvoll eingesetzt werden kann. Einige real gebaute Würfel nahm das Centre Pompidou in Paris in seine ständige Sammlung auf. „Wir benötigen große Materialdatenbanken und -lager, statt Mülldeponien mit Bauschutt zu befüllen“, forderte Tobias Nolte, der in der digitalen Planung und dem „Urban Mining“ wichtige Entwicklungsschritte hin zu einer nachhaltigeren Bauwirtschaft sieht.        

Nächster „digital Monday“:

31. Mai 2021 - Smart Cities

Digital Monday „Maschinelles Sehen und Gestalten“ (10. Mai 2021)

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