Publikation „RAW“ zur Ausstellung von Tobias Grewe erschienen

Anlässlich der Ausstellung „Wir müssen die Welt verändern“ von Tobias Grewe im Düsseldorfer „Haus der Architekten“ hat die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen eine Publikation herausgegeben, die Interessierte kostenfrei bei der Kammer bestellen können. Die Publikation „RAW“ gibt einen umfassenden Überblick über die Schaffensperiode des Düsseldorfer Fotokünstlers Grewe seit 2013, die geprägt ist von der großen Faszination des Künstlers von der komplexen Formensprache des Brutalismus.

29. März 2021Autor: Tobias Grewe / Christof Rose
Abbildung: Tobias Grewe / AKNW

Die Ausstellung „Wir müssen die Welt verändern“ (03.02. - 09.04.21, Haus der Architekten) inszenierte Tobias Grewe als Hommage an Oscar Niemeyer und zugleich an den Hauptwerkstoff des Architekturstils Brutalismus - Beton. Mit seiner Fotografie wollte Grewe die organische Formensprache Oscar Niemeyers, die er mit Beton erschaffen konnte, im zweidimensionalen Bild erlebbar machen. Grewes Fotografien vermitteln zugleich die Leichtigkeit von Niemeyers Bauwerken als auch die Kühle des Werkstoffs. „Diese bewusst an der Natur orientierte Gestaltung fasziniert mich genauso wie die großartigen Schlüsselobjekte, die Gottfried Böhm uns insbesondere im Rheinland erschaffen hat“, erläutert Tobias Grewe. Der Titel des Katalogs „RAW“ zeigt deshalb auch das Deckengewölbe des Doms von Neviges, das in seiner sich gegenseitig stützenden Konstruktion an einen Zelt-Himmel erinnert.

AKNW-Präsident Ernst Uhing zitiert im Vorwort der Publikation den einstigen Werbeslogan der Betonindustrie „Es kommt darauf an, was man daraus macht“. Dieses Vorwort habe ihn sehr berührt, sagt Tobias Grewe. „Denn was wir sehen, sind Geschichten, denen die Architekten durch diesen Werkstoff Substanz geben und Leben einhauchen.“ Inspiriert habe ihn auch die große Sichtbetonwand im Haus der Architekten mit ihrer leicht konkaven Form: „Diesen Schwung wollte ich aufzugreifen und in den Kontext der Organischen Formen Oscar Niemeyers setzen - und installativ mit einer Bodenarbeit Geschichte in meiner Komposition für diesen Raum zu Ende erzählen“, erläutert Tobias Grewe die Installation im Haus der Architekten.

In der Publikation setzt sich der Fotokünstler auch mit von ihm sogenannten „Non-Sites“ auseinander: Gemeint sind Beton-Strukturen im Raum, die nie einen Anspruch hatten, faszinierend oder gestaltet zu sein. Überreste von Wirtschaftsgebäuden einer alten Erz-Mine in der Atacama Wüste etwa: Durch die hinterlassenen Beton-Strukturen, das lang zurückliegende Ende ihrer einstigen Bestimmung und die Abwesenheit des Menschen erzählen sie nach der Wahrnehmung Tobias Grewes in ihrer Monumentalen Beschaffenheit, wie sie durchs einfaches Nur-so-da-Sein den durch das Leben gezeichneten und im Beton sichtbaren Ruhestand feiern. Grewe: „RAW ist das, was nicht geschönt ist. Das, was echt ist. Pur, ungeschminkt. Die wahre Geschichte. Wenn wir das spüren und mit Architektur in Resonanz gehen, ist neben der Zweckerfüllung alles erreicht.“

Download Katalog

Tobias Grewe: „RAW“ (PDF)

 

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