Verwaltungsreform im Dialog umsetzen!

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat NRW-Ministerpräsident Clement in einem offenen Brief dazu aufgefordert, bei der Umsetzung der geplanten Verwaltungsstrukturreform Augenmaß zu wahren und das Gespräch mit den betroffenen Mitarbeitern zu suchen. "Ohne Motivation und aktive Teilnahme der Mitarbeiter wird die Verwaltungsreform scheitern", warnt Hermannjosef Beu, der Präsident der Architektenkammer.

09. März 1999Autor*in: ros

Mit ihrem Schreiben bezieht sich die Architektenkammer auf Klagen von angestellten Architekten, die in den betroffenen Behörden arbeiten und die sich von der Landesregierung übergangen fühlen. Auch die freiberuflich tätigen Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner werden von der Reform berührt, da ihnen möglicherweise künftig kompetente Ansprechpartner in den Institutionen fehlen. "Die Verwaltungsreform darf nicht zum Wegfall von Arbeitsplätzen und damit zum Verlust von qualifizierten Mitarbeitern führen", betont AKNW-Präsident Beu. "Auch die Privatwirtschaft ist auf kompetente Ansprechpartner in den betroffenen Institutionen angewiesen."

Grundsätzlich unterstütze die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen alle Bemühungen, die Verwaltungsstrukturen moderner und effizienter zu machen, so Hermannjosef Beu. Das dürfe aber nicht über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg geschehen. Die finanziellen Konsequenzen des Reformvorhabens seien noch weitgehend ungeklärt und eine Einbeziehung der Betroffenen, der Personalräte und Gewerkschaften habe nur unzureichend stattgefunden. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen rufe deshalb die Landesregierung dazu auf, den direkten Dialog mit allen Beteiligten aufzunehmen, bevor Ergebnisse verkündet werden. "Dann ist die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen dazu bereit, das Reformvorhaben durch ihre Mitarbeit aktiv zu unterstützen."

Teilen via