JA*-Gruppe auf dem Gelände der LAGA Neuss 2026 – Foto: Christof Rose

Vom Rennbahngelände zum Stadtpark: Junge Planer*innen erkunden die LAGA Neuss

Am 7. Mai besuchte eine Gruppe junger Planerinnen und Planer im Rahmen der Kampagne „JA*/Junge Planer“ die Landesgartenschau Neuss – ein Projekt, das beispielhaft zeigt, wie aus einer ehemaligen Galopprennbahn ein neuer urbaner Freiraum entsteht. Welche Bedeutung eine Landesgartenschau für eine langfristige Stadtentwicklung spielen kann, wurde den Teilnehmenden bei einer Führung mit Annette Nothnagel, Geschäftsführerin der LAGA 2026, anschaulich vermittelt.

19. Mai 2026von Maria Jourlova-Nordmeyer

 „Es besteht selten die Möglichkeit, mitten in der Stadt eine so große grüne Fläche zu gestalten. Uns stand ein rund 38 Hektar großes Gelände mit reicher Historie zur Verfügung und wir hatten nur vier Jahre Zeit! Das langfristige Ziel ist es, die ehemalige Rennbahn zu einem neuen „grünen Herzen“ der Stadt zu entwickeln, mit mehr als 2.200 neu gepflanzten Bäumen, zahlreichen Sträuchern und Pflanzen. Mehrere barrierefreie Eingänge sollen die Verbindung zwischen Innenstadt, Hafen und Rhein stärken und somit stärkere Vernetzungen zwischen Stadtquartieren schaffen“, so Annette Nothnagel.

Langfristige Impulse

Den jungen Planer*innen wurde schnell klar, dass sich die LAGA Neuss nicht als ein temporäres Veranstaltungsformat versteht, sondern als langfristiger Impuls für urbane Transformation in Neuss. Ein wesentlicher Bestandteil des städtebaulichen Ansatzes bei der Landesgartenschau ist beispielsweise die Umnutzung bestehender Bauten. Historische Elemente der Rennbahn – wie etwa Sandbahn, Richtertürme oder Stallgebäude – blieben erhalten und wurden in die neue Parkstruktur integriert. 

Barrierefreiheit im Fokus

Ein weiteres wichtiges Thema der Führung war die Barrierefreiheit der Landesgartenschau. Die Planungen verfolgten den Anspruch, das Gelände für möglichst alle Menschen zugänglich und nutzbar zu gestalten. Dazu zählen breite Wegeführungen, barrierearme Übergänge, inklusive Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie Orientierungssysteme für unterschiedliche Bedürfnisse. Für die jungen Planer*innen bot dies einen praxisnahen Einblick in die Bedeutung inklusiver Stadtplanung und die Verantwortung, die Architektur und Landschaftsarchitektur im öffentlichen Raum übernehmen.

Partizipation und zirkuläres Bauen: der Skaterpavillon

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch der Skaterpavillon, der unter der Leitung von Jan Glasmeier von „Simple Architecture“ im Rahmen von zwei Workshops im Sommer und Herbst 2025 entstanden ist. Der Pavillon versteht sich nicht nur als funktionaler Ort für die Skateszene, sondern zugleich als offener sozialer Treffpunkt innerhalb der neuen Landschaft. 

Eine der Workshoporganisator*innen, die junge Architektin Franziska Müller, berichtete den jungen Planer*innen vom Entstehungsprozess des Pavillons: „Für den Bau des Skaterpavillons haben wir fast nur Materialien verwendet, die uns auf dem Gelände der ehemaligen Rennbahn zur Verfügung standen. Das Altholz stammt aus der ehemaligen Reithalle, die Türen kommen aus den Pferdeställen, die Wände bestehen aus Naturlehm und Strohballen. Wir konnten verschiedene Bauweisen ausprobieren und allen, die Interesse hatten – Studierenden, Handwerker*innen, der Skatercommunity – die Gelegenheit bieten, während der Workshops am Pavillon mitzubauen.“ Ein weiterer Workshop findet in der ersten Augustwoche statt.

Auch der Klimaanpassungsansatz der Landesgartenschau wurde von Annette Nothnagel im Rahmen der Führung angesprochen. Die LAGA Neuss setzt auf natürliche Kühlung durch Grünflächen, Wasserflächen und klimaresiliente Vegetation. Neben heimischen Baumarten wurden dafür bewusst sogenannte „Klimagehölze“ gepflanzt, die besser an zukünftige klimatische Bedingungen angepasst sind. 

Japanische Kunst auf der LAGA

Ein weiterer Höhepunkt der Führung war der Besuch des „Platzes der Religionen“. Gestaltet wurde der offene, kreisrunde Pavillon mit dem poetischen Namen „Wir treffen uns im Wind“ vom japanischen Künstler Hayato Mizutani. Bei seinem Gestaltungskonzept griff Mizutani Elemente der Ruhe, Reduktion und Naturverbundenheit auf. Der Ort soll symbolisch für Dialog, Vielfalt und Miteinander stehen und Raum für Begegnungen schaffen. 

Die Führung machte den jungen Planer*innen deutlich, dass die Landesgartenschau Neuss weit über eine klassische Gartenausstellung hinausgeht. Für die Gruppe bot der Besuch wertvolle Einblicke in aktuelle Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung und zeigte eindrucksvoll, wie Freiraumgestaltung, Architektur und gesellschaftliche Verantwortung in einem zukunftsorientierten Stadtprojekt zusammenwirken können.

Weitere Veranstaltungen der Kampagne „JA* / Junge Planer“ sind unter www.junior-architekt-in.de zu finden.

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  • Franziska Müller beschrieb den jungen Planer*innen den Entstehungsprozess des Skaterpavillons. Foto: Maria Jourlova-Nordmeyer
  • Hayato Mizutani hat auf der Landesgartenschau in Neuss das Kunstwerk „Wir treffen uns im Wind“ entworfen. Es handelt sich dabei um einen „Ort der Religionen“, der als offener, kreisrunder Pavillon mit einem Durchmesser von 15 Metern gestaltet ist. Foto: Maria Jourlova-Nordmeyer
  • Junior-Architektin Saskia Wenke hat am 7. Mai an zwei JA*-Führungen teilgenommen – am Vormittag war sie im Rahmen der JA*-Kampagne auf der polis Convention in Düsseldorf, am Nachmittag bei der Landesgartenschau in Neuss.
  • Das langfristige Ziel der LAGA Nuess ist es, die ehemalige Rennbahn zu einem neuen „grünen Herzen“ der Stadt zu entwickeln, mit mehr als 2.200 neu gepflanzten Bäumen, zahlreichen Sträuchern und Pflanzen. Foto: Maria Jourlova-Nordmeyer
  • Ein weiteres wichtiges Thema der Führung war die Barrierefreiheit der Landesgartenschau. Die Planungen verfolgten den Anspruch, das Gelände für möglichst alle Menschen zugänglich und nutzbar zu gestalten. Foto: Maria Jourlova-Nordmeyer
    Ende des Karussells

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