Aktuelle Architektur aus nächster Nähe erleben und sich Ideen für eigene Projekte holen – dazu lädt auch in diesem Jahr der „Tag der Architektur“ ein. Am 27. und 28. Juni öffnen in Nordrhein-Westfalen 141 Wohnhäuser, Quartiere, Gärten und Grünanlagen in 76 Städten und Gemeinden ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Die Bandbreite reicht in diesem Jahr von Wohnungen in einer umgebauten Scheune bis zum universitären Forschungszentrum, vom neuen Wohnkomplex auf einer ehemaligen Brachfläche bis zum Campus für Digitalisierung, KI und Innovation. – Alle Projekte lassen sich detailliert in einer Online-Datenbank recherchieren; außerdem gibt es ein handliches Booklet, das kostenlos bei der Architektenkammer NRW bestellt werden kann.
„Was mich an den 141 Projekten dieses Jahrgangs besonders freut: Die Mehrzahl sind keine Neubauten, sondern entwickeln den Gebäudebestand weiter“, sagt Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. „Die Planenden haben Bestehendes weitergedacht – klug, nachhaltig, mit Respekt vor dem, was schon da war. Das ist kein Kompromiss, das ist Haltung.“ So werde graue Energie, die in bestehenden Gebäuden gespeichert sei, sinnvoll weitergenutzt. „Qualitäten erhalten statt abreißen: Das sind die Antworten unseres Berufsstands auf die Herausforderungen unserer Zeit“, unterstreicht die Präsidentin der größten deutschen Architektenkammer.
In Nordrhein-Westfalen findet der „Tag der Architektur“ bereits zum 31. Mal statt. Seit 1996 nutzen alljährlich viele Tausend Architekturfans und Bauinteressierte das Event am letzten Juni-Wochenende, um gestalterische Trends, intelligente Planungsansätze und technische Entwicklungen rund ums Bauen und Wohnen kennenzulernen – und mit den Planenden über Ideen und Konzepte ins Gespräch zu kommen. Die breite Medienberichterstattung trägt dazu bei, dass die vorgestellten Bauwerke weit über den Veranstaltungstag hinaus wahrgenommen werden. Die Architektenkammer NRW versteht den Tag der Architektur daher als wichtigen Beitrag zum baukulturellen Diskurs in Deutschland.
Der Tag der Architektur spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen, die sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet haben: Nachhaltigkeit bleibt das zentrale Thema – und sorgt dafür, dass zahlreiche Umnutzungen, Sanierungen und Weiterentwicklungen im Bestand gezeigt werden. Ein eindrucksvolles Beispiel für nachhaltige Revitalisierung ist das LYGHT, ein zwölfgeschossiges Bürohochhaus im Düsseldorfer Norden, das vom Kölner Büro caspar.schmitzmorkramer nach Green-Building-Kriterien neu konzipiert wurde.
Auch der Trend „Von der Stadt aufs Land“ zeigt sich in der wachsenden Zahl teilnehmender Projekte im ländlichen Raum. Das „Atelier für Architekturfotografie“ von HG Esch in Hennef (Nebel Pössl Architekten, Köln) steht beispielhaft dafür, wie regionaltypische Bauweisen aufgegriffen werden können – und so die regionale Baukultur stärken.
Auffallend präsent sind in NRW in diesem Jahr zudem Bildungsbauten – etwa das Forschungsgebäude Caledo an der TU Dortmund (Gerber Architekten, Dortmund) sowie mehrere Schulgebäude. Umnutzungen von Kirchen sind ebenfalls in verschiedenen Kommunen zu sehen: Beim Projekt „Thomas Morus“ in Leverkusen wandelte das Büro Kollbach Bansi Architekten die denkmalgeschützte ehemalige Thomas Morus-Kirche mit viel Feingefühl in eine soziale Wohneinrichtung mit 15 Apartments für ehemals wohnungslose Menschen um.
Aktuelle Ansätze zur Klimaresilienz zeigen die Projekte der Landschaftsarchitektur – von Gartengestaltungen über Quartiersbegrünungen bis zu städtischen Grünzonen. Der im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027 realisierte Klimagarten in Schwerte (Förder Landschaftsarchitekten, Essen) mit dem „gebauten Experiment“ eines Klimapavillons (New GbR Architekten / Jutta Albus Architektur, Köln) verfolgt zudem einen didaktischen Anspruch: Das Konzept setzt auf Umweltbildung durch niederschwellige, praktische Erfahrbarkeit klimarelevanter Themen.
Der „Tag der Architektur“ ist bundesweit als Architekturevent vor den Sommerferien fest etabliert. Architektinnen und Architekten, Innenarchitekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie Stadtplaner*innen sind vor Ort und stellen – gemeinsam mit ihren Auftraggebenden – neue oder erneuerte Bauten vor, erläutern architektonische Besonderheiten und beantworten Fragen der Besucher*innen. In Nordrhein-Westfalen werden Projekte präsentiert, die in den vergangenen fünf Jahren im Bundesland realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren.
Alle Objekte sind über eine Internet-Datenbank mit Fotos, Kurzbeschreibungen und allen relevanten Informationen unter www.aknw.de/tag-der-architektur-2026 abrufbar.
Zudem stellt die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen alle Bauten und Objekte zum „Tag der Architektur 2026“ in einem kompakten Katalog vor. Dieser liegt ab Mitte Mai vor und kann vorbestellt werden (Tel.: (0211) 49 67-85 bzw. per Mail an tda@aknw.de).
Hinweis an die Redaktionen:
Den Katalog bekommen Sie unmittelbar nach Erscheinen automatisch von uns zugesandt.
Fotos der hier genannten Beispiele sowie von einigen weiteren herausragenden Objekten finden Sie hier zum Download in druckfähiger Auflösung.
Zu allen Bauwerken und Objekten finden Sie sämtliche Informationen und jeweils drei Fotos in druckfähiger Auflösung zum Download in unserer Pressedatenbank unter https://www.aknw.de/presse-login. Bitte fordern Sie die Zugangsdaten an unter presse@aknw.de.
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